Fire Eagle: Sag mir, wo du bist

Nikolai Worms

Fire Eagle ist Yahoo's neuer Service zur mobilen Nutzung verschiedener Webdienste. Erst füttert man den fire-eagle-Server per Handy mit den momentanen Positionsdaten. Auf diese Informationen können dann andere Services zugreifen - natürlich immer vom Nutzer kontrolliert.



Was fire eagle kann

Nach einer Anmeldung können Nutzer ihren derzeitigen Standpunkt an fire eagle schicken. Das funktioniert entweder per Handy (SMS oder automatisiert, beispielsweise mit Navizon), über Zweitanbieter (z.B. Facebook-Applikation) oder direkt auf der Website. Mit den Standortdaten können, vom User kontrolliert, eine Vielzahl von Services bedient werden – sei es ein Widget im Blog, eine Facebook-Applikation oder ein Plazes-Account.

So hält man Freunde und Bekannte über den derzeitigen Aufenthaltsort auf dem Laufenden oder lässt sich Informationen und Tipps zur Umgebung anzeigen. Dazu kann der Nutzer seine Standortdaten, von fire eagle vermittelt, verschiedenen Services wie Outalot.com, eKit.com oder Lightpole.net  zugänglich machen, die dann über die nächstgelegenen Restaurants, Geschäfte und Kinos informieren oder Reisetipps geben.



Auch für mobile oder ortsbezogene soziale Netzwerke bietet sich fire eagle an. Mit Brightkite.com kann man beispielsweise verfolgen, welche User sich an demselben Orte aufhalten, oder welche Freunde sich gerade in der Nähe befinden.

Eine Frage des Datenschutzes

Während sich Marketingstrategen die Hände reiben dürften ("Location-based Services"), schlagen Datenschützer diese wohl eher über dem Kopf zusammen. Yahoo geht offensiv mit den Bedenken um und versucht, diese auf der Website von vornherein auszuräumen. Man wirbt mit einem sicheren Server und absoluter Kontrolle der Nutzer über die persönlichen Daten. So kann man als fire-eagle-Nutzer festlegen, wie detailliert die Daten zu Yahoo übertragen werden sollen: Genauer momentaner Standpunkt, Nachbarschaft, Stadt, Region oder Land. Auch der Zugriff der Drittapplikationen auf die Daten kann leicht ein- und ausgeschaltet werden und muss regelmäßig von neuem bestätigt werden.



Fraglich ist trotzdem, dass die Daten nicht von fire eagle kontrolliert, sondern auch an Drittanbieter weitergegeben werden. Und wie der Datenschutz in deren jeweiligen Geschäftsbedingungen gehandhabt wird – darüber wird sich wohl, trotz kurzem Hinweis von Yahoo, kaum ein User informieren. Vorsichtshalber schließt Yahoo jedenfalls schon mal alle durch Drittanbieter entstehenden Schäden aus.

Hat der Nutzer das automatische Positions-Update auf seinem Handy angestellt und externen Applikationen den Zugriff erlaubt, dann kann man etwa auf dem Blog oder bei Facebook bequem die Route nachverfolgen. Fire eagle speichert zwar momentan nur den jüngsten Standort, kündigt aber schon mal an, dass die Speicherung der Bewegungsdaten bei Interesse der User bald möglich sein könnte.

Weiterentwicklung

Der Service baut auf die Entstehung einer Entwicklergemeinde, die weitere Services anbindet und selbst Nutzungsmöglichkeiten für die Daten entwickelt. Die Entwickler können über eine Schnittstelle auf die Daten zugreifen, müssen sich aber an einen von Yahoo vorgeschriebenen "Code of Conduct" halten. Dieser legt zum Beispiel fest, dass der User über die Verwendung seiner Daten informiert werden muss. Außerdem sind mobile Applikationen verboten, die den Standort des Nutzers zwar übertragen, dies aber auf dem Handy nicht kenntlich machen.

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