Falschgeld

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass in Deutschland Falschgeld im Wert von mehreren Millionen Euro im Umlauf ist? Das klingt zuerst wenig überraschend, doch hier sind kleine Münzen gemeint. Und zwar solche, die nicht aus rumänischen oder sächsischen Privatdruckereien kommen, sondern von offiziellen staatlichen Münzprägeanstalten hergestellt wurden. Wie so oft steckte bei der Gestaltung der kleinen Centstücke der Hase im Detail.

Bisher dürfte der Fehler auf der Rückseite der deutschen Münzen im Wert von einem bis fünf Cent nur Biologen mit Geld aufgefallen sein. Die Designer haben beim Entwurf der Rückseite bestimmt nicht in Betracht gezogen, dass es mehrere Arten von Eichen gibt. 


Man sieht auf dem Revers ein fünfblättriges Eichenästchen mit zwei Eicheln. Interessanterweise gehören Blätter und Früchte, wenn man sich diese genauer anschaut, zu zwei verschiedenen Arten der Eiche. Die Früchte sind nur zu zweit an einem recht langen Stiel angewachsen und gehören somit zur Stieleiche. Die Blätter hingegen haben einen deutlich längeren Stiel als die der Stieleiche und müssen deshalb als Blätter der Traubeneiche identifiziert werden.

In der Natur wachsen Stiel- und Traubeneiche in unterschiedlichen Habitaten und sind, obwohl nahe verwandt, doch an entscheidenden Stellen verschieden. Diese Verwechslung ist den Erfindern der ehemaligen deutschen Pfennigmünzen nicht passiert: Da dort nur Blätter der Traubeneiche aufgeprägt waren, gab es keine Gefahr der Artenvermischung.

Garantiert gehört diese Information zu den unnützesten, die hier je verbreitet wurden, doch jeder wird es sich merken und beim nächsten Einkauf das Rückgeld genauer anschauen.

[Danke, Anke]