Fleißige Bienchen beginnen ihr Wintersemester

Stella Kaltenbach

Der Stadthonig kommt nun auch zu den Studierenden. Im Institutsviertel an der Stefan-Meier-Straße gibt es seit Mai einen Bienenplatz.

Wer sich Wissen einverleiben will, der sollte den Stadthonig von Roland Kälble probieren. Denn seit Mai sammeln fleißige Bienchen Nektar und Pollen im Institutsviertel. Der Bienenplatz befindet sich auf einem leicht erhöhten, begrüntem Flachdach zwischen Mensa und Stefan-Meier-Straße, die jedoch für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. 20 Bienenvölker sind dort zurzeit in so genannten Bienenbeuten untergebracht.


Während Studierende auch im Winter lernen und arbeiten müssen, legen Bienen eine Pause ein. Sie fallen jedoch in keinen Winterschlaf, sondern rücken ganz eng zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Diese Konstellation nennt man Wintertraube. Die aufgewärmten Bienen im Innenbereich lösen die Bienen außen immer wieder ab, sodass keine erfrieren muss. Nur die Königin bleibt stets im Zentrum der Wintertraube.

Video: Imker Roland Kälble zeigt, wie Bienen zur Welt kommen



Um die Temperatur im Bienenstock zu erhöhen, erzeugen die Bienen mit ihren Flügeln ein Muskelzittern. Diese Bewegungen erwärmen die Lufttemperatur und sorgen für Sommertemperaturen um die 30 Grad in der Wintertraube. Da die Bienen im Winter für mehrere Monate ihr Bienenstock nicht verlassen, müssen sie reichlich Vorräte im Frühling und Sommer sammeln.

Dieses Jahr haben die Universitätsbienen bereits den Stadthonig und den Freiburger Waldhonig gesammelt. Dabei sind die kleinen Tierchen bis in das Roßkopfgebiet geflogen. Wenn wir also an einem kalten Wintertag ein Glas heiße Milch mit Honig trinken, dann sollten wir an die Bienen denken, die mit viel Mühe die goldene Flüssigkeit hergestellt haben, um den Winter zu überleben.
2011 startete Roland Kälble das Projekt Bee2go. Sein Ziel: Den Stadthonig auch in Freiburg durchzusetzten. Inzwischen hat er schon über 94 Bienenvölker an mehreren Standorten in der Stadt.