Freiburg

Feuer im Knast – Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

BZ-Redaktion & Simone Höhl

In einer Zelle des Freiburger Gefängnisses hat es gebrannt. Der Insasse konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Die Feuerwehr wurde am Dienstagabend kurz nach 21.45 Uhr per Notruf alarmiert, dass es in der Freiburger Justizvollzugsanstalt im Stadtteil Herdern brennt. Der Brand war in einer Zelle im Erdgeschoss ausgebrochen. Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, hatten Vollzugsbeamte den 28 Jahre alten Häftling bereits befreit. Laut Polizei blieb er unverletzt.


Verbrannte Laken auf der Matratze

Nachdem der Brand gelöscht war, fanden die Ermittler auf der Matratze komplett verbrannte Bettlaken und Kleidungsstücke. Die Kriminalpolizei übernahm die Untersuchung.

"Wir ermitteln wegen Brandstiftung", erklärte am Mittwochvormittag Laura Riske von der Polizei – ob fahrlässig oder vorsätzlich sei noch unklar. Die Polizei hat gegen den 28-jährigen Insassen schon früher einmal wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Schließer begleiten Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehr war mit acht Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften angerückt. Wenn’s brennt, müssen sie nicht erst lange Sicherheitskontrollen hinter sich bringen. "Wir gehen nicht alleine rein", erklärt Philipp Golecki vom städtischen Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Die Feuerwehrleute werden im Einsatz von Schließern der JVA begleitet, sogenannten Feuerwehrlotsen, die ebenfalls Schutzkleidung tragen.

"Der Brand selbst war überschaubar", sagt Golecki, "aber es rauchte sehr." Der komplette Zellentrakt war verqualmt und wurde geräumt. Der Rettungsdienst musste alle 22 Insassen wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung untersuchen. Der Polizei zufolge war niemand verletzt.

10.000 Euro Schaden

Die Feuerwehr blies den Rauch aus dem Trakt, der bis auf die Zelle mit dem brennenden Bettzeug wieder genutzt werden konnte. Kurz nach 23 Uhr konnten die letzten Kräfte von Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen aus Herdern und Zähringen wieder abrücken. Den Schaden am Gebäude schätzt die Polizei grob auf 10 000 Euro.

Zuletzt hatte es vergangenen Dezember in der JVA gebrannt. Bei dem Feuer in der Krankenstation war ein 20-jähriger Häftling lebensgefährlich verletzt worden. Auch damals gingen die Ermittler von Brandstiftung aus.