Filmfestival für die Generation Praktikum

Philipp Aubreville

Mit Filmen, Hörspielen, Aktionskunst und Vorträgen geht das Filmfestivsal "Work in Progress" der Frage nach, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird. "Gerade für uns Studenten ist die Frage nach der persönlichen 'Arbeit für die Zukunft' ja eine, die praktisch alle sehr beschäftigt", sagt Mitorganisator Hinnerk Feldwisch vom aka Filmclub im fudder.de-Gespräch.



Worum geht es beim "Work in progress"-Festival?

Kurz gesagt: Um die Zukunft der Arbeit! Es ist ein von den Freunden der Deutschen Kinemathek initiiertes Projekt: 37 Gruppen wurden in ganz Deutschland aufgefordert, Filmfestivals mit vertiefenden Veranstaltungen durchzuführen - mit Förderung der Kulturstiftung des Bundes. In Freiburg haben wir vom aka-Filmclub und dem Kommunalen Kino die Möglichkeit bekommen, ein recht vielseitiges Filmfestival zu den aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt auszutragen. Alle Details sind unter http://www.workinprogress-freiburg.de zu finden. Dabei haben wir für praktisch alle Filmvorführungen durch Kooperationen mit verschiedensten Gruppen aus dem Dreiländereck begleitende Vorträge, Diskussionen und Regisseurgespräche organisiert, bei denen dann genauer z.B. auf die Situation von Studierenden eingegangen wird.

Was war eure Motivation, dieses Thema anzuschneiden?

Gerade für uns Studenten ist die Frage nach der persönlichen "Arbeit für die Zukunft" ja eine, die praktisch alle sehr beschäftigt - insbesondere aufgrund der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt. Hier wollten wir gerne einige Aspekte beleuchten, wie z.B. die sogenannte "Generation Praktikum" mit dem Film "Dunkler Lippenstift macht seriöser", zu dem auch die gerade mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Regisseurin Katrin Rothe kommen wird. Eine zentrale Idee war der Kurzfilmwettbewerb, den wir ausgeschrieben haben. Wir haben Leuten aus der Region eingeladen, ihre Ideen und Vorstellungen über die "Arbeit in Zukunft" zu Film zu bringen.
 

Die gezeigten Filme werfen ja zahlreiche Fragen auf. Was geben sie für Antworten?

Bei fast allen Filmen kommt zum Ausdruck, dass sich die Arbeitswelt derzeit stark verändert. Weltweite Veränderungen haben direkte Auswirkungen auf den persönlichen Arbeitsalltag, worauf viele der Filme aufmerksam machen. Allerdings geben die meisten Filme nur eine Gegenwartsbeschreibung, so dass jeder seine eigenen Antworten finden muss. Unser Ziel war es auch, keine vorgefertigten Antworten zu geben, sondern hier vor Ort eine Diskussion anzustossen, wie mit den Diskussionsrunden nach den Filmen oder mit dem Kurzfilmwettbewerb.

Ihr probt bei dieser Veranstaltungsreihe auch erweiterte Kinoarbeit, z.B. indem ihr auch Aktionskunst oder Hörspiele mit einfließen lasst. Glaubt ihr das gerade diese Thematik so besser vermittelt werden kann, oder nutzt ihr die Reihe, um generell mal neue Methoden auszuprobieren?

Mit dem Work-in-Progress-Festival wollten wir nicht nur die herkömmliche Erwerbsarbeit thematisieren, sondern auch über unsere "Arbeit" - die Kulturarbeit - nachdenken und uns überlegen, wie die Zukunft einer erweiterten Kinoarbeit aussehen könnte. So haben wir auch völlig unabhängig vom Medium Film die Absagentur aus Berlin eingeladen, die am 2. Juli im KG II der Uni ihren Stand aufbauen wird. Bei der Absageagentur handelt es sich um ein Aktionskunstprojekt aus Berlin, das einen Kontrapunkt zu den vielen Absagen darstellen soll, die von den Konzernen verschickt werden. Die Absageagentur dreht den Spieß um und gibt die Gelegenheit, prekären Stellenangeboten selbst eine Absage zu erteilen!

Angenommen, ich kann nur einen Film sehen: Welchen würdest du empfehlen?

Ein sehr beeindruckender Film ist "Der Wald vor lauter Bäumen" (am 21.6.), bei dem eine junge Lehrerin auf ihrem für sie schweren Weg zu ihrer ersten Arbeitsstelle begleitet wird. Jedoch sollte sich in unserem Programm hoffentlich für jeden etwas finden lassen - nicht zuletzt im Kurzfilmfestival am 25.6., bei dem man sich überraschen lassen kann, wie die Filmemacher aus der Region sich die Zukunft der Arbeit vorstellen.

Mehr dazu:

Work in Progress-Filmfestival: Website & Programm Was: Work in Progress Filmfestival
Wann: Bis zum 21.07.07
Wo: aka Filmclub, KG II der Universität Freiburg, HS 2006 & Kommunales Kino, Urachstr. 40