Fitnesshelfer im Netz

Eva Hartmann

Im Internet wimmelt es von immer neuen Diskussionsforen, Social Networks und anderen Plattformen, auch zum Thema Fitness. Leider hat nicht jeder, der abnehmen, seine Ernährung umstellen oder fitter werden will, die Unterstützung einer so tollen Community hinter sich wie eva mit fudder. Für all die anderen hat sich unsere Gewichtshalbiererin im Internet umgesehen und stellt im Folgenden drei Motivationsangebote vor.

Traineo

Was ist die Grundidee?

Die Plattform traineo ist eine Art virtuelles und vor allem Community-orientiertes Trainings- und Diät-Logbuch. Dank Sponsoringverträgen mit namhaften Firmen wie BIOTHERM und Podfitness kann sie kostenlos genutzt werden.

Wie funktioniert's?

Auf traineo kann man exakt über seine sportlichen Aktivitäten Buch führen und seine Ernährungsgewohnheiten für die Selbstkontrolle festhalten. Außerdem gibt's Motivation anderer Community-Mitglieder. Im Idealfall aktualisiert man täglich seine Statistiken und gibt an, wie viel von welcher Sportart man mit welcher Intensität ausgeübt hat, wie gut man seine Diät eingehalten hat und wie viel man abgenommen hat.

Jedes Mitglied hat die Option, sich für andere Mitglieder als Motivator zur Verfügung zu stellen; man kann sich dann bis zu vier Motivatoren aussuchen.



Die halten ein Auge auf die Trainingserfolge ihrer Schützlinge, um dann gute Erfolge zu loben und einen in schlechteren Zeiten anzufeuern. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich Gruppen zu bestimmten Themenschwerpunkten anzuschließen und an Diskussionen im Forum teilzunehmen.

Für wen ist es geeignet?

Traineo eignet sich nur für Menschen, die Spaß an Community haben. Damit man traineo im Sinne der Betreiber richtig nutzen kann, muss man sich erst einmal in die Community einarbeiten. Das heißt: An Forendiskussionen teilnehmen, in Gruppen aktiv werden, schließlich Bekanntschaften schließen, um so auch wirklich engagierte Motivatoren zu bekommen. So gehört traineo auch in die Riege der social networks und ähnlich, wie bei beispielsweise myspace oder auch im StudiVZ scheinen hier wahre Wettbewerbe um die höchste Anzahl an Leuten auf der eigenen Freundesliste zu entbrennen.

Kritik?

Mit der Grundidee, durch Selbstkontrolle und Unterstützung der Motivatoren Abnehmerfolge zu erreichen, bietet traineo insgesamt ein interessantes Konzept. Kritisch muss jedoch die Art und Weise betrachtet werden, auf die traineo beispielsweise verbrannte Kalorien „berechnet“: Bei der Dokumentation seines täglichen Workouts gibt man den Grad der Anstrengung des abgeleisteten Sportprogramms an; daraus und aus der Art des Sports „berechnet“ traineo dann den angeblichen Kalorienverbrauch.

Die Zahlen, die dabei herauskommen, sind derart unrealistisch, dass sie nicht einmal als Richtwert dienen können.

Fazit?

Traineo basiert auf einer interessanten Grundidee und greift dafür auf das bewährte Web2.0-Community-Konzept zurück. Alles nicht schlecht, aber eben nicht jedermanns Sache. Wer sich darüber jedoch im Klaren ist, für den ist traineo sicherlich eine gute Unterstützung bei Training und Abnehmen.



My Food Diary

Was ist die Grundidee?

My Food Diary basiert auf der Annahme, dass Diäten im Sinne einer vorübergehenden Einschränkung des Ernährungsplans nicht funktionieren können. Anstatt sich Diäten auszusetzen, seinem Körper damit unter Umständen wichtige Vitamine und Mineralstoffe vorzuenthalten, immer wieder den Jojo-Effekt zu erleben und so schließlich stets aufs Neue Frustrationserlebnisse zu erleiden, plädiert My Food Diary für eine dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, hin zu einem gesunden Lebensstil.

Wie funktioniert's?

Wie der Name bereits vermuten lässt, fungiert My Food Diary als Tagebuch der eigenen Essgewohnheiten. Täglich verfasst man einen Tagebucheintrag, in dem man auflistet, was man zu sich genommen hat. Hierbei kann man aus einer Datenbank von über 40 000 Lebensmitteln wählen.

Das Tool berechnet dann, wie viele Kalorien man zu sich genommen hat, analysiert die Menge der aufgenommenen Vitamine und gibt anhand des Ergebnisses Tipps zur weiteren Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten und Vorschläge für ein passendes Sportprogramm.

In regelmäßigen Abständen werden einem die Erfolge der Ernährungsumstellung anhand von Zusammenfassungen vor Augen geführt.



