Feuertornados im Schul-Labor gezähmt und erforscht

Konstantin Görlich

Man braucht nicht unbedingt einen Großbrand, um Feuertornados zu untersuchen. Am Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach geht das im Labor. Drei Schüler haben einen Versuchsaufbau entwickelt, um dem faszinierenden, aber wenig erforschten Phänomen auf den Grund zu gehen. Mit Video:



Feuertornados entstehen, wie der Name schon sagt, wenn Luftverwirbelungen, zum Beispiel an Ecken von Gebäuden, mit einem Brand zusammentreffen oder durch diesen entstehen. Asche, Glut und heiße Gase werden in die Höhe gerissen, die Flammen können höher als 20 Meter werden, es entstehen Geschwindigkeiten bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Solch ein Feuerteufel ist selbsterhaltend, seine Wirkung ist verheerend. Was liegt da näher, als das ganze mal in der Schule auszuprobieren?


"Gefährlich ist der Tornado im Versuchsaufbau natürlich nicht.“ versichert Jakob Ohm (17). "Die Flamme reichte nur selten und wenig über das einen Meter hohe Drahtgitter hinaus.“ Gemeinsam mit Maximilan Burgert (18) und Jannick Thoma (16) tritt er mit dem Experiment bei Jugend forscht an. Sie haben ihr Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach nicht abgefackelt und auch alle Augenbrauen sind noch dran.



Der Versuch ist vor allem eines: spektakulär. Darum sind Feuertornados häufig Bestandteil von Show-Vorlesungen in der Physik. Bei einer solchen in Basel kamen die Jungs auf die Idee, denn der Versuch ist zwar bekannt, das Phänomen jedoch erstaunlich wenig erforscht. Jetzt nicht mehr, denn das Team hat über 100 Versuche durchgeführt, gefilmt und mit einer eigens selbst entwickelten Videotrackingsoftware analysiert.

Die Rotation der Luft erzeugen sie mit einem sich auf einer Platte drehenden Zylinder aus Maschendraht. In der Mitte steht eine Schale mit Brennpaste. "Je schneller die Platte sich dreht, desto höher wird der Tornado. Ist sie jedoch zu schnell, so löscht der Luftstrom sie. Je feiner die Drahtmaschen, desto mehr Luft wird beschleunigt und desto höher die Flamme,“ fast Jakob einen Teil der Ergebnisse zusammen. Das Faszinierende daran zeigt ein Video:



Mehr dazu:

Was: Regionalwettbewerb Südbaden – Jugend forscht
Wann: Dienstag und Mittwoch, 3. und 4. Februar 2015
Wo: Rothaus-Arena der Messe Freiburg
Eintritt: frei  

Disclosure

Fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zwölften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG. Wir versorgen euch von heute an wieder mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht.