Fernsehen online schauen: Die besten Tools und Websites

Christoph Müller-Stoffels

Das Fernsehen ist tot. Seine Zeit ist vorbei. Es ist nicht mehr zeitgemäß. Es mangelt ihm an der Interaktivität des Web 2.0. Beim Fernsehen kann man nicht mitmachen. So die immer wiederkehrenden Phrasen der Internet-Generation. Und trotzdem: Auch im Internet gibt es eine Nachfrage nach TV. Es wimmelt an Möglichkeiten, online fernzusehen. Filme und Serien gibt es on demand, viele Kanäle kann man über den Computer kostenlos empfangen.



TV-Kanäle im Netz

So tot das Fernsehen auch sein mag, die Bemühungen der Sender, sich dem Internet anzubiedern, sind groß. ARDund ZDFverfügen über Mediatheken, mit denen man Clips und ganze Sendungen nachverfolgen kann. Die großen Privatsender versuchen, über Videoportale wie Clipfishoder YouTubedie Internetkundschaft zu erreichen. Viel interessanter sind aber Anwendungen, mit denen man sich die Sender per Live-Stream auf den Computer holen kann.

Das beste Angebot
für den deutschen Markt hierfür hat Zattoo. Einfach anmelden, ein kleines Programm herunterladen, und schon kann man 108 Fernseh- und Radiokanäle kostenfrei empfangen. Darunter sind das ZDF, die ARD und ihre Regionalsender. Aber auch das DSF, kleinere deutsche und größere europäische Sender sind im Programm. Und eben Radio.

Der TVU-Player bietet die vielleicht größte Auswahl weltweit. Die Themenspanne umfasst von Politik über Wissenschaft, Sport und Religion quasi alles. Ein Cricket-Spiel zwischen Indien und Neuseeland, alte Kung-Fu-Filme, Comedy – wer Englisch versteht, wird hier glücklich. Noch mehr hat nur noch TVChannelsFree im Programm, angeblich 3700 Sender, wobei manche Angebote nur zu den erwähnten Mediatheken führen.

Für Sportereignisse ist MyP2P die Anlaufstation. Nach Sportarten (elf Sportarten plus „andere“) geordnet, zeigt die Site einem, was wo gerade live gespielt wird. Livestation bietet News aus verschiedenen Weltgegenden in ansprechender Qualität.

Der OnlineTV5-Player ist nur dann empfehlenswert, wenn man den Polizeifunk aus Huntsville, Alabama, nicht verpassen möchte. Den und andere Funkkanäle kann man hier unter anderem hören. Ansonsten ist der Player eher mau. Um den Überblick nicht zu verlieren, empfiehlt sich ein Blick auftvtv.de. Die Site bietet das Fernsehprogramm von 500 Sendern. Bis in jede noch so kleine Sparte hinein kann man das Angebot verfolgen und seine Tage danach ausrichten.

Filme und Serien online

Wem der Sinn eher danach steht, Filme oder Serien zu schauen, ohne an die zeitliche Vorgabe der Sender gebunden zu sein, findet ebenfalls im Netz, was er oder sie sucht. Die größten Anbieter kommen aus den USA und heißen Huluund Sling. Problematisch ist nur, dass die verantwortlichen Medienanbieter die Angebote in den Staaten halten wollen. Wer die Seiten von außerhalb der USA ansurft, dem wird der Zugriff verweigert.

Allerdings kann man diese Sperre mit Programmen wie Hotspot Shield,UltraSurf oder Gpassumgehen. Eine kleine Anwendung herunterladen, die die IP-Adresse verschleiert. [Anleitung: How to watch movies and shows on Hulu and Sling from abroad]

Wem das zu anstrengend ist, der kann bei TheTVBay oder Alluc glücklich werden. Während TheTVBay eher für Serien steht, finden sich bei AllucSerien und Filme in unterschiedlicher Qualität. Zuweilen wird man zu einer chinesischen Variante von YouTube weitergeleitet und mit PopUp-Werbung bombardiert.

Nicht zu vergessen in dieser Auflistung ist Joost, das vor etwa zwei Jahren mit großem Tamtam als Revolution angekündigt wurde. Joost verlangt inzwischen nicht mehr den Download eines Players, sondern zeigt online neueste Sport- und Musikclips oder auch alte Charlie-Chaplin-Episoden. Die Revolution bleibt bisher aus, aber die Qualität ist ansprechend.

An Dokumentarfilmen bietet SurfTheChannel vieles, auch über Dokus hinaus. Von einem Film über die Geschichte des Science-Fiction-Fernsehens bis zu einem Beitrag über eine Welt ohne Wasser ist hier vieles zu finden. Die Qualität ist schwankend.

 

Die rechtliche Seite

Bei Zattoo, Livestation, Joost, Hulu und Sling ist die rechtliche Situation ziemlich eindeutig. Die Anbieter dürfen, was sie machen und nutzen nicht die rechtliche Verwirrung im Internet. Hulu beispielsweise gehört mit News Corp und NBC Universal zwei Mediengroßmächten, die ihre eigenen Inhalte unters Volk bringen.

Bei anderen Angeboten wie TheTVBay oder Alluc sieht das schon anders aus. Immerhin weist Alluc den Surfer darauf hin, dass er gegebenenfalls die Seite verlässt und die Betreiber keine Verantwortung für die (im Kino in mäßiger Qualität abgefilmten und dann irgendwo ins Internet gestellten) Filme übernehmen. Wer sich hiermit nicht wohlfühlt, sollte lieber die Finger davon lassen.

Was für alle Angebote unumgänglich ist, ist eine schnelle Internetverbindung, sonst ist das Gucken kein Spaß. Sei es wegen der Ladegeschwindigkeit, sei es wegen ruckelnder Bilder, sei es, weil die Anwendung gar nicht öffnet. Ist diese Hürde aber übersprungen, kann man das Fernsehen im Internet in all seinen Facetten aufleben lassen wann immer man will.

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