Müllvermeidung

Freiburg führt ein Mehrwegsystem für Kaffeebecher ein

Robin Wille & Simone Höhl

Stadt und Stadtreinigung wollen zusammen den Pappbecher-Müllberg in Freiburg verkleinern. Das Pfandsystem für "coffee to go" ist der Stadtverwaltung zufolge das erste einer Großstadt in Deutschland. Am nächsten Montag soll’s losgehen.

Verpackungen von Fastfood und Einwegbecher haben extrem zugenommen, auch in Freiburg, sagt ASF-Geschäftsführer Michael Broglin. Sie werden schnell wieder weggeworfen, aber nicht immer in Mülleimer. "Das ist ein Riesenproblem für die Stadtsauberkeit." Und für die Umwelt: "Da werden Unmengen an Abfall produziert."


Freiburg sei nach Kenntnis der Abfallwirtschaft die erste Großstadt, die versuche, das Wegwerfbecher-Problem mit einem Mehrwegsystem anzugehen – mit dem "Freiburg-Cup". Es ist noch nicht gesagt, dass das auch klappt, meint Broglin: "Aber wenn’s in einer Stadt wie Freiburg nicht funktioniert, dann kann man das Thema lassen."

Wer macht bei dem Projekt mit?

Der Versuch startet nach aufwändiger Vorarbeit am nächsten Montag und ist auf die Innenstadt beschränkt. Mitmachen sollen Cafés und Bäckereiketten. Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik freut sich über die nachhaltige Idee und wünscht der Aktion, dass viele mitmachen: "Sowohl auf der Seite der verkaufenden Cafés als auch auf der Seite der Konsumentinnen und Konsumenten." Je mehr mitmachen, desto besser.

Ein Vorreiter für das Freiburger Pfandsystem war die Warsteiner Galerie. Im vergangenen Mai begann das Lokal hinter der Unibibliothek mit Unterstützung der ASF das Projekt Pfandbecher to go – Motto "pfandtastisch und müllfrei". Noch werden die türkis-blauen Becher nicht gut angenommen, sagt der Wirt Christian Hoene. Seine Erfahrung bisher: Die meisten Studentinnen und Studenten behalten den Mehrwegbecher nicht, um ihn mehrfach zu benutzen, sondern geben ihn noch am selben Tag wieder in der Galerie ab.

Mehrweg statt Müllberg

Der geplante Freiburg-Cup stößt bei einer kleinen BZ-Umfrage sowohl auf Skepsis als auch auf Neugier. "Wenn ich Pfand verlange und jemand anderes nicht, kaufen die Kunden nichts mehr bei mir", überlegt zum Beispiel spontan Philipp Rathenow vom "Kolben Kaffee" am Martinstor. Im Café "Kleine Auszeit" an der Rempartstraße finden Mitarbeiterinnen die Idee grundsätzlich gut.

Details zum Pfandsystem, welche Cafés und Läden sich als Pioniere anschließen und was der Freiburg-Cup kostet, wollen die ASF und die Stadtverwaltung mit ihren Kooperationspartnern am Montag vorstellen.

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