Fantasy Basel 2016: Wo Stormtrooper auf Hobbits treffen

Laura Wolfert

Es sollen drei Tage für Freunde von Mangas, Comics, Filmen und Computerspielen werden: mit 30000 Besucherinnen und Besuchern rechnen die Veranstalter der "Fantasy Basel". Mit Kostümwettbewerben, Diskussionsrunden, Verkaufsständen und Stars wollen sie Fans vom 5. bis 7. Mai nach Basel locken.

 

Was ist eine Comic-Convention?

Comic-Conventions sind Fachmessen für Comic-Kultur – die umfasst heute auch Computerspiele, Filme und Serien. „Vergangenes Jahr hieß unsere Messe nur ’Fantasy Basel’“, sagt Jenny Michel, Pressesprecherin der Fantasy Basel. „Jetzt haben wir den Begriff Comic-Con dazu genommen, da die Messe viel mehr als nur das bietet: Es gibt Games, Film, Comics, Cosplay und weitere spannende Dinge zu entdecken.“

Cosplay ist die Lust an der detailgetreuen Verkleidung: Menschen  schlüpfen in   die Rolle von Manga-, Fantasy-, oder Comicfiguren. Das Wort ist eine Kombination aus Costume und Play – Kostümspiel, also. Annabelle Ettel aus Freiburg ist schon seit elf Jahren leidenschaftliche Cosplayerin. „Ursprünglich kommt die Szene aus Amerika“, sagt die 28-Jährige. „Da kannte man das schon mit Star-Wars-Figuren. Die Japaner haben es dann mit Manga übernommen.“ Sich in eine Figur reinzuversetzen, ihre Pose und Mimik – all das gehört zu Cosplay.

Was macht man da den ganzen Tag?

„Man schaut sich um, trifft Leute, kauft Merchandise von zahlreichen Ständen und geht zu verschiedenen Events“, sagt Lily Nager. Die 17-Jährige aus Basel war vergangenes Jahr bei der ersten Fantasy Basel. In fünf Hallen der Messe Basel werden an rund 200 Ständen Waren und Dienstleistungen angeboten. Außerdem sind Wettbewerbe, Ausstellungen und Autogrammstunden mit Prominenten angekündigt. Lily freut sich am meisten auf den Cosplay-Contest: „Den habe ich vergangenes Jahr verpasst.“ Um bei diesem Wettbewerb teilzunehmen, muss man sich schon vorher mit Foto über die Website der Convention bewerben. Vor Ort entscheidet dann eine Fachjury.

Darf man da nur mit Kostüm hin?

Viele Besucher sind kostümiert – aber ohne darf man auch rein. „Es kommen zwar schon sehr viele Besucher verkleidet, aber das kann jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Jenny Michel. Cosplay sind nicht nur Manga-Kostümierungen: der Joker aus „Batman“, Hermine aus „Harry Potter“ oder Hobbits aus „Herr der Ringe“ – all diese Comic- und Fantasyfiguren wird man wahrscheinlich auf der Messe treffen können. Wer auf die Schnelle noch ein Kostüm braucht, kann durchaus im Internet fündig werden. Dort gibt’s fertige Klassiker wie etwa die  Mangafigur „Sailormoon“.

Soll es etwas Spezielleres sein, ist Do-It-Yourself angesagt: nähen, basteln, formen. Oft benutzen Cosplayer Kunststoffe, die man durch Hitze in verschiedene Formen biegen kann. „Die Arbeit an so einem Kostüm kann mehrere Monaten dauern“, sagt Cosplayerin Lily Nager. Vorbereitung ist ihr wichtig. „Ich mache mir vorher immer eine extrem lange Packliste, die jedes einzelne Detail meiner Kostüme beinhaltet, so dass ich ja nichts Zuhause vergesse.“

Hilfe mit dem Kostüm gibt’s im Internet. „Ich kann MyCostumes.de sehr empfehle“, sagt Annabelle Ettel (Bild unten als Chromie aus "World of Warcraft"). „Die besitzen einen eigenen Laden und geben bei der Erstellung der Kleider gerne ein paar Tipps.“ Aufgepasst: Wenn man mit Waffen kommt, gibt's besondere Regeln.



Kann man da Leute kennenlernen?

„Es ist kein Problem, alleine hinzugehen. Man muss nur aufgeschlossen sein“, sagt Annebelle Ettel. Wer das nicht möchte, kann über regionale Gruppen schon vorher Anschluß zu Fans finden. In Freiburg gibt es etwa die „Cosplay-Gruppe Freiburg“. Lily Nager empfiehlt „Cosplay Amino“ – eine App, mit der man sich mit örtlichen Cosplayern austauschen kann.

Welche Promis kommen?

Hodor! Der Ire Kristian Nairn spielt seit der ersten Staffel von „Game of Thrones“ den Knecht mit dem begrenzten Vokabular. Deutlich redegewandter ist Kevin Sussmann, der in „The Big Bang Theory“ als Verkäufer Stuart  in einem Comicladen arbeitet. „Kristian und Kevin und weitere Autoren und Künstler werden Panels und Workshops geben und für Fotos und Autogrammstunden zur Verfügung stehen“, sagt Jenny Michel. „Wir haben außerdem hochkarätige internationale Cosplay-Stars wie Yaya Han oder Kamui zu Gast“. Insgesamt sind 150 Promis angekündigt - auch ein Schwung Schweizer Youtube-Stars.

Was kostet das?

Ein Tagesticket kostet im Vorverkauf 35 Franken, an der Tageskasse 40 Franken;  ein Drei-Tages-Pass 85 Franken. „Ich finde denn Preis okay“, sagt die Schweizer Cosplayerin Lily Nagel. „Um für einen Tag die Welt von Conventions und Cosplay zu entdecken, reicht die Fantasy Basel völlig aus.“ Annabelle Ettel aus Deutschland findet den Eintrittspreis hingegen hoch. „Im Vergleich mit der Gamescom oder Manga-Comic-Conventions hat die Fantasy Basel relativ wenig zu bieten.“ Hingehen tut Annabelle trotzdem – sie hat ein Ticket geschenkt bekommen.

Mehr dazu:

Was: Fantasy Basel: The Swiss Comic Con
Wann: Donnerstag, 5. bis Samstag, 7. Mai 2016, jeweils 10 bis 19 Uhr; wer ein  „Golden Ticket“ besitzt, darf 30 Minuten früher rein.
Wo: Messe Basel
Facebook-Event: Fantasy Basel 2016

[Bild 1: Fantasy Basel; Bild 2: Privat]