"Frau E. hat fast mein Leben zerstört": Freiburger Ex-Student packt auf Spiegel Online aus

Manuel Lorenz

Zweimal hat Felix Dachsel versucht zu studieren, zweimal ist er gescheitert. Schuld daran seien vor allem Frauen gewesen: die Volvic-Mädchen und eine gewisse "Frau E." vom Prüfungsamt. Wie jemand auf Spiegel Online ausspricht, was man in Freiburg nie sagen dürfte:



Zweieinhalb Jahre hat Felix Dachsel an der Uni Freiburg studiert: Politik- und Islamwissenschaft auf Bachelor. Davon (und von seinem Scheitern an zwei deutschen Unis im Allgemeinen) handelt sein Text, den Spiegel Online heute Vormittag veröffentlicht hat.


In Dachsels Text kommt auch eine "Frau E." vor, die sich bei jenen Frauen, die fast sein Leben zerstört hätten, ganz vorne einreiht. Er beschreibt sie wie folgt:

Frau E. saß im Prüfungsamt, und wenn ich sie hier als Teufel bezeichne, laufe ich Gefahr, dass sich der Teufel bei mir beschwert, dass ich ihn mit Frau E. vergleiche.

Und weiter:

Sie saß in einem Büro, das groß war wie ein Amtsraum in Geschichten von Franz Kafka, absurd groß. Es roch nach kaltem Rauch. Frau E. machte ein Gesicht, als ob sie bei meinem Anblick drüber nachdachte, über ihren Schreibtisch zu flattern wie ein Vampir, um mir die Halsschlagader aufzubeißen. An schlechten Tagen schrie Frau E., an guten Tagen raunzte sie. Frau E. wiederholte immer nur einen Satz: "Ja, haben Sie denn die Prü-fungs-ord-nung nicht gelesen?"

Damit spricht Dachsel einerseits aus, was man in Freiburg nie sagen dürfte - denn jene Frau E. wird vielen bekannt sein, die an der hiesigen Uni bestimmte Fächer studieren beziehungsweise studiert haben. Andererseits wirft er aber die Fragen auf, ob man tatsächlich eine einzelne Person für das eigene Scheitern verantwortlich machen kann und ob eine Frau E. nicht so ist, wie sie ist, weil sie in ihrem Job so sein muss, wie sie ist.

Die meisten (ex-)studentischen Leser werden sich Dachsels E.-Passagen aber wohl ausschneiden und in jenen schmalen Ordner heften, der die etwas lange Aufschrift trägt: Was irgendwann von irgendwem mal gesagt werden musste. Ob berechtigt oder nicht, darüber lässt sich wahrscheinlich streiten.

P.S.: Seine Freiburger Erlebnisse hat Dachsel schon einmal verarbeitet: vor drei Jahren in Form einer Polemik in der Badischen Zeitung. Damals ist er natürlich auch schon auf Frau E. eingegangen - nur nannte er sie da noch beim Namen.

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[Bild: Marius Notter]