SC Freiburg

Fix: Philipp wechselt für 20 Millionen Euro zu Borussia Dortmund

René Kübler

Die Verhandlungen haben sich hingezogen – aus gutem Grund: Fußball-Bundesligist SC Freiburg muss Maximilian Philipp zwar zu Borussia Dortmund ziehen lassen, erzielt aber eine Rekordablösesumme von 20 Millionen Euro.

Bislang war Papiss Demba Cissé der teuerste Abgang der Freiburger. Newcastle United überwies 2012 die stolze Summe von 12 Millionen Euro an den Sportclub, um sich die Dienste des senegalesischen Torjägers zu sichern. Auch Borussia Dortmund war schon einmal bereit, viel Geld für einen SC-Profi zu investieren: 2014 wechselte Matthias Ginter für 10 Millionen Euro zum BVB.


Um ein Vielfaches übertroffen werden diese Summen nun beim Vereinswechsel von Maximilian Philipp. Das Gesamtvolumen des Transfers ist in den vergangenen Tagen nochmal in die Höhe geschossen, liegt nun nicht mehr bei 14 bis 16 Millionen, sondern offenbar tatsächlich bei 20 Millionen Euro.

"Maximilian Philipp kam als 18-jähriger Spieler zu uns und hat über die Freiburger Fußballschule den Weg in die Bundesliga geschafft", sagt SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach. "Natürlich fällt es uns nicht leicht, einen Spieler wie Maximilian Philipp ziehen zu lassen, andererseits ist sein Werdegang bei uns ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie sich Spieler beim SC weiterentwickeln können. Wir bedanken uns ganz herzlich bei ihm für diesen tollen gemeinsamen Weg."

Wohin fließen die Einnahmen?

Ein Teil der enormen Einnahmen – hinzu kommen sechs Millionen Ablöse für Vincenzo Grifo (Borussia Mönchengladbach) – wird in den Stadionneubau fließen. Priorität hat zunächst aber die Kaderplanung für kommende Saison.

Eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen dürfte die Verletzung von Marco Reus gespielt haben. Der Dortmunder Nationalspieler hat sich eine Kreuzbandverletzung zugezogen und fällt mindesten vier bis fünf Monate, wahrscheinlicher sogar noch länger aus. Reus’ insgesamt schwierige Verletzungshistorie bewog die Dortmunder verantwortlichen nun offenbar, hochwertigen Ersatz zu besorgen. Ein Umstand, den SC-Sportvorstand Jochen Saier im zähen Ringen um den 23 Jahre alten Philipp offenbar geschickt auszunutzen wusste. Dass Klubs wie RB Leipzig und englische Vereine ebenfalls an Philipp interessiert waren, stärkte die Freiburger Verhandlungsposition.



"Wir freuen uns, in Maximilian Philipp einen im In- und Ausland umworbenen Spieler für uns gewonnen zu haben. Er ist im offensiven Mittelfeld vielseitig einsetzbar, abschlussstark und hat eine glänzende Perspektive", wird BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf der Vereinshomepage zitiert.

Beispiel für die kluge Arbeit des SC Freiburg

Der gebürtige Berliner Philipp ist ein weiteres Beispiel für die kluge Entwicklungsarbeit des SC. Als der damals 18-Jährige bei Energie Cottbus nicht vorwärts kam, sicherten sich die Breisgauer die Dienste des talentierten Offensivspielers. 2013 wechselte Philipp ablösefrei Richtung Breisgau, um für die U 19 und später die Amateure des SC Freiburg aufzulaufen. Im April 2014 debütierte Philipp mit einem Kurzeinsatz beim 0:2 in Stuttgart in der Bundesliga, einen Monat später unterschrieb er beim Sportclub seinen ersten Profivertrag.



Sein Debüt im Nationaltrikot gab Philipp am 3. September 2014 bei der 0:1-Niederlage der U-20-Nationalmannschaft in Elversberg gegen die Auswahl Italiens. Aktuell bereitet er sich mit der deutschen U-21-Auswahl auf die EM in Polen vor. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison kam Philipp 25 Mal zum Einsatz, erzielte neun Tore und bereitetet drei vor.

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