BZ-Interview

Foodtruck-Fest auf der Kajo zum Baustellen-Ende am Montag

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Stefan Huber,Vorsitzender der Händler-Aktionsgemeinschaft "Friburg", spricht im Interview über das Event und die weiteren Pläne in der Branche.

Am kommenden Montag wird die Kaiser-Joseph-Straße zur Foodtruck-Meile. Die Einzelhändler in der Freiburger Innenstadt feiern damit den Abschluss der monatelangen Bauarbeiten auf Freiburgs Haupteinkaufsstraße, unterstützt von der Badischen Zeitung und der städtischen Wirtschaftsförderung FWTM. Holger Schindler hat mit Stefan Huber, dem Vorsitzenden der Händler-Aktionsgemeinschaft "Z’Friburg", über das Event und die weiteren Pläne der Branche gesprochen.

BZ: Herr Huber, ein Foodtruck-Fest dieser Größe, mit 40 Imbissmobilien, gab es noch nie in der Innenstadt. Bleibt das eine Einmalaktion, oder dient das Event auch als Testlauf oder Inspiration für künftige Veranstaltungen?


Stefan Huber: Wir wollen vor allen Dingen feiern, dass die Baustellenphase endlich vorbei ist. Dazu nutzen wir die einmalige Gelegenheit, dass zunächst noch keine Straßenbahnen fahren. Von daher ist das Fest mit dem vielfältigen Speisenangebot und der Live-Musik eine einmalige Sache. Wenn es den Menschen gefällt und alles gut läuft, dann werden wir schauen, ob wir davon etwas übernehmen oder lernen können. Wir sind ja schon regelmäßig aktiv, insbesondere mit den zwei Mega-Samstagen pro Jahr, an denen die Geschäfte bis 24 Uhr offen sind.

BZ: Gerade bei den Mega-Samstagen scheint es aber doch, was das Programm angeht, eine gewisse Stagnation zu geben. Es ändert sich wenig. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Huber: Wenn ich als Händler in meinem Geschäft eine spezielle Aktion mache – in unserem Fall zum Beispiel ein Whisky-Tasting – und das kommt gut bei den Kunden an: Wieso sollte ich dann daran groß etwas ändern? Der Mega-Samstag hat sich insgesamt bewährt, und daher halten wir daran fest und entwickeln ihn stetig durch kleine Verbesserungen weiter. Das heißt aber nicht, dass dies immer so bleiben muss. Wir arbeiten weiterhin darauf hin, dass wir auch in Freiburg einmal einen verkaufsoffenen Sonntag anbieten können.

BZ: Daran arbeiten Sie ja schon lange. Haben Sie den Eindruck, dass Sie in all den Jahren diesem Ziel näher gekommen sind?
Huber: Ohne jetzt weitere Details nennen zu wollen, kann ich sagen, dass wir der Sache aktuell näher sind als jemals zuvor. Oder besser gesagt: Wir waren schon viel weiter von diesem Ziel entfernt. Es ist ja auch nicht verständlich, warum das in ganz Deutschland geht, wir in Freiburg es aber nicht einmal ausprobieren dürfen. Wir hoffen weiter auf das Verständnis im Gemeinderat.

BZ: In den Umlandgemeinden ist der Handel teilweise sehr rührig, was spezielle Events angeht. Tut "Z’Friburg" genug, um mithalten zu können?
Huber: Wir tun eine Menge – und man muss ja immer auch sehen, was möglich ist. Natürlich beobachten wir, was die Kollegen im Umland tun. Dort ist oft auch die Rathausspitze persönlich mit involviert, vor allem, weil dort ja der Einzelhandel auch teilweise komplett brachliegt oder lag. Wir in Freiburg bekommen gute Unterstützung von der FWTM. Andererseits gibt es auch vermehrt Betriebe in der Innenstadt, die sich etwa nicht mehr finanziell an den Werbekosten für Events beteiligen. Generell wird unsere Arbeit schwieriger, je mehr große Ketten inhabergeführte Betriebe verdrängen. Es gibt zwar erhebliche Unterschiede zwischen den Filialisten, aber oft fehlt dann einfach ein Ansprechpartner mit den nötigen Kompetenzen vor Ort, mit dem man vernünftig kooperieren kann. Auf jeden Fall halten wir die Augen offen nach neuen Möglichkeiten, um Menschen zum Shoppen in die Innenstadt zu locken.

BZ: Und wie läuft es mit dem Freiburg-Gutschein, den Sie eingeführt haben?
Huber: Wir sind zufrieden, hatten aber gehofft, dass die Zahl der teilnehmenden Geschäfte schneller wächst. Bisher verharrt die Zahl bei gut 40 Betrieben. Hier müssen wir noch mehr Aufklärungsarbeit leisten. Immerhin kann der Händler bei diesem Konzept ja nur Umsatz gewinnen ohne allzu viel investieren zu müssen.

Stefan Huber (38) ist Geschäftsführer beim Freiburger Tabakwaren- und Spirituosenfachgeschäft Stefan Meier an der Rathausgasse und seit vier Jahren Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft "Z’Friburg".

Das Foodtruck-Fest auf der Kaiser-Joseph-Straße findet am Montag, 30. Oktober, zwischen Bertoldsbrunnen und Siegesdenkmal statt. Von 11 bis 22 Uhr bieten dort rund 40 Imbissmobile ihre Speisen und Getränke an, dazu gibt es Live-Musik, Craft-Bier-Stände auf dem Kartoffelmarkt sowie vielfältige Aktionen in den Innenstadtgeschäften, die ebenfalls bis 22 Uhr geöffnet haben.