Film der Woche: Im Tal von Elah

Christian Beller

Jeder kennt die Geschichte von David, der mit seiner Steinschleuder den Riesen Goliath bezwang. Gemäß der biblischen Erzählung fand dieser ungleiche Kampf im Tal von Elah statt. Genauso verzweifelt wie der kleine Hirtenjunge ringt nun Tommy Lee Jones als trotziger Vietnam-Veteran in Paul Haggis’ neuem Antikriegsdrama um die Wahrheit und das eigene Weltbild.



Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) ist ein Patriot wie er im Buche steht. Für sein Land ist er einst in den Vietnam-Krieg gezogen, seine Söhne hat zu Soldaten erzogen und er ist darauf bedacht, dass jeden Tag die amerikanische Flagge richtig gehisst wird.


Einen Sohn hat er schon bei einem Hubschrauberunglück und nun erhält er die Nachricht, dass sich sein verbliebener Sprössling, der gerade aus dem Irak zurückgekehrt ist, unerlaubt vom Stützpunkt entfernt hat und nicht zurückgekommen ist. Kurzentschlossen macht er sich auf den Weg zur Militärbasis in New Mexico, um nach dem verlorenen Sohn zu suchen. Kurze Zeit später wird irgendwo am Straßenrand eine verstümmelte und verkohlte Leiche gefunden, bei der es sich natürlich um den Sohn des Ex-Offiziers handelt.

Im Tal von Elah“ erzählt vordergründig von der Aufklärung eines Verbrechens, vielmehr handelt der Film allerdings von dem schmerzhaften Verlust des Glaubens an die eigenen Ideale und Weltvorstellungen. Je tiefer sich die Hauptfigur in das Geheimnis der schrecklichen Tat verstrickt, je klarer sich das Bild von Täter und Motiv darstellt, umso mehr Fragen tauchen auf, umso mehr Werte gehen verloren.



Eine tragende Rolle bei den Ermittlungen, spielt eine zerstörte Videoaufnahme, die der Kriegsveteran auf dem Fotohandy seines Sohnes findet. Mit Hilfe eines Technikers werden die Bild- und Tonreste Stück für Stück zu einem sinnvollen Ganzen rekonstruiert, genauso wie die Tat an sich.

Wie schon bei seinem oscarprämierten Regiedebüt L.A. Crash beleuchtet Regisseur Paul Haggis auch hier viele unterschiedliche, auf den ersten Blick wenig zusammenhängende Teilstücke und fügt sie am Ende zusammen. So bleibt der Film bis zum Ende spannend, obwohl der Film mit extrem reduzierten Mitteln erzählt wird. Er ist viel mehr Charakterstudie als Thriller und daher sind es auch die ruhigen Momente und kleinen Details, die haften bleiben. Wenn sich Deerfield zum Beispiel die Hosen glättet indem er sie über eine Bettkante zieht oder sich ein Stückchen Klopapier auf die Wunde klebt nachdem er sich beim Rasieren geschnitten hat, sagt das mehr aus als tausend Worte.



Der Film ist allen voran eine Meisterleistung von Tommy Lee Jones, der nach seinem eigenen Regiedebüt „Three Burials“ und dem fantastischen „No Country For Old Men“ einmal mehr seine Paraderolle als stoischer und unnachgiebiger, harter Kerl mit einem gewissen Weltschmerz und desillusionierten Blick auf die Dinge verbindet.

Prominent besetzt sind auch die Nebenrollen. Susan Sarandon als trauernde Mutter hätte man gerne mehr Szenen gewünscht, während man Charlize Theron die Rolle als Polizistin leider nicht ganz abnehmen kann. Insgesamt ein sehenswerter Film, der vergleichbaren Kriegsheimkehrerdramen wie „Home Of The Brave“ um Längen überlegen ist. Tommy Lee Jones ist großartig und die von wahren Begebenheiten inspirierte Geschichte ist interessant und spannend erzählt, nur die plakative Schlussszene hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Das hätte man sich auch sparen können.



fudder-Bewertung

Anspruch

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Gagdichte

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Action

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Spannung

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Schauspielerische Leistung

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Story

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Kamera

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Musik

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Mehr dazu:

Im Tal von Elah: Website & imdb