S-Bahn-Haltestelle Bellevue

Feuer in Sonderzug mit Fans des SC Freiburg in Berlin – drei Verletzte

Markus Hofmann & Karl Heidegger

Am Samstagabend ist in Berlin ein Feuer in einem mit 700 Fans des SC Freiburg besetzten Sonderzug ausgebrochen. Der Zug wurde evakuiert, mindestens drei Menschen zogen sich Verletzungen zu.

Nach dem Auswärtsspiel des SC Freiburg bei Union Berlin befand sich der mit 700 Freiburger Fans besetzte Zug am Samstagabend gegen 20:15 Uhr auf der Rückfahrt nach Freiburg. Auf Höhe der Berliner S-Bahn-Haltestelle Bellevue stoppte der Sonderzug schon wenige Minuten nach Beginn der Fahrt. Über eine Durchsage wurden die Fans aufgefordert, den Zug zu verlassen.


Waggon in Flammen – Großaufgebot im Einsatz

Wie Insassen des Zugs der BZ bestätigten, ist der komplette Sonderzug evakuiert worden. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr gab es drei leichtverletzte Personen. Sie wurden durch Rauchvergiftungen verletzt und in Krankenhäuser gebracht.

Augenzeugen zufolge waren Feuerwehr und Polizei mit einem Großaufgebot und mehr als einem Dutzend Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Auch Helikopter flogen über dem Einsatzort. In einem Bericht der Berliner Morgenpost sind Fotos zu sehen, wie einer der Waggons komplett in Flammen steht.

Gegen 22 Uhr war der Brand gelöscht. Sämtliche Waggons waren geräumt worden, ebenso zwei Berliner S-Bahnen, die zeitgleich mit dem brennenden Zug in den Bahnhof eingefahren waren. Der Nah- und Fernverkehr auf der Strecke wurden gestoppt, der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt.



Der Freiburger SC-Fan Tobias Sailer (20) schilderte der BZ telefonisch gegen 21 Uhr die Evakuierung: "Wir haben aus dem Fenster geschaut und Rauch gesehen. Kurz danach kam eine Durchsage, dass es in Wagen 2 brenne. Wir sollen alle aussteigen."

Zum Zeitpunkt des Telefonats befanden sich Hunderte SC-Fans auf einer Brücke beim Bahnhof Bellevue im Berliner Westen, nicht weit entfernt vom Amtssitz des Bundespräsidenten. Der Sonderzug, laut Sailer "ein älteres Modell", war am frühen Samstagmorgen um 2 Uhr vom Freiburger Hauptbahnhof Richtung Berlin aufgebrochen. Organisiert worden war die Zugfahrt nach Informationen der dpa in Eigeninitiative von der SC-Fangruppe Supporters Crew Freiburg.

Brandursache war wohl ein technischer Defekt

Die Ursache des Brandes ist noch unklar. Mehrere Zuginsassen berichteten laut Tobias Sailer, dass eine Heizung wenige Minuten nach Beginn der Fahrt in Brand geraten sei. Auch die Berliner Polizei geht von einem technischen Problem aus. "Im Moment spricht alles für einen technischen Defekt", sagte Polizeisprecher Martin Halweg am späten Samstagabend gegenüber der Badischen Zeitung. "Andere Erkenntnisse liegen uns nicht vor". Abschließend geklärt sei die Frage allerdings noch nicht: Eine Begehung des Brandortes sei noch nicht möglich gewesen.

Die mitreisenden SC-Fans seien von Kräften der Berliner Polizei und der Bundespolizei zum Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt geleitet worden, erklärt Halweg weiter – dieser liegt nicht weit vom S-Bahnhof Bellevue entfernt. Halweg spricht von einer "ruhigen, entspannten, friedlichen" Atmosphäre bei dem etwa zwei Kilometer langen Fußmarsch.

Ihre Rückreise mussten die Betroffenen selbst organisieren, eine Weiterfahrt des evakuiertes Zuges ist ausgeschlossen. Laut einer Pressemitteilung des SC Freiburg nutzen manche Fans einen ICE kurz vor Mitternacht zur Heimreise, andere verbrachten die Nacht auf den Sonntag in Hotels. Auch Tobias Sailer jedenfalls ging kein Risiko ein – der Elektriker und ein Kumpel buchten einen Flug für den Sonntag.

Die Schweizer Zentralbahn, deren Zug bei der Sonderfahrt zum Einsatz kam, hat eine Übernahme der Reisekosten der betroffenen Fans zugesagt. Der Verein Supporter Crew Freiburg, der den Sonderzug organisierte, bedankt sich bei Union Berlin ausdrücklich für das Angebot, Notunterkünfte für die Freiburger Fans bereit zu stellen.

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