Fansale: Konzertticket-Konkurrenz für eBay

Carolin Buchheim

Wenn die Lieblingsband nach Jahren mal wieder auf Tour geht und man es ausgerechnet dann verpasst, rechtzeitig Tickets zu kaufen, bevor die Konzerte ausverkauft sind, bleibt einem nur der Weg über eBay. Ein Nachteil des eBay-Ticketkaufs: Man kann sich nie sicher sein, ob die Tickets auch wirklich echt sind. Genau diese Unsicherheit soll es bei der Ticketbörse fansale.de nicht mehr geben. Dahinter steckt Deutschlands größter Ticketverkäufer, CTS Eventim.

Vor etwas mehr als einem Jahr, wenige Wochen vor den Deutschland-Terminen der Depeche Mode-Tour 'Touring the Angel' konnte die Staatsanwaltschaft Berlin einen Ticketbetrüger dingfest machen. Mittels eBay-Verkaufsagenten war es ihm gelungen, mehr als 2000 gefälschte Tickets für Depeche Mode und Jon Bon Jovi Konzerte zu verkaufen. Dabei entstand ein Sachschaden von rund €160.000 und Depeche Mode-Fans, die die gefälschten Tickets gutgläubig gekauft hatten, wurden an den Konzerthallen abgewiesen.


Bei den gefälschten Tickets handelte es sich ausschließlich um solche des Bremer Unternehmens CTS Eventim, Deutschlands größtem Tickethändler, verantwortlich für Vermarktung und Vertrieb von rund 35 Millionen Eintrittskarten zu rund 85.000 Veranstaltungen im Jahr. Wohl jeder, der in Deutschland auf Konzerte geht, dürfte schon einmal ein Eventim-Ticket in der Hand gehabt haben.



Ob das Depeche Mode-Ticket-Desaster Motivation für CTS war, Fansale zu starten, ist unklar, aber klar ist, dass es ein erfolgreiches Vorbild für fansale.de gibt: stubhub.com. Die US-Ticketbörse entwickelte sich innerhalb von sieben Jahren zum größten sekundären Tickethändler der USA und wurde Mitte Januar ausgerechnet von eBay gekauft. Für $310 Millionen. Stubhubs Erfolg liegt vorallem in ihrem 'Fan Network Ticket Delivery System' und der 'Fan Protect Guarantee' begründet, mit der die größten Risiken des sekundären Ticketkaufs, zu späte oder keine Lieferung des Tickets sowie der Kauf gefälschter Tickets, verringert werden sollen.



Fansale versucht ebenfalls, diese beiden Risiken für den Ticketkäufer durch verschiedene Maßnahmen zu minimieren und den Ticketverkauf von Fan zu Fan zu vereinfachen.

  • Für den Wiederverkauf von CTS-Tickets bei Fansale bietet Fansale den Eventim-Ticketcheck an. Durch Eingabe des Ticket-Barcodes wird das Ticket eindeutig und automatisch auf Echtheit überprüft.
  • Für diese echten Tickets gibt es bei Fansale für den Käufer eine Geld-zurück-Garantie.
  • Als Sicherheit für den Verkäufer müssen Käufer vor dem Erwerb von Tickets gültige Kreditkartendaten hinterlegen, so dass eine Nichtbezahlung gekaufter Tickets ausgeschlossen ist.
  • Der gezahlte Kaufpreis wird durch Fansale zunächst treuhänderisch verwaltet; Er wird erst 48h nach Zustellung der Tickets beim Käufer an den Verkäufer ausgezahlt. Dadurch wird der Käufer vor Missbrauch und Betrug geschützt.
  • Durch eine Kooperation mit DHL ist ein spezielles Versandsystem entwickelt worden, mit dem Versandrisiken minimiert werden sollen: Die Tickets werden von DHL direkt beim Verkäufer abgeholt, der Transport erfolgt von Haustür zu Haustür – inklusive durchgängigem Tracking von der Übernahme bis zur Zustellung. Die Tickets sind schon am nächsten Werktag beim Käufer.
Ebenfalls gut: Verkäufer zahlen bei Fansale keine Einstellgebühren und können auswählen, ob sie ihre Tickets zu einem Festpreis oder, wie bei eBay, zur Auktion anbieten wollen. Käufer zahlen an Fansale 10% des Kaufpreis als Provision sowie zusätzlich €6,95 für den DHL-Versand.

Als größter Nachteil des Service erscheint im Moment die fehlende Authentifizierungsmöglichkeit für Tickets, die nicht von CTS Eventim sind. Zudem ist der Service für junge Kunden durch die Notwendigkeit einer eigenen Kreditkarte wohl nur durch Mittelsmänner zu nutzen.

Ebenfalls gerade auf dem sekundären Ticketmarkt gestartet ist die zunächst in Großbritannien gestartete Ticketbörse Viagogo, die jedoch keine Authentifizierung der Tickets anbieten. Bei viagogo.de scheinen übrigens auch die Samwer-Brüder involviert zu sein, denen wir den Klingetonanbieter Jamba verdanken.

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