Filmdreh im Geier: "Das wird eine Delikatesse"

Aljoscha Harmsen

Wer heute durch die Belfortstraße gegangen ist, hatte allen Grund, stutzig zu werden: Strahler beleuchten die Szenekneipe Geier von Außen, dichte Rauchwolken, Headsetträger, Schauspieler, Komparsen und eine Kamera auf Schienen füllen ihn von Innen. Heute war der erste Drehtag für den Arthouse-Film "Vom Atmen unter Wasser".



"Wir erzählen eine traurige und ernste Geschichte. Dafür wollten wir nicht auch noch ein trauriges, sondern ein besonders schönes Umfeld haben. Deswegen drehen wir in Freiburg", sagt Produzent Hans-Hinrich Koch, 37.  Außerdem wird das Projekt mit Geldern der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gefördert.


"Freiburg hat ein sehr anspruchsvolles und im Filmgeschmack sehr geschultes Publikum. Dafür stellen wir, wenn man so möchte, eine Delikatesse her", erklärt Koch, der selbst drei Jahre in Freiburg Jura studiert hat.

Das Familiendrama Vom Atmen unter Wasser handelt von einem jungen Studenten, der um den Zusammenhalt seiner Familie kämpft. Diese droht  auseinander zu brechen, nachdem seine Schwester auf dem Rückweg von einer Party ermordet wird.



Heute wird im Geier ein Dialog gedreht. Die Kneipe ist voller Produktions-Mitarbeiter, die sich durch künstliche Rauchschwaden unterhalten; Der Film scheint also in Freiburg vor dem 1. August 2007 zu spielen. Eine Schiene für die Kamera führt bis zu einem kleinen Holztisch, an dem einer der Schauspieler sitzt. Die Szene wird durchgesprochen, vorbereitet, es herrscht viel Gewusel.

"Dass wir im Geier drehen, liegt nicht an seiner Geschichte als linke Szenekneipe. Wir waren auf der Suche nach einer Location, die die Atmosphäre der Szene, die wir hier drehen wollen, ausstrahlt. Deswegen haben wir uns für diese Kneipe entschieden", sagt Koch.

"Die Produktion ist ein Arthouse-Film, der fürs Kino gedacht ist. Alle künstlerischen Entscheidungen vom Licht bis zu den Schauspielern sind für die große Leinwand getroffen worden."

Die Hauptrollen spielen Adrian Topol, Andrea Sawatzki, Thorsten Merten und Paula Kahlenberg. Regie Führt Winfried Oelsner, der zuletzt "Tsunami" gedreht hat.



Der Dreh wird sechs Wochen dauern und ist eine Low-Budget-Produktion von SWR und Arte. Der gesamte Film wird in und um Freiburg spielen, wobei auch auf dem Belchen und dem Schauinsland gedreht wird. Produziert wird der Film von Ludwigsburger AV Independents Film & TV GmBH.

Zur Zeit wird ebenfalls der Film "Schattenwelt" in Freiburg gedreht.

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