Fast ne Zeit

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass langsam die heiße Phase der Fastenzeit beginnt? Neben den Mono- seien hier auch alle A- und sonstigen -theisten darauf hingewiesen, dass bald Ostern gefeiert wird. Und in der Zeit vor Ostern findet traditionell eine Phase des Verzichtes statt.

So müsst ihr alle in den nächsten zwei Wochen auf diese wunderbare kleine Kolumne verzichten, denn der lobo (also ich) gönnt sich mal wieder eine feiertäglich-ausgedehnte, weil auch verdiente, Auszeit.


Deshalb gibts hier zum kurzzeitigen Abschied noch eine kleine Fabel, die mir vor kurzem zu Ohren kam:

Die Tiere des Waldes erfahren aus sicherer Quelle, dass Meister Petz, der unbeschränkte Herrscher, eine Liste angelegt hat, auf der alle Tiere stehen, die er demnächst töten will.

Als erstes traut sich das Reh, und begibt sich zu des Bären Höhle. Auf die vorsichtige Frage, ob diese berüchtigte Liste auch wirklich existiere, holt der Bär einen Zettel aus der Felltasche und antwortet:"Allerdings." "Steh ich da auch drauf?" fragt das Reh daraufhin ängstlich. Nach kurzem Suchen findet der Bär das Reh auf der Liste und nickt eindeutig. Das Reh jedoch rennt wie der Wind davon.

Leider hat es keine Chance: Zwei Tage darauf wird es auf der Lichtung gefunden: Der Hals ist aufgeschlitzt, die Gedärme hängen heraus.

Eine Woche später traut sich der Keiler, den Bären zu fragen, ob er auch auf dessen Liste stehe.  Als der Bär dies mit einem brummenden "Ja." beantwortet, wird der Keiler so bleich wie Wildschweine nur werden können und spurtet davon. Doch auch er wird zwei Tage später gefunden: Verteilt um die große Eiche liegen seine Beine, der Kopf fehlt.

Daraufhin mach sich Meister Lampe, der mutige Hase, ebenfalls auf den Weg zu der Bärenhöhle. Mit sicherer Stimme fragt er den großen dunklen Bären: "Stehe ich auch auf deiner Todesliste?" Sofort findet der Bär den Namen des Hasen an erster Stelle und antwortet: "Ja, allerdings." Darauf fragt der Hase: "Kannst du mich von der Liste streichen?" -"Natürlich, kein Problem." antwortet der Bär und beide gehen ihres Weges.