Freiburg feiert mit Bahar

Lilli Staiger

Seit letztem Donnerstag ist Bahar Kizil, die 18-jährige Schülerin aus Freiburg, offiziell ein "Popstar" und Bandmitglied bei "Monrose". Nach sechs Monaten hartem Training in Workshop und Bandhaus, konnte sie endlich entspannt nach Hause zurückkehren und mit Familie, Freunden und Fans feiern und sich feiern lassen. Bei Bahars Willkommensparty am vergangenen Samstag platzte das Enchilada aus allen Nähten.



Gegen 21 Uhr vorm Enchilada: Draußen stehen viele Teenager, teilweise kommen kleinere Kinder begeistert mit ihren Eltern aus dem Lokal. Sie haben Autogrammkarten in den Händen und schwärmen von Bahar, ihrem Popstar.


Einige Meter vorm Eingang steht eine Stretch-Limousine. Zwei kleinere Mädchen, Irina und Verena, stehen fasziniert davor und versuchen durch das getönte Glas hineinzuschauen, in der Hoffnung, Bahar darin sitzen zu sehen.
Eine kleine Gruppe von ungefähr 15-jährigen Teenagern unterhält sich: "Wir kommen doch eh nicht rein", sagt eines der Mädchen. Ein Junge fotografiert mit seinem Handy die Limousine. Sie scheinen nicht zu wissen, dass jeder hineingehen darf.



Es ist ungewohnt, das Enchilada dermaßen überfüllt zu sehen und vor allem mit Securitys an der Tür, die für so Manchen abschreckend wirken. Doch wie das bei einem echten Popstar nunmal ist, muss für die nötige Sicherheit gesorgt werden.
Die Securitys stellen sich dann aber als harmlos heraus. Man braucht weder ein Gästenlistenplatz, noch gibt es einen Sicherheitscheck. Sie halten einen gar nicht erst an.


Türsteher David und ein junger Mann, der sich als "Der kleine Süße" ausgibt

Im Lokal ist kein einziger Platz frei, nicht einmal an der Bar. Neben den jüngeren Gästen sind sehr viele Erwachsene da. Von Bahar ist noch nichts zu sehen.
Nach einigen Minuten werden dann an der Bar zwei Plätze frei.
An einem vorderen Tisch sitzen Verwandte von Bahar, die in den Entscheidungsshows von Popstars im Publikum zu sehen waren. Auf dem Tisch liegen Blumen und Geschenke.
 



Kurze Zeit später kommt Bahar aus dem etwas abgeschirmten Bereich links vom Eingang. Alle Blicke sind natürlich auf sie gerichtet. Sie läuft durch die Bar, als wäre sie selbst nur ein Gast, ganz bescheiden und zurückhaltend. Sie trägt beige-farbene Bermudas, dazu braune Stiefel und ein weißes Oberteil. Hinter ihr laufen zwei große, kräftig gebaute Männer in schwarzen Anzügen, ihre "Bodyguards".
Bahar bleibt an dem Tisch, an dem Verwandte von ihr sitzen, stehen und unterhält sich. Die Leute halten sich sehr zurück, sie beobachten lieber als zu ihr hinzugehen und sie anzusprechen. Manche machen von ihren Plätzen aus Fotos. 

Etwas später verschwindet Bahar draußen. Die Teenies, die vor der Tür warten, bekommen endlich die Gelegenheit sie zu sehen und können zufrieden nach Hause gehen. Wohin Bahar geht, weiß niemand so genau. David, der Türsteher, meint, sie habe einen Interviewtermin.

In der Zwischenzeit sind wieder neue Leute gekommen, die verunsichert vor dem Eingang stehen und sich nicht trauen, am Türsteher vorbeizulaufen.
Gregor ist einer von ihnen. Er ist ungefähr 18 Jahre alt, trägt eine Mütze, Kopfhörer um den Hals und einen kleinen Blumenstrauß in den Händen.
Er sagt dem Türsteher, dass er ein Freund von Bahar sei, -was sich später auch als war herausstellt- im Glauben, sich für sein Kommen rechtfertigen zu müssen. Gregor ist der Bruder von Niko, einem Mitglied von Bahars Band "Sand am Meer". Er hat selbst auch in der Band gespielt. 

