Freiburg: Drogenhauptstadt des Südwestens

Carolin Buchheim

Freiburg ist nicht nur die kriminellste Stadt Baden-Württembergs, sondern auch die Stadt im Ländle, in der es anteilig am meisten Drogenverbrechen gibt. Zu diesem Ergebnis kommt eine nach Regionen differenzierte Auswertung des Bundeskriminalamts zur Kriminalstatistik 2007, die in dieser Woche veröffentlicht wurde.



Auf 100 000 Freiburger Bürger im vergangenen Jahr 539 von der Polizei festgestellte Drogendelikte aus Klein- und Großhandel mit Betäubungsmitteln.  Damit liegt Freiburg in der Statistik knapp vor  Stuttgart (534 Taten pro 100 000 Einwohner) und deutlich vor Mannheim (519 Taten pro 100 000 Einwohner) und Karlsruhe (425 Taten pro 100 000 Einwohner).


"Die Bekämpfung der Rauschgfiftkriminialität ist eine Holkriminalität", sagt Polizei-Pressesprecher Ulrich Brecht zur Auswertung des BKA. "Je mehr wir machen, umso höher sind die Fallzahlen. Sind wir besonders aktiv, dann werden wir zur Dienststelle in der Drogenhauptstadt. Hätten wir zum Beispiel die Razzia im Liquid Club nicht durchgeführt, hätten wir gleich 30, 40 Fälle weniger."

In ganz Baden-Württemberg registrierte das BKA im vergangenen Jahr rund 29 783 Rauschgiftdelikte. Im Jahr 2006 waren es noch 33 782. 1168 Menschen aus Baden-Württemberg fielen im vergangenen Jahr zum ersten Mal als Konsumenten harter Drogen auf, vor allem mit Amphetaminen, Heroin und Kokain.

Im bundesweiten Vergleich ist Frankfurt mit 928 Taten auf 100 000 Frankfurter die Drogenmetropole Deutschland. Dort fließen allerdings auch sämtliche Fälle von Deutschlands größtem Flughafen in die Statistik mit ein. Auch die Bahn und die überregionalen Autobahnen trügen zur Drehscheibenfunktion Frankfurts bei, die eben auch vom Drogenhandel genutzt werde.

Die wenigsten Drogenverbrechen in deutschen Städten ab 200 000 Einwohnern einschließlich der Landeshauptstädte gab es in Rostock mit 137 Fällen pro 100 000 Einwohner.

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