Freiburg ist schlau - zumindest relativ

Maria-Xenia Hardt

Mal wieder eine neue Bildungsstudie: Der Deutsche Lernatlas, herausgegeben von der Bertelsmann-Stiftung, vergleicht die Bedingungen für lebenslanges Lernen in 412 Kreisen und kreisfreien Städten. Quintessenz: In Freiburg und Umgebung könnte es schlimmer aussehen.



Das Ergebnis der deutschlandweiten Studie ist zunächst nicht weiter überraschend: Süden hui, Norden pfui. Das gibt Bayern und Baden-Württemberg mal wieder die Gelegenheit, sich ausgiebig selbst auf die Schulter zu klopfen und vielleicht zwischendurch einen mitleidigen Blick auf bildungstechnisch minderbemittelte Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt zu werfen – schließlich schneiden deren beste Kreise immer noch schwächer ab als „unsere“ schlechtesten.




Die Studie evaluiert dabei nicht ausschließlich schulische Leistungen, sondern auch die Dimensionen beruflichen, sozialen und persönlichen Lernens. In letzteren beiden Bereichen gibt es noch nicht allzu viele verlässliche Zahlen, deshalb wurde auch auch „indirekte Daten“ zurückgegriffen. So soll zum Beispiel die Zahl der Organspender oder derjenigen, die sich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren, einen Hinweis auf die Güte sozialen Lernens geben können. Das führt natürlich zu gewissen Unterschieden zwischen Stadt und Land, wo unterschiedliche Strukturen unterschiedlich ausgeprägt sind – auf dem Dorf ist die Freiwillige Feuerwehr nunmal stärker vertreten als in der Stadt.

Die Macher der Studie verzichten deshalb ausdrücklich darauf, eine Ranking-Liste zu erstellen, sondern sortieren die Kreise und Städte in verschiedene Kategorien. Andere können der Verlockung einer Du-bist-oben-du-bist-unten-Liste natürlich nicht widerstehen – Spiegel Online hat die säuberlich sortierten Kreise und Städte gleich wieder alle in einen Topf geworfen. Allen Ranglisten-Fanatikern dieser Sorte sei an dieser Stelle gesagt, dass der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald noch eine ganze Ecke besser abschneidet als die Stadt Freiburg.



An den restlichen Details kann sich jeder selber ergötzen oder eben auch nicht. Der Bildungsatlas ist eine Studie mehr, die eine vage Aussage über Rahmenbedingungen macht. Im Endeffekt ist trotzdem jeder seines eigenen Wissens Schmied.

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[Bild 1: Robert Kneschke / Fotolia.com]