Filmdreh

Freiburg ist Kulisse für eine Netflix-Serie

Manuel Fritsch

Die Dreharbeiten auf dem Platz der Alten Synagoge sind derzeit nicht zu übersehen. Noch bis Donnerstag wird in der Stadt eine neue Produktion des Streaming-Dienstes Netflix gedreht.

Der Streamingdienst Netflix ist nun auch in Freiburg angekommen. Nicht nur in den Wohnzimmern der Stadt, sondern auch auf ihren Plätzen und in der Universität. Denn dort dreht seit Freitag ein Filmteam rund um den Regisseur Christian Ditter ("Türkisch für Anfänger") eine neue Netflix-Serie.


Am Montag war das Filmteam auf dem Platz der Alten Synagoge nicht zu übersehen. An der Bertoldstraße hatten sie Pavillons aufgebaut, auf einem der Podeste waren Schauspieler bei der Arbeit. Auch die Basis der Filmcrew hinter der Universitätsbibliothek, wo das Team zahlreiche Lastwagen und Anhänger stehen hat, war nicht wirklich versteckt. Doch trotz ihrer öffentlichkeitswirksamen Präsenz in der Stadt möchte sich von Netflix niemand zu dem Dreh äußern. Bei der zuständigen Presseagentur heißt es, man wisse von nichts, werde sich aber kundig machen und bei der Freiburger "Film Commission", die sich um Filmemacher in der Stadt kümmert, erfährt man: "Die halten sich relativ bedeckt und bitten darum, dass das auch so bleibt."

Zu viel Öffentlichkeit droht den Produktionsablauf durcheinander zu bringen

Das liege auch daran, dass die Filmemacher, die mit gut 80 Leuten unterwegs sind, ein eng getaktetes Programm haben und möglichst reibungslos arbeiten wollen. Zu viel Öffentlichkeit, so die Befürchtung, drohe den Produktionsablauf durcheinander zu bringen. Bei anderen Filmdrehs seien normalerweise 25 bis 30 Leute beteiligt, sagt Fabian Kiefer von der Film Commission. Die dreifache Menge Leute verlange auch eine ganz andere Organisation. An dem aktuellen Film sei darüber hinaus auch noch "wahnsinnig viel Komparserie" beteiligt. Auf einer Internetseite, die Komparsen vermittelt, wurden rund 300 Männer und Frauen für den Dreh in Freiburg gesucht.

Was allerdings in Erfahrung zu bringen ist: Die Serie, die in Freiburg gedreht wird, soll "Biohackers" heißen. Sie ist eine von zwei neuen Netflix-Produktionen aus Deutschland. Der Streamingdienst kündigt die Serie bislang so an: "Eine geheime Biohacking-Technologie fällt in einer Universitätsstadt in die falschen Hände. Medizinstudentin Mia muss sich entscheiden, auf wessen Seite sie steht." Nun ist zumindest klar, welches die mysteriöse Universitätsstadt sein wird. Gedreht wird unter anderem in der Unibibliothek – allerdings nur nachts, wie die Universität mitteilt –, im Biologischen Institut und in den Kollegiengebäuden in der Altstadt.

Großteil der Produktion entsteht in einem Münchner Filmstudio

Außerdem dreht die Crew noch an anderen Orten in Freiburg, der Großteil der Produktion wird jedoch in einem Münchner Filmstudio entstehen. Von dort kommt auch die Produktionsfirma Claussen & Putz, die Netflix für die Serie verpflichtet hat. Das hatte der Streamingdienst dem Online-Magazin der Universität verraten, das aber auch nicht mehr als das habe schreiben dürfen, wie man dort erfährt. Der Dreh in Freiburg soll noch bis zum 11. Juli dauern, die Serie soll dann im Frühjahr 2020 bei Netflix laufen. In 190 Ländern wird dann der Kampf der Freiburger Studentin Mia mit einem illegalen Genforschungsprojekt in der Green-City zu sehen sein.