Film der Woche: Illuminati

Jonas Nonnenmann

Acht Millionen Exemplare von Dan Browns Thriller 'Illuminati' wurden weltweit verkauft und sicher auch gelesen. Verfilmt wurde der Roman nun - wie schon sein Vorgänger 'Da Vinci Code' - von Ron Howard mit Tom Hanks in der Hauptrolle des, und wieder geht es um eine geheimnisvolle Bruderschaft. Jonas hat den Film für fudder angeguckt.



Verschwörungstheorien funktionieren wie Klatsch: meist enthalten sie einen wahren Kern, um den ein Netz aus Vermutungen und aufregenden Unwahrheiten gespannt wird. Außerdem sind sie vor allem deshalb so beliebt, weil sie so unterhaltsam sind.


Dan Browns Bestseller 'Illuminati' jedenfalls ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, nimmt es aber mit historischen Tatsachen nicht allzu genau. Und Regisseur Ron Howard machte es sich zur Aufgabe, die 700 Buchseiten in einen 140-minütigen Hollywood-Knaller zu packen.

Dabei blieben zwangsläufig einige Details auf der Strecke –was in dem Fall aber nicht schadet weil es der Leinwandversion gelingt, die beiden wichtigsten Aspekte des Romans zu übertragen. Einerseits ist das die Spannung, andererseits die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Wissenschaft und deren Streit darum, wer das Geheimnis der Schöpfung knacken darf.



Schon die Eingangsbilder beschäftigen sich mit diesem Konflikt. Erster Schauplatz ist der Vatikan, wo der gerade verstorbene Papst beigelegt wird. Dann schwenkt die Kamera nach Genf, wo Wissenschaftler des Forschungszentrums CERN dabei sind, den Urknall nachzuspielen. Dabei erzeugen sie Antimaterie, deren Sprengkraft jede Atombombe in den Schatten stellt.

Dieses Zeug fällt – so scheint es - in die Hände des Illuminati-Ordens, jenes sagenumwobenen Geheimbundes von Freidenkern und Wissenschaftlern. Die haben der Kirche den Krieg erklärt, wenn man den Verschwörungstheorien Glauben schenkt.



Ihre Drohung: als Rache für die Verfolgung von Wissenschaftlern durch die Inquisition soll die gesamte Vatikanstadt in die Luft fliegen. Um dem Nachdruck zu verleihen, ermordet ein Assassine (gut gespielt von Nikolaj Lie Kaas) Stunde für Stunde einen der potenziellen Nachfolger des verstorbenen Pontifex.

Diese Morde folgen einem Plan, den nur Schriftexperte Robert Langdon, bekannt aus dem Da Vinci Code, zu entziffern vermag. Gespielt wird der von einem Tom Hanks in Höchstform, dem die Rolle des trockenen Wissenschaftlers auf den Leib geschneidert ist wie sein grauer Anzug. Ohne mit der Wimper zu zucken, eilt Langdon zusammen mit Kollegin Vittoria Vetra (Ayelet Zurer) von einem bestialischen Mord zum nächsten.



Und weil die Story genug hergibt, bleibt im Film richtigerweise mehr Platz für ruhige Bilder als für spektakuläre Actionszenen. Trotzdem vermag die Kameraführung auf eindrucksvolle Art und Weise Stimmung zu erzeugen, was vor allem an den gekonnten Perspektivwechseln liegt.

Dabei hätte der Regisseur auch anders gekonnt- schließlich bietet die Buchvorlage einige effektheischende Szenen, die im Film ausgelassen wurden. Dazu zählt, dass Langdon zum Schluss in Mac Gyver-Manier aus einem Stück Stoff einen Fallschirm bastelt, vom Hubschrauber springt und sich in den Tiber rettet. Solche Szenen zu übernehmen, hätte lächerlich gewirkt und die Macher haben gut daran getan, sie auszulassen.



fudder-Bewertung

Anspruch



Gagdichte



Action



Spannung



Schauspielerische Leistung



Story



Kamera



Informationsgehalt



Musik





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Trailer: Illuminati

Quelle: YouTube