Film der Woche: No Country For Old Men

Alexander Ochs

Der neue Film der Coen Brothers ("Fargo", "The Big Lebowski") wurde mit Preisen überschüttet und frisch mit vier Oscars gekrönt. "No Country For Old Men" oszilliert zwischen Neo-Noir-Thriller und Westernballade. Eine düstere Orgie der Gewalt – und doch ein lakonisches und philosophisches Meisterwerk.



Am Anfang stehen eine Ladung Heroin und ein Koffer voller Geld. Und dann erwacht das Tier in dir: die Gier. Die Jagd kann beginnen. Und sie wird kein gutes Ende nehmen.


Irgendwo im Texas der 80er Jahre. Mitten in der Wüste entdeckt der Vietnam-Veteran Llewelyn Moss (Josh Brolin) beim Jagen den Schauplatz eines grausamen Verbrechens. Offensichtlich ein geplatzter Deal. Neben blutüberströmten Leichen und röchelnden Todgeweihten stößt er auf einen Koffer mit zwei Millionen Dollar.

Er schnappt sich das Geld und setzt damit eine Spirale der Gewalt in Gang, der er nicht entkommen kann. Als er seine Süße verlässt, gibt er ihr auf den Weg: „Falls ich nicht zurückkomme, sag meiner Mutter, ich liebe sie.“ – „Deine Mutter ist tot, Llewelyn.“ – „Na gut, dann sag ich’s ihr selber.“ Der lakonische Humor der Coen Brothers.



Es läuft der vor Spannung knisternde Neo-Noir-Thriller „Ein Mann auf der Flucht“, voller perfekt inszenierter Verfolgungsjagden und nervenzerfetzender Duelle Mann gegen Mann. Llewelyn wird nicht nur von wilden Mexikanern gesucht, sondern auch vom psychopathischen Killer Anton Chigurh (Javier Bardem), einem eiskalten, sinnlos mordenden Unheimlichen mit 70er-Jahre-Matte und Bolzenschussgerät. Der alte Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) hinkt immer der Blutspur hinterher.



Langsam und ruhig, fast ganz ohne Musik, entfalten die Brüder Joel und Ethan Coen ihre düstere und tragikomische Westernballade nach dem Roman von Cormac McCarthy, in der die Gewalt jede Sekunde blutspritzend aufblitzen und wie eine Naturgewalt über die Menschen hereinbrechen kann. Genial erzählt mit staubtrockenem Humor, brillant gefilmt in beige-bräunlichen Bildern, getragen von einem überirdisch guten Schauspielerensemble. Ein beeindruckendes und bedrückendes Meisterwerk, das keine Antworten gibt, sondern Fragen aufwirft. Wieso? Woher kommt diese Gewalt? Woher diese Gier im Menschen? Das bleibt dem Publikum überlassen.

Sheriff Bell: „Die Verbrecher heutzutage kann man nur schwer fassen. Nicht, dass ich Angst davor hätte. Ich wusste immer, man muss bereit sein zu sterben, wenn man diesen Job machen will.“



„No Country For Old Men“ ist ein weiteres Meisterwerk der Hollywood-Wunderkinder Joel und Ethan Coen, dessen Brutalität und Spannung einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Ein handwerklich perfekter Film mit rabenschwarzem Humor und lakonisch-philosophischem Tiefgang, voller skurriler Parallelen und Zitate. Definitiv nichts für schwache Gemüter!

fudder-Bewertung

Anspruch

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Gagdichte

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Action

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Spannung

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Schauspielerische Leistung

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Story

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Kamera

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Musik

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