Fiese Zecken

Anselm Müller

Freiburg und der Südschwarzwald sind Hochrisikogebiete, was fiese Zecken anbelangt. Bisher habe ich die Warnungen ignoriert, doch beim Biken habe ich jetzt selbst Bekanntschaft mit drei kleinen Blutsaugern gemacht ? und leide unter Borreliose, was bedeutet: 20 Tage lang Antibiotika. Damit die Wahrscheinlichkeit kleiner wird, dass euch Ähnliches widerfährt, habe ich ein paar Infos zusammengestellt:

Unsere Wälder, Wiesen und Gärten sind voll von Zecken. Wir haben im Ländle ganz spezielle Zecken, ein Drittel von ihnen übertragen den Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis-Erreger. FSME ist eine Form der Gehirnhautentzündung. Weiterhin verbreiten Zecken folgende Krankheiten: Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose, Rickettiosen, Rocky Mountain Spotted Fever und Zeckenlähmung.


Da ich FSME-geimpft bin, machte ich mir nach dem Biken keine Sorgen wegen einer Ansteckung. Zwei der drei Einstiche waren nach eineinhalb Wochen weg. Der dritte Stich, den ich einen Tag später bemerkte, blieb und es entstand nach zwei Wochen eine faustgroße Rötung. Geschockt durch die Größe und das Wissen um den Stich, begab ich mich in die Notfallambulanz. Die tätige Ärztin teilte mir mit, dass es sich wohl um eine allergische Reaktion eines Insektenstichs handle, obwohl ich ihr vom Zeckenbiss berichtete.

Nach weiteren vier Tagen und einer weiteren Vergrößerung der Rötung ging ich zum Hautarzt. Dieser schaute sich ganze zwei Sekunden meine Rötung an und diagnostizierte Borreliose, also: 20 Tage Antibiotika nehmen. Die Krankheit kann bei Nichterkennung extrem gefährlich werden, insofern hatte ich Glück. Es gibt keinen absoluten Schutz gegen Zecken. Doch diese Prophylaxeliste zeigt, wie ihr euch effektiv gegen Zecken schützen könnt:
  • Aufenthalt in Risikogebieten möglichst meiden (Waldrand, Wald, Unterholz, Gärten, Wiesen)

  • FSME-Impfung (Sie wird komplett von der Kasse übernommen, kostet auch keine zehn Euro Praxisgebühr, wenn ihr sagt, dass ihr nur eine Vorsorgeimpfung haben wollt und keine Impfberatung!!)

  • Geschlossene Kleidung (Lange Ärmel und Hosen, Socken über Hose ziehen, sieht zwar “Sch?.” aus, ist aber wirksam)

  • Helle Kleidung; Zecken sind dunkel, lassen sich also leichter erkennenInsektenabweisende Mittel verwenden, helfen für kurze Zeit

  • Insektenabweisende Mittel verwenden, helfen für kurze Zeit

  • Nach Aufenthalt in Gefahrengebieten ganzen Körper untersuchen, wenn die Zecke schon nach wenigen Stunden entdeckt wird, kann man sich nicht mit Borreliose anstecken, da die Krankheit insgesamt 24 Stunden Inkubationszeit benötigt

  • Besondere Aufmerksamkeit auf Kniekehlen, Zehenzwischenräume, Axelhöhlen, Arme, Kopf und Schritt legen. Zecken bevorzugen dünne Haut und warme Hautstellen.

  • Zecke mit Pinzette (nicht mit der Hand) sofort entfernen. Nicht drehen, kein Kleber oder Öl verwenden, sondern die Zecke ungefähr eine Minute mit der Pinzette herausziehen. Sie lässt dann von alleine los!!! Bei allen anderen Arten des Herausziehens, greift bei der Zecke ein Abwehrmechanismus und sie gibt erregerhaltige Flüssigkeit in die Bissstelle ab.

  • Bissstelle mit Desinfektionsmittel abwischen

  • Sollte Rötung/Entzündung nach Biss eine Woche später noch sichtbar sein, Arzt aufsuchen und ihm vom Zeckenbiss berichten

  • Bei plötzlich auftretender Müdigkeit, Gliederschmerzen oder Taubheitsgefühlen (können erst mehrere Monate nach Biss auftreten) zum Arzt gehen und sich auf Borreliose untersuchen lassen. Borreliose kann über einen ziemlich langen Zeitraum im Körper “schlummern” und plötzlich ausbrechen!

  • Es können auch wandernde Rötungen (nach Biss) auftreten, die an verschiedenen Körperstellen auftreten, auch hier sofort zum Arzt gehen

  • Wenn man mit Antibiotika behandelt wurde, sollte man trotzdem drei Monate später nochmals zum Arzt gehen und einen Bluttest auf Borreliose durchführen

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