Folge dem weißen Kaninchen!

Carolin Buchheim

Ende Juni schloss die Musikkneipe Roots in der Unterführung am Leopoldring ihre Türen. Jetzt geht in der Location wieder was: Im White Rabbit soll es entspannte Kneipen-Atmosphäre, Partys und Live-Musik geben.



Noch hängt das Schild des Roots am Eingang zur Unterführung an der Nordost-Ecke des Siegesdenkmals. Doch direkt daneben hängt schon eine Tafel mit einem gezeichneten weißen Hasen: In den Räumen des Roots hat in dieser Woche das White Rabbit eröffnet.

 



White Rabbit
ist nun also nicht mehr nur ein Song von Jeffersson Airplane, eine der Bösen bei Spider-Man, eine Band und das Wesen, das Alice in Lewis Carrols Roman "Alice im Wunderland" führt, sondern jetzt eben auch eine Freiburger Nacht-Location.

Ganz weiß ist das Root allerdings nicht mehr: Der Gewölbekeller wurde von den neuen Betreibern Simon, genannt Smuth, und Christoph mit reichlich roter Farbe angestrichen. Ein DJ-Pult wurde eingebaut, Teile der Holzgeländer und fest eingebauten Bänke, die das Roots bisher abteilten, entfernt und zum Teil durch alte Sofas ersetzt.

Weißes Kunstleder ist nirgendwo in Sicht: Das Roots ist nicht, wie im Freiburger Nachtleben gemunkelt, durch eine weitere Kunstleder-Lounge ersetzt worden, sondern soll eine ganz andere Klientel anlocken. Nämlich die Leute, die heute in die KTS, das Atlantik, das Ruefetto, das Crash oder den Kamikaze gehen.

Geplant sind Hardcore und Punk-Konzerte und Partys diverser Stilrichtungen.

 



Das White Rabbit steht auch  Fremdveranstaltungen offen. "Aber nicht jeden Abend", erklärt Smuth, 28. "Wir wollen schließlich mehr sein als nur Vermieter." Party-Veranstalter anderer Locations auf der Suche nach Expansion haben wohl auch schon angeklopft. Kein Wunder, denn schließlich ist das White Rabbit einer der wenigen großen, beinahe luftigen Gewölbekeller der Stadt.
 



Stickig sollte es im ehemaligen Archivkeller der AEG nicht so schnell werden. "Und unsere Lüftung hält auch einiges aus. Probleme gibt es sicher erst, wenn 250 Leute da sind", meint Smuth.

Er studiert noch an der Uni Philosophie, Slawistik und Germanistik; Auch Christoph, 25, ist noch eingeschrieben, in Philosophie und Englisch. Die beiden sind eher zufällig Wirte geworden und wollen nicht unbedingt als Besitzer des   White Rabbit in Erscheinung treten und sich auch nicht fotografieren lassen. "Die Leute sollen ruhig meinen, wir wären nur Thekenpersonal."

Im Gespräch mit den Beiden entsteht der Eindruck, dass sie das White Rabbit eher als Bühne verstanden haben wollen, die sie zur Verfügung stellen, als als ihr alleiniges Projekt. "Leute können sich hier auch ihren Platz schaffen", bestätigt Smuth diesen Eindruck. "Wer künstlerisch etwas tun will, ist hier willkommen. Das White Rabbit kann ein Forum sein."



Auch Vernissagen und Lesungen können die Beiden sich vorstellen. "Aber es muss schon inhaltlich passen", meint Christoph.
Mittwochs wird es weiterhin den vom Roots übernommenen Open Mic-Abend für Bands geben. "Hier ist alles vorhanden, den Flügel haben wir übernommen, Verstärker sind auch da. Man muss nur seine Instrumente mitbringen."
 

Das weitere Programm läuft jetzt erst an. An diesem Samstag wird es Elektro-Mucke geben; Der Rest soll sich langsam aufbauen. Auch welcher Hase das Logo des Clubs wird, ist noch nicht entschieden. Zur Zeit tummeln sich an verschiedenen Stellen des Clubs unterschiedliche Entwürfe.

Jetzt geht es erst einmal darum, den Laden zum Laufen zu bringen. Und damit das funktioniert wünscht Christoph sich erstmal nur eins: "Drei Monate schlechtes Wetter."

Mehr dazu:

White Rabbit
Leopoldring 1-3
In der Unterführung

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 19-2 Uhr
Freitag und Samstag: 19-3 Uhr
Für Partys sollen Sperrzeitverkürzungen beantragt werden.