Flashmob: Solidarität mit Syrien

Hengameh Yaghoobifarah

Samstag, Bertoldsbrunnen, 14 Uhr. Die Welt scheint still zu stehen, zumindest auf knapp 20 Quadratmetern der Freiburger Innenstadt. Mit Plakaten, zugeklebten Lippen oder zugebundenen Augen stehen ungefähr 100 Personen starr, sie stehen, knien oder sitzen auf dem Boden. Dann sind Schussgeräusche zu hören und plötzlich fallen sie alle nieder, als wären sie tot. Was da los war:

Um die Menschen auf dem Boden haben sich zahlreiche Passanten versammelt. Es werden Fotos oder Videos gemacht, die Aufschriften der Schilder werden gelesen und vor allem wird geschwiegen. Mit einem Pfiff der Ordner wird das Ganze dann um genau 14:07 Uhr aufgelöst, jeder geht wieder seine Wege.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – größtenteils Jugendliche oder Studierende, aber auch vereinzelt ältere Menschen – haben sich zu einem Flashmob versammelt, um mit den Demonstranten in Syrien zu solidarisieren. Dort werden seit einem Jahr Menschenrechte verletzt und Proteste gewaltsam unterdrückt. Das besondere war, dass die Veranstalterinnen von vornherein die Religionsneutralität klargestellt haben. Somit ging es nur um den Einsatz für die Menschenrechte und nicht um das Beziehen politischer Parteien.

Die symbolische Inszenierung ist sehr gut gelungen, es war nur schade, dass viele Passanten das Geschehen ignoriert haben und die eigentliche Stille, welche die Situation würdigen sollte, untergegangen ist.

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