 David, der Security-Man ist sehr locker und gut gelaunt. Er versteht die Verunsicherung der Leute überhaupt nicht und macht sich einen Spaß daraus.
Er macht auf ernst und erzählt Gregor, dass er nicht reinkomme, wenn er nicht auf der Gästeliste stehe. Der arme Junge ist total verzweifelt und will seinen Blumenstrauß schon anderweitig verschenken, bis David ihn großzügigerweise endlich erlöst.

Gegen 22.30 Uhr geht Bahar nach vorne ans Mikrofon, um ihren Fans mitzuteilen, dass sie noch eine Stunde lang für Autogramme und Fotos zur Verfügung stehe und sich danach zurückziehen möchte, um mit ihrer Familie und ihren Freunden zu feiern. Kurz darauf bildet sich eine lange Schlange vor dem Tisch, an dem Bahar Autogrammkarten unterschreibt. 



Bahars Bodyguard scheint seinen Job sehr ernst zu nehmen. Sein Auftreten wirkt übertrieben und ein wenig lächerlich. Er fordert die Leute in der Schlange auf, sich symmetrisch hintereinander aufzustellen und zwei Meter Abstand vom Tisch zu halten. Dann frägt er die Leute einzeln, ob sie Bahar kennen würden, obwohl sie einfach nur ein Autogramm wollen.
Gregor hat sich auch in die Schlange gestellt und bestätigt, Bahar zu kennen. Er will doch endlich seinen Blumenstrauß loswerden. Der Bodyguard, gewissenhaft, wie er ist, muss seine Aussage jedoch erst überprüfen.

 "Ja, ich kenn' ihn", antwortet Bahar lächelnd als sie zu Gregor blickt.

Gregor ist erleichtert. Wer weiß, was der Bodyguard sonst mit ihm gemacht hätte. Er scheint auf Sicherheitsleute keine besonders positive Wirkung zu haben. Wenigstens kann Gregor jetzt beruhigt warten, bis Bahar ungefähr 20 Autogramme gegeben hat und ebenso oft für Fotos posiert hat.
Bahar unterschreibt jede Autogrammkarte mit einem freundlichen, natürlichen Lächeln und lässt sich geduldig Arm in Arm mit den Fans fotografieren.

Nach langem Warten ist Gregor endlich an der Reihe. Bahar steht auf, um ihn zu begrüßen. Sie unterhält sich mit ihm, während der Bodyguard mit verschränkten Armen und kritischem Blick hinter ihnen steht. Er will Gregor einfach nicht glauben, dass er Bahar nur das Blumensträußchen übergeben und ihr zu ihrem Erfolg gratulieren will. Bahar selbst findet es total lieb von ihm und amüsiert sich über die Blumen:"Die hast du gepflückt, stimmt's?"



Inzwischen ist die letzte Stunde, die Bahar ihren Fans widmen wollte, vorbeigegangen. Die Autogrammjäger haben ihre Beute ergattert und Bahar ist froh, auch mal wieder ein paar Worte mit ihrer Familie wechseln zu können.
Das Enchilada ist nicht mehr so voll. Viele sind gegangen, vor allem die Kinder und Teenies. Es ist etwas ruhiger geworden, trotzdem ist noch viel los. Dann betritt ein Fernsehreporter mit Camera das Lokal. Für welchen Sender er arbeitet, ist unklar. Er geht zu Bahar und filmt das Geschehen, ist aber relativ schnell wieder weg.

Nun wird es für Bahars kleine Fans auch Zeit zu gehen. Sie verabschiedet sich liebevoll von den Mädchen. Sichtlich erschöpft möchte der kleine Popstar endlich ein wenig zur Ruhe kommen. Kurz darauf zieht sich Bahar dann zu ihrer Familie und ihren Freunden zurück, wofür die Fans auch Verständnis haben.