Freiburg im Fernsehen (2): Tiere bis unters Dach

Jenni Bormann

Die SWR-Redakteurin Margret Scherpers spricht von einem "zeitgenössischen Schwarzwald-Bullerbü": Am Samstag lief die erste von 13 Folgen der neuen ARD-Serie "Tiere bis unters Dach", eine Art "Fallers" für Kinder. Drehorte waren vor allem St. Peter und Glottertal.



Noch im Morgengrauen kann man jetzt 13 Wochen lang, immer samstags um 8.40 Uhr, die neue ARD-Kinder-und-Familien-Serie “Tiere bis unters Dach” anschauen. Mit der Folge Hundeherz begann die Serie, die im August 2009 hauptsächlich im Glottertal und in St. Peter gedreht wurde. Für alle, die die erste Folgen verpasst haben und dies nachholen wollen: In der ARD-Mediathek kann man die Folgen auch im Internet ansehen. Die Wiederholung wird immer am folgenden Sonntag um 8.30 Uhr ausgestrahlt.


Die Geschichte ist einfach gestrickt und gehört seit je her zur festen Programmchoreographie der Vorabendserien: Eine Familie zieht in eine neue Umgebung und muss sich mit allerlei Unbekanntem herumschlagen: Misstrauen, Vorurteile zwischen Stadt und Land, Freundschaften und Feindschaften.

Tierarzt Dr. Philip Hansen (Heikko Deutschmann), seine Frau Annette (Floriane Daniel) und die beiden Töchter Greta (Enya Elstner) und Lilie (Lotte Hanné) ziehen aus der Großstadt Hamburg in das kleinbürgerliche und ländliche Klein-Waldau (in Wirklichkeit die Gegend um den Schönbachhof in Sankt Peter), tief, tief im Schwarzwald. Das Klein vor dem Waldau zeigt sich in vielerlei Details, wenn beispielsweise der Supermarkt fehlt, es dafür aber einen Tante-Emma-Laden in einem Wohnhaus gibt, auf dessen Hauswand ganz einfach nur “Lebensmittel” im altertümlichem Schriftzug steht.



Das Besondere an der Serie ist die Erzählerin: Greta eröffnet dem kindlichen und jugendlichen Zuschauer im Voice-Over eine Perspektive, mit dem sich dieser leicht identifizieren kann. So fasst man schnell Vertrauen zum sympathischen Teenager – der, nebenbei erwähnt, eine schauspielerische Neuentdeckung zu sein scheint. Jonas Grieshaber (Fynn Henkel), der Sohn des Bürgermeisters und Großbauern Vinzenz (Michael Sideris) und seiner Frau Josefine (Sanne Schnapp), wird schnell Gretas bester Freund. Auch er ist ein Außenseiter in der Schule, zur coolen Dorfclique gehört er auch nicht. So haben die beiden schnell etwas gemein.

Produziert wird die Serie vom Südwestrundfunk (SWR) und der Polyphon Südwest. Die Intention der Serie sei, so die verantwortliche SWR-Redakteurin Margret Schepers auf der Website des SWR: „Wir wollen ein zeitgenössisches Schwarzwald-Bullerbü kreieren, mit kleinen Alltagsabenteuern und spannenden Geschichten rund um Kinder, Familie, Tiere und Natur.“



Das ist ihnen für Kinder und Jugendliche gelungen. "Zurück zur Natur und Kernfamilie" scheint die Botschaft zu sein. Auch wenn vieles sehr klischeehaft im Drehbuch stand. Beispielsweise, wenn die Beziehung zwischen dem Tierarzt und seiner Frau gesünder erscheint als die konservative zwischen dem Bürgermeister und dessen Frau.

Kameramann Daniel Doppelkamm hat dazu friedliche Landschaftsbilder mit der Linse eingefangen – meist fungieren diese Schwarzwaldbilder mit Weiden, Wald, Bauernhöfen und krähenden Hähnen jedoch lediglich als Zwischenblenden. Folgen des Sturms Lothar oder das Neubauviertel von Waldkirch sind in der Serie nicht zu sehen.

Was: Tiere bis unters Dach, Folge 2
Wann: Samstag, 23. Januar 2010, 8.40 Uhr
Wo: ARD