Abfallbilanz

Freiburg ist erneut Meister im Mülltrennen und -vermeiden

Simone Höhl

Freiburg ist erneut Meister im Trennen und Müllvermeiden: 108 Kilo Sperr- und Restmüll verursacht jeder Freiburger im Jahr. Das sind fast 30 Kilo weniger als der Landesdurchschnitt.

Jeder Freiburger hat im vergangenen Jahr 108 Kilogramm Rest- und Sperrmüll verursacht. Das ist ein Kilo weniger als im Vorjahr. Damit verteidigt Freiburg erneut den Titel in der Müll-Landesliga, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte: Freiburg ist die beste Großstadt im Land. Gleichzeitig recycelt die Öko-Hauptstadt weniger: Die Quote sank von hohen 69 auf 67 Prozent.


Vor zehn Jahren waren es noch 125 Kilo Haus- und Sperrmüll pro Person

Gut 30 Kilo mehr Rest- und Sperrmüll produzierten Landesbewohner durchschnittlich 2017, zeigt die Bilanz des Umweltministeriums. Dabei wirft man auf dem Land viel weniger in der grauen Tonne als in der Stadt. Weil dort noch besser getrennt wird, meinte Freiburgs Abfallchef Michael Broglin: "Da ist die Sozialkontrolle höher und es hat keine anonymen Großwohnanlagen."

Vor zehn Jahren produzierte jeder Freiburger noch 125 Kilo Haus- und Sperrmüll pro Jahr, seither sank die Menge, aber offenbar geht nicht mehr viel. "Das ist nicht so einfach, außer man legt ein großes Maßnahmenpaket auf, aber ich wüsste auch nicht was", sagte Broglin. Denkbar seien nur noch Kilo-Schritte, meinte der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung.

2017 sammelte Freiburg bereits seit 20 Jahren Biomüll getrennt und schaffte 68 Kilo pro Einwohner. Auch das ist top als Großstadt. Altpapier und Glas sind es mehr als im Landesschnitt, im gelben Sack weniger (siehe auch Grafik und Info). Zählt man alle Abfälle zusammen, produziert jedes Bobbele im Jahr 375 Kilo – 15 Prozent weniger als im Schnitt, so der ASF-Chef: "Das heißt, es wird nicht nur gut getrennt, sondern auch vorher Abfall vermieden." Er und Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik sehen das Gebührensystem bestätigt, bei dem mehr Müll auch mehr Geld kostet.

Mit 226 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt spielt Freiburg auch oben in der Liga. Teurer werden kann es nur in Mannheim, Rottweil und Tuttlingen. Das System ist aufwendig und teuer, räumt der ASF-Chef ein. "Aber es führt zu dem guten Ergebnis und ist das verursachergerechteste, was es gibt." Zudem seien Zusatzleistungen inklusive, die woanders extra bezahlt werden müssten.

Schlechter wurde die Recyclingquote. Grund: Aus dem Sperrmüll werden keine Wertstoffe mehr aussortiert, das biete die Firma in Bremgarten nicht mehr an, so Broglin. Die ASF suche eine neue Lösung.


Freiburgs Müll in Zahlen

24 612 Tonnen Rest- und Sperrmüll entsorgten die Freiburger im Jahr 2017 insgesamt. 2016 waren es noch 24 656, obwohl die Stadt 1800 Einwohner weniger hatte. Bioabfälle waren’s 15 460 Tonnen (2016: 15 251), Altpapier 19 060 Tonnen (19 625), Altglas 6450 Tonnen (6518) und Verpackungen im gelben Sack 5400 Tonnen (5462).