Film der Woche: Krabat

Jonas Nonnenmann

Die sorbische Sage von Krabat, einem Betteljungen, der als Müllerslehrling die schwarze Magie lernt, wurde in der Romanaufzeichnung von Ottfried Preußler ein echter Jugendbuchklassiker. Jetzt wurde das Buch durch Marco Kreuzpaintner verflimt. Jonas hat sich den Film für Euch angeguckt.



Stellt euch vor, ihr könnt unsichtbar sein und  fliegen. Mitten im Krieg seid ihr stark wie Superman, und jeder feindliche Soldat zittert vor euch. Was für ein größeres Machtgefühl könnte es geben. Der einzige Haken: Liebe und Freiheit sind tabu.


Vor diesem Dilemma steht auch der 14-jährige Bettlerjunge Krabat (David Kross). Als er der geheimnisvollen Stimme der Raben folgt, weiß er davon allerdings noch nichts. Seiner Eingebung folgend, landet er bei einer Mühle, in der er von dem Meister schon erwartet wird, einem Mann, dem verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder wohl eher nicht anvertrauen würden (Christian Redl).



Dieser bildet Krabat und die übrigen 11 Lehrlinge nicht nur im Müllerhandwerk, sondern auch in den Kniffen der Schwarzen Magie aus, und Krabat lernt, sich wie die anderen in einen Raben zu verwandeln. Nachts kommt Gevatter Tod vorbei und liefert Knochen ab, die von den Jungen zu Mehl verarbeitet werden.

Als sein bester Freund Tonda (Daniel Brühl) unter mysteriösen Umständen stirbt, begreift Krabat:  die Macht, die er besitzt hat ihren Preis. Denn Tonda musste sterben, weil er verliebt war. Nun könnte Krabat der nächste sein, denn auch er hat sich in eine Schönheit aus dem Nachbardorf verguckt (Paula Kalenberg). Die einzige Chance der beiden: Kantorka, seine Liebe, muss ihn beim Meister freibitten. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn die 12 Gesellen zusammenhalten und ihr gegenseitiges Misstrauen überwinden. Doch das  ist einfacher als gesagt denn der Meister verspricht dem, der Kantorka  vor ihrer Ankunft ausliefert, die Freiheit.



Hierin liegt die Stärke der Story: Liebe ist stärker als Macht, Freundschaft wichtiger als der Umstand, die eigene Haut zu retten. Und manchmal muss man genauer hinsehen, um die Wahrheit zu erkennen.

Wegen des Lerneffekts und der eindeutigen Moral erinnert  Krabat, der Film an ein Märchen. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Geschichte einem echten historischen Hintergrund folgt-  der Zeit des 30-jährigen Krieges, des Hungers und der Pest. Keineswegs sollte man den Fehler begehen, Krabat in die Schublade der Kindergeschichten zu stecken. Denn obwohl der Film für  ältere Kinder und Jugendliche gut geeignet ist, lohnt sich der Kinobesuch auch für Erwachsene.



Allerdings werden  die Zuschauer enttäuscht sein, die ein Action-Feuerwerk erwartet haben. Denn Regisseur Marco Kreuzpaintner verzichtet weitgehend auf  Effekte, wohl, um den Inhalt zu betonen. Und auch der erwartete innere Konflikt Krabats bleibt aus, weshalb das Ende etwas abrupt wirkt.

Trotzdem fühlt man sich als Zuschauer im Bann der düsteren Stimmung: das liegt an der passablen Leistung der Schauspieler, aber auch an der gewaltigen Landschaft Transsylvaniens, die als Drehort passender nicht sein könnte.

Fazit: Harry Potter war einmal. Höchste Zeit, dass dieser bereits millionenfach verkaufte Kinderbuchklassiker endlich verfilmt wurde. Sehenswert auch für Erwachsene!



fudder-Bewertung

Anspruch



Gagdichte



Action



Spannung



Schauspielerische Leistung



Story



Kamera



Informationsgehalt



Musik





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Trailer: Krabat

Quelle: YouTube