Freiburg bekommt Fanmeile zur WM für bis zu 13.500 Fans

Joachim Röderer

Jetzt ist es sicher: Freiburg bekommt ein großes Public Viewing zur Fußball-WM für bis zu 13.500 Fans an der Heinrich-von-Stephan-Straße. Gezeigt werden aber nur die Spiele der deutschen Nationalelf – also maximal sieben Partien.



Die "Strabag-Fanmeile" wird auf dem Areal des gleichnamigen Baukonzerns zwischen den Bürobauten an der Heinrich-von-Stephan-Straße aufgebaut. Das Areal ist rund 8600 Quadratmeter groß – also etwas größer als ein Fußballfeld. Platz finden werden bis zu 13.500 Fans. Die Veranstalter, die Unternehmen Karo-Event und die CDS Sicherheitsgesellschaft, investieren eine "nicht unerhebliche sechsstellige Summe", wie Christoph Römmler, der Chef von Karo Events, am Montag in einem Pressegespräch erklärte. Die Freiburger Fanmeilen-Ausrichter bringen Erfahrung im Public Viewing mit. Sie richten in diesem WM-Sommer parallel auch die Fußballfan-Events in Emmendingen und in Lahr aus.


Das freie Strabag-Areal ist in den vergangenen Tagen bereits planiert und damit für seine Zwischennutzung vorbereitet worden. Das Gelände liegt zwischen den Bürokomplexen und zwischen Heinrich-von-Stephan-Straße und den Bahngleisen. Die Fläche wird ringsum eingezäunt. Die Lage hat Vorteile: Der Weg zum Hauptbahnhof und zur Innenstadt ist nah. Auch die Straßenbahnhaltestelle Heinrich-von-Stephan-Straße liegt nahe an der Fanmeile. An deren Rand werden zudem 1800 Fahrradabstellplätze eingerichtet.

Die Fanmeile kostet Eintritt. Die Veranstalter verlangen eine sogenannte Sicherheitsgebühr von 2 Euro. Anders ließen sich die hohen Kosten nicht decken, so Christian Schnürle von der mitveranstaltenden Firma CDS. Zutritt haben Fans ab 16 Jahren. Mit dieser Altersbegrenzung will man allen Problemen mit dem Jugendschutz aus dem Weg gehen. Es werde auch keine Ausnahmen von der Altersregelung geben – auch nicht, wenn eine Bescheinigung der Eltern vorgelegt wird, so Schnürle.

Leinwand wird größer als die im Eschholzpark

Die Leinwand wird in der oberen Ecke des Platzes Richtung Merzhausen direkt an der Straße sehen – und damit so gestellt sein, dass er den Verkehr auf der Straße nicht beeinträchtigt. Die hochauflösende Leinwand – "die modernste Technik, die es gibt", so Christoph Römmler – wird 34 Quadratmeter groß sein – und damit um sieben Quadratmeter größer als bei der Vorgänger-Veranstaltung im Eschholzpark.

Gezeigt werden nur die Spiele der deutschen Nationalelf – also maximal sieben Matches. Auch ein Endspiel ohne deutsche Beteiligung würde nicht gezeigt werden, so Römmler: "Wenn Deutschland ausscheidet, bauen wir sofort ab." Das unternehmerische Risiko für diese Veranstaltung sei hoch. Zur Abhängigkeit vom Spiel der Elf von Jogi Löw kommt auch noch der Faktor Wetter dazu. "Es ist unser Job, ein Risiko einzugehen", betonen Römmler und Schnürle. Spiele ohne deutsche Beteiligung zu zeigen, lohne sich mangels ausreichendem Zuspruch an Fans nicht. Die Kosten seien zu hoch. "Das scheitert schon an den hohen Gebühren der Gema", so Römmler.

Heinrich-von-Stephan-Straße wird nach Spielende gesperrt

Die Vorrundenspiele der deutschen Elf werden um 18 Uhr und 21 Uhr beginnen, mögliche weitere in der K.-o.-Runde spätestens um 22 Uhr, das Finale um 21 Uhr. Eine halbe Stunde vor Spielende bis zwei Stunden nach Spielschluss wird die Heinrich-von-Stephan-Straße für den Autoverkehr zwischen Wilhelmstraße und Kreuzung Basler-/Merzhauser Straße gesperrt werden. "Das werden wir an den Spieltagen auf großen Hinweistafeln im Stadtgebiet auch ankündigen", so Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamtes der Stadt Freiburg. Die Sperrung bei Spielende sei notwendig, weil sich das Gelände quasi auf einen Schlag dann komplett entleere. Das sei mit Verkehr auf der Straße zu gefährlich. Eine Stunde nach Spielende wird die Fanmeile dann schließen.

Zu den Hauptsponsoren in Freiburg zählt neben der Strabag Real Estate die Brauerei Rothaus, die auch mit Equipment aushilft. "Wir werden ausreichend Thekenmeter haben", so Christian Schnürle. Auch ausreichend Essensstände seien eingeplant. Trinkwasser wird kostenlos ausgeschenkt.

Es wird auch VIP-Boxen geben

Weitere unterstützende Firmen – das Ziel sind elf Sponsoren – werden noch gesucht. Es werden auch VIP-Boxen mit Platz für bis zu 20 Personen angeboten. Die kosten 1250 Euro, Essen und Trinken und guter Leinwandblick inklusive. Rund 200 Helferinnen und Helfer haben die Veranstalter an jedem Spieltag im Einsatz, 80 davon sind für die Sicherheit zuständig. Mit den Anliegern ringsum haben die Veranstalter in den vergangenen Wochen Kontakt aufgenommen.

"Wir leisten gerne unseren Beitrag, dass es mit dem Public Viewing in Freiburg klappt", sagt Strabag-Geschäftsführer Thomas Hohwieler. Er spricht von einem überzeugenden Konzept: "Die Verhandlungen liefen sehr professionell". Auch die Gespräche mit der Stadtverwaltung sind auf dem besten Weg, berichtete Katharina Hupfer, die städtische Koordinatorin für Großveranstaltungen. Noch gebe es keine endgültige Genehmigung. Sie geht aber davon aus, dass die noch offenen Detailfragen in den nächsten Wochen geklärt werden.

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[Foto: Ingo Schneider]