Flipperclub Basel: Wo Du flippern kannst, bis Deine Finger bluten

Nicolas Bettinger

Was? Du kennst den guten alten Flipperautomaten nicht mehr? Dann wird es höchste Zeit das verstaubte Geschicklichkeitsspiel wieder aufleben zu lassen. In der Schweiz eröffnet am 19. März der "Flipperclub Regio Basel" und bietet Nostalgikern und Neu-Interessierten die Chance an modernen Automaten und echten Sammlerstücken die Kugeln springen zu lassen. Also ab über die Grenze und flippern bis die Finger bluten!



Zugegeben, bei "Flippern“ denken die meisten von uns an Glücksspielsüchtige, die alkoholisiert in ihrer Stammkneipe um Geld zocken. Noch Ahnungslosere verbinden das mit dem sympathischen TV-Delfin aus Kindertagen. Der Flipperautomat, der vor allem in den 80er-Jahren viele Fans hatte, ist in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.


Nun machen sich sieben "Gefährten“ aus der Schweiz auf, dem Kultspiel wieder Glanz zu verleihen. Einer von ihnen ist Niklaus Stirnimann. Der Chef des Clublokals war wie alle seiner Kollegen als Teenager leidenschaftlicher Flipperfan und hat sein Taschengeld in jeden Automaten gesteckt.

"Wenn man mal erwachsen wird, geht so ein Hobby leider verloren“, sagt der Basler. Vor einigen Jahren bekam er dann einen alten Flipperkasten geschenkt und entdeckte seine alte Liebe neu. Die sieben Mitglieder freuen sich nun, ihren Club mit rund 50 echten Raritäten den Fans endlich präsentieren zu können.

Erster regulärer Spiele-Nachmittag/Abend

Ab dem 19. März findet einmal monatlich ein Wochenende für Flipper-Begeisterte statt. An dem jeweiligen Freitag und Samstag hast Du unterschiedliche Möglichkeiten:

- Tagesmitgliedschaft: 20 Schweizer Franken (ca. 18,30 Euro)

- Member: bezahlen einmalig 25 Franken für die Jahresmitgliedschaft und eine Eintrittsgebühr  von 15 Franken pro Abend/Tag, erhalten außerdem ein Freigetränk pro Eintritt

- Gold-Member: bezahlen einmalig 175 Franken für die Jahresmitgliedschaft und haben jederzeit freien Eintritt zu den Spieleabenden/Tagen und ein Freigetränk pro Eintritt

Bist Du einmal im Flipperparadies, dann kannst Du so lange zocken wie Du willst! Die Automaten schlucken dann nämlich keine Münzen, sondern sind frei zugänglich.

Flippern? Wie geht das nochmal?

Vereinfacht gesagt, geht es beim Flippern darum, mit zwei Knöpfen  Hebel zu bewegen und damit Kugeln in spezielle Felder zu stoßen. Dabei besteht immer die Gefahr, die Kugeln zu verlieren, wenn sie beispielsweise in seitliche Ausläufe aus dem Spiel rollen.

Je länger eine Kugel im Spiel bleibt, desto größer ist die Chance Ziele zu treffen und Punkte zu sammeln. Letztendlich ist es einfach ein lustiger Zeitvertreib. Ausprobieren!

"Medieval Madness“ und „AC/DC“

Der Flipperclub in Basel stellt die blinkenden und tutenden Geräte mit echter Liebe zur Verfügung. "Alle Automaten stammen zu 100 Prozent aus unserem eigenen Besitz“, sagt Stirnimann. Dementsprechend sind auch ältere Kandidaten dabei, an denen die Besitzer wöchentlich herumschrauben.

"Wir treffen uns zwei Mal die Woche. Einen Tag zum Spielen, einen zum Reparieren.“ Der Spiel-Club ist zugleich auch Museum für echte Nostalgiefans. Flipperautomaten aus den 30er-Jahren bis hin zu neuen Modellen finden hier ein Zuhause. „Zu den beliebtesten Exemplaren gehören der "Medieval Madness“ und der "AC/DC“-Flipper“. Für Kenner keine Neuigkeit. Für Neulinge lohnt es sich, sich einfach auf das Abenteuer einzulassen! Erstgenannter Flipper kostet bis zu 10.000 Schweizer Franken. Echte Profi-Geräte also!

Sollten die öffentlichen Wochenenden große Erfolge werden, dann wird das Lokal unter Umständen
auch häufiger für Interessierte aufmachen. Bis dahin müssen sich Flipperer mit den monatlichen Spieleabenden begnügen. Für Privatveranstaltungen kannst Du die Location übrigens auch mieten.

Profis, Neulinge und ein kühles Bier

Wenn Niklaus Stirnimann und seine Kollegen über ihre "Babys“ reden, dann wissen sie wovon sie sprechen. Immerhin sind mehrere Mitglieder in den Top 10 der Schweizer Flipper-Rangliste zu finden. "Mein Kollege belegt Platz 3 der Schweiz, ich bin Neunter in der Landestabelle“, sagt Stirnimann, der regelmäßig an Turnieren teilnimmt.

Die Gründer freuen sich aber nicht nur über professionelle Flipperfans ihrer Generation. Für Samstag Nachmittag ist der Club extra für Familien und Kinder reserviert. Profis und Neulinge können sich also begegnen und messen.

Und auch für trockene Kehlen haben die Organisatoren eine Lösung. "Wir haben einen großen Kühlschrank mit Getränken und führen dazu eine Strichliste“, sagt der Schweizer. Flipperlokal, Flippermuseum oder Spieleparadies: einfach ein “Ort, wo das Verlorene wieder belebt werden kann.“

Mehr dazu:

Was: erster regulärer Flipper-Spiele-Nachmittag/Abend
Wann: 19. März, Samstag, 16 Uhr bis ca. 1.00 Uhr (ab April dann einmal monatlich Freitag und Samstag - Termine: siehe Website)
Wo: Clublokal Handwerk Stadt BL, Grabenackerstrasse 8, Münchenstein, 4142 Basel, Schweiz
Tickets: Anmeldetalon [Fotos: Niklaus Stirnimann/ZVG]