Ferienjobs: Risiken und Nebenwirkungen

Christoph Müller-Stoffels

Die Ferien sind die Zeit, das große Geld zu machen. Mit dieser Hoffnung stürzen sich Jahr für Jahr Schüler und Studenten in mehr oder minder lukrative und ansprechende Ferienjobs. Die Berliner Zeitung gibt einen Überblick, was man bei der Jobsuche beachten sollte. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Wer darf einen Job annehmen, wo gibt es Arbeitsangebote, wie viel darf man verdienen und was ist mit Steuern und Versicherungsbeiträgen? Viele Fragen müssen beantwortet werden, ehe man im bürokratiebegeisterten Deutschland den Finger rühren kann. Schüler zum Beispiel dürfen erst einen Vollzeit-Job annehmen, wenn sie mindestens 15 Jahre alt sind. So lange sie unter 18 Jahre alt sind, dürfen sie nicht mehr als acht Stunden täglich und 40 Stunden in der Woche arbeiten. Ab dem 18. Geburtstag sind 50 volle Arbeitstage erlaubt, davor nur 20.


In den 50 Tagen dürfen Schüler unbegrenzt dazu verdienen. Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge müssen nicht bezahlt werden, da man in der Regel über die Krankenkasse der Elternversichert ist. Für Studenten sieht es da anders aus. Zwar dürfen auch sie bis zu einem Einkommen bis zu 7679 Euro steuerfrei arbeiten, wenn die Marke erreicht ist, müssen allerdings Steuern bezahlt werden und der Anspruch auf Kindergeld verfällt. Studentenwerk und Bafög-Amt können hier aber noch detailierter weiterhelfen.

Es ist nicht immer ganz einfach, überhaupt einen Job zu finden, wenn man sich bei der suche nur auf die Arbeitsagenturen verlässt. Viele Jobs werden gar nicht erst gemeldet und sind nur mit Vitamin B zu bekommen. Auch decken viele Betriebe typische Schülerjobs zunehmend über Ein-Euro-Jobber und Pauschalisten ab. Deshalb ist Eigeninitiative gefragt. Wer selbst sucht und sich bewirbt, vermittelt auch den Eindruck von Engagement. Das kommt bei jedem Arbeitgeber gut an. Auch die Agentur für Arbeit informiert über freie Stellen, das Studentenwerk dagegen ist nur für Studenten da. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) berät erwerbstätige Studenten zu arbeitsrechtlichen Fragen.
Besonders in der Gastronomie sind in der Ferienzeit besonders an Wochenende kurzfristige Aushilfen händeringend gesucht. Aber egal ob man kellnert, am Fliesband steht, sich im Call-Center die Lippen fusselig redet oder als Pinguin verkleidet durch die Stadt läuft, auf eines sollte man immer achten - den Arbeitsvertrag. Denn ohne gültigen Arbeitsvertrag kann aus dem Traum vom großen Geld schnell schlecht bezahlte Quälerei werden.

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