Film der Woche: Iron Man

Stephan Elsemann

Iron Man ist nach den Erfolgen von X-Men, Blade und Spiderman die erste Marvel-Comicverfilmung, die die Firma selbst produziert hat – mit einigen Überraschungen bei der Besetzung der Hauptrollen. Stephan hat sich unseren Film der Woche angesehen



Tony Stark ist ein großes Kind. Seine Matchbox-Sammlung besteht aus richtigen Autos; sein Spielzimmer ist zugleich Erfinderstube für allerlei Waffen, mit denen er extrem viel Geld verdient. Robert Downey jr. spielt den Tony Stark, einen Kriegsgewinnler mit dem Whiskeyglas in der Hand. Ein Daniel Düsentrieb, James Bond und Howard Hughes zugleich ist Stark, aber einer, der sich wandeln wird. Downey ist großartig in der Rolle. Man nimmt ihm den erotomanischen Kindskopf ab, aber auch den zynischen Alkoholiker. Das ist nicht selbstverständlich.


Ein wilder Junge wie er braucht jemanden, der gut auf ihn aufpasst, damit er nicht unter die Räder kommt. Pepper Potts – sie ist Sekretärin, Kumpel und Mami zugleich. Und weil sie von Gwyneth Paltrow verkörpert wird, ahnt man schon, dass sie mehr mit sich und Tony vorhat, als Moneypenny zu bleiben, vergeblich zu schmachten und die Spielsachen aufzuräumen.



Wie es schließlich zur Wandlung von Tony kommt, wird furios erzählt. Verletzt und gekidnappt wird er, bei der Präsentation eines neuen Raketenwerfers in Afhanistan. Islamische Warlords – einmal mehr als tumbe Karikaturen gezeichnet – sind’s, die seine neue Waffe haben wollen. Zum Schein spielt er mit, baut aber statt der Waffe eine Art Ritterrüstung mit Düsenantrieb, um sich zu befreien. Die Flucht gelingt. Der Prototyp des Iron Man ist geboren.

Doch lebensgefährdende Metallsplitter wandern in seinem Körper umher und bedrohen sein Herz. Dass er überhaupt eins hat, entdeckt er erst im Moment, wo es in Gefahr ist. Und so, wie Tony ist, ersetzt er gleich das ganze Herz durch ein kleines Kraftwerk, das nun in einer Blechdose in seiner Brust steckt.

Eine Herzenswandlung wurde vollzogen und sie hat Tony geläutert. Er schwört dem Waffenhandel ab, um sich ganz seiner neuen Erfindung zu widmen, dem Iron Man. Das gefällt vielen nicht, allen voran Obadiah Stane. Tonys Geschäftspartner und väterlicher Freund wird von Jeff Bridges gespielt – und wer noch den zauseligen Lebowski vor Augen hat, wird ihn kaum wiedererkennen, so streng mit Glatze und Rauschebart. Dämonisch wirkt er und spätestens, wenn sich Obadiah eine dicke Zigarre ansteckt, wissen wir, er ist der Böse – als einziger Raucher im Film.

Und so beginnt der Film nach dem ersten Drittel zwar nicht zu langweilen, aber was nun kommt, ist so unterhaltsam wie absehbar. Wir dürfen zuschauen, wie Tony seinen Iron Man zur Perfektion bringt, Pepper endlich als Frau entdeckt und Obadiah Stane, den bösen Ersatzvater, tötet. Papi umbringen und Mami lieb haben, das hatten wir ja auch schon mal.

Großen Spaß macht der liebevoll ironische Umgang mit dem ganzen technischen Schnickschnack, wieder mal gibt’s einen sprechenden Computer, hier mit leicht tuntigem Unterton, und auch der übereifrige Löschroboter sorgt für prima Stimmung im Kinosaal.

In einer der schönsten Szenen muss Pepper Tonys Herzkraftwerk austauschen – wegen eines Wackelkontaktes. Wie sie mit ihrer Hand leicht angeekelt im glibbrigen Dunkel des Brustkorbs vom hilflosen Tony nach den richtigen Drähten sucht, das ist lustig und auch ein bisschen sexy.



fudder-Bewertung

AnspruchTIPP:

GagdichteTIPP: TIPP: TIPP: TIPP:

ActionTIPP: TIPP: TIPP:

SpannungTIPP: TIPP:

Schauspielerische LeistungTIPP: TIPP: TIPP: TIPP:

StoryTIPP: TIPP: TIPP:

KameraTIPP: TIPP: TIPP:

Informationsgehalt
TIPP:

Musik TIPP: TIPP: TIPP:



Mehr dazu:

http://fudder.de/index.php?id=273" titel="">