Auch bei My Food Diary gibt es eine Communitiy, Interessengruppen und Diskussionsforen. Jedoch scheinen die sozialen Aspekte hier nicht so sehr im Vordergrund zu stehen und eher optionaler Natur zu sein.

Für wen ist es geeignet?

Wer von Diäten die Nase voll hat, sein Leben generell gesünder und verantwortungsbewusster gestalten will, findet in My Food Diary ein hilfreiches Tool zur Dokumentation und Selbstkontrolle seiner Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und bekommt die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern der Plattform auszutauschen.

Kritik?

My Food Diary ist nicht kostenlos: 9 US-Dollar pro Monat ist die Mindestrate für einen Standardaccount. Als Gegenleistung werben die Betreiber mit Datenschutzgarantie und der stets neuesten Anti-Hacker-Software. Die Fotos, auf denen My Food Diary für sich wirbt, könnten ob des Eindrucks der betont glückseligen Leichtigkeit eines „Lebens mit My Food Diary“auf manche Menschen einen etwas zweifelhaften Eindruck machen.

Fazit?

Wem die Dienste von My Food Diary neun Dollar pro Monat Wert sind, der findet in dort ein einfaches Tool zur Dokumentation und Analyse seiner jeweiligen Ernährung und eine Anleitung zu dauerhaft gesünderem Leben. Dies ist zwar mit Sicherheit komfortabler und einfacher, als sich zu Hause mit Stift und Papier hinzusetzen und eigenständig Nährwerttabellen auszuwerten und Kalorienverbrennung auszurechnen; ob es jedoch auch effektiver ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.



PEERtrainer

Was ist die Grundidee?

Der Grundgedanke ist, dass der Erfolg eines gesunden Lebens im Kopf anfängt. Davon ausgehend verspricht PEERtrainer, die Denkweise seiner Mitglieder bezüglich Ernährung und Sport zu ändern.

Wie funktioniert's?

Bei PEERtrainer steht wieder der Communitygedanke im Vordergrund. Als Mitglied dieser kostenlosen Plattform soll man täglich seine Mahlzeiten und seine sportlichen Aktivitäten protokollieren, welche von anderen Mitgliedern eingesehen und kommentiert werden können.

So soll ein gewisser Druck entstehen, der einen selbst zur Einhaltung einer gesunden Lebensweise anspornt und motiviert.

Zur Unterstützung werden Kalorien- , Nährwert- und Rezeptdatenbanken angeboten. Entsprechend des grundlegenden Community-Gedankens läuft ein Großteil der Aktivitäten bei PEERtrainer innerhalb von Interessengruppen und Diskussionsforen ab.

Zur Erreichung konkreter Ziele wie etwa „Bikinifigur 2007“, oder „1000 Meilen laufen für Brustkrebs“ kann man sich entsprechenden Teams anschließen.



In regelmäßigen Abständen wird einem besonders aktiven und/oder erfolgreichen Mitglied besondere Aufmerksamkeit gewidmet: In der Rubrik „Spotlight“ kann man dann die Trainingserfolge dieses Mitglieds bestaunen und sich davon wiederum motivieren lassen.

Für wen ist es geeignet?

Wer kein absoluter Community-Liebhaber ist, wird mit PEERtrainer kaum Freude haben. Diese Plattform ist wirklich nur für Leute geeignet, die ohne Austausch und der Unterstützung Dritter gar nicht auskommen und seine eigenen Erfahrungen gern mit denen anderer vergleicht.

Wem die Motivation durch „Leidensgenossen“ für den persönlichen Erfolg notwendig scheint, der könnte hier an der richtigen Adresse sein.

Kritik?

Letztendlich scheint PEERtrainer nicht viel mehr zu sein, als eine groß dimensionierte, themenorientierte Community. Die einzelnen Elemente des Tools scheinen nur locker miteinander verbunden zu sein, es lässt sich kein strukturiertes System erkennen.

Fazit?

PEERtrainer bietet verhältnismäßig wenig; die Plattform kann nicht überzeugen. Ein gutes Argument, weshalb die Dienste von PEERtrainer besser sein sollten, als beispielsweise der Austausch mit der „Community“ Sportverein oder der Beratung durch qualifizierte Trainer im Fitnesstudio, ist nicht offensichtlich.

Gesamtfazit

Insgesamt geht natürlich nichts über den Abnehm-Support, den die fudder-Community liefert, klar. Doch nicht nur deshalb kann keine der vorgestellten Plattformen vollständig überzeugen.

Von den drei hier aufgeführten scheint traineo die sinnvollste zu sein: Sie kostet kein Geld und bietet das ausgereifteste Konzept. Je nach persönlicher Neigung können derlei Plattformen eine hilfreiche Unterstützung zur Erreichung der eigenen Ziele darstellen.

Letztlich muss man die Leistung aber selbst erbringen und sollte die Erfolge seiner Diät, Ernährungsumstellung oder seines Fitnessprogramms grundsätzlich nicht von irgendeinem OnlineTool abhängig machen.