Falscher Jäger bei studiVZ

Christian Deker

Unbekannte haben sich einen Scherz erlaubt und für den Rektor der Uni Freiburg ein Profil beim Holtzbrinck-Portal studiVZ angelegt. Die Universität ist darüber "not amused" und denkt über rechtliche Schritte nach. Völlig unbeteiligt ist angeblich die Fachschaft Politik - das Profil für ihre Party-Werbeplakate sei längst schon wieder gelöscht.



Die Fachschaft Politik wirbt derzeit für ihre Party mit einem Plakat, auf dem ein angebliches studiVZ-Profil von Rektor Wolfgang Jäger zu sehen ist. Dort ist zu lesen: „Prof. Dr. Dr. hc. mu hat keine Freunde an der Uni Freiburg“. Darüber die große Überschrift: „Sozial aufsteigen“.


Robin Gommel von der Fachschaft Politik sagt: „Das Plakat spielt auf das sehr gespannte Verhältnis der Studierendenschaft gegenüber dem Rektor an, das dieser wiederum gegenüber der Öffentlichkeit als sehr gut zu verkaufen versucht.“

Die Werbeplakate der Politikstudenten sind durchaus provokant, nicht nur das mit Rektor Jäger. Zu sehen sind zum Beispiel auch Saddam Hussein („Wir lassen Dich nicht hängen“) und deutsche Soldaten mit Totenschädeln in Afghanistan („Richtig einen reinschädeln“). Gommel sagt: „Unsere Plakate sollen provozieren und Gesprächsthema sein. Sie sollen Satire sein und dürfen keinesfalls allzu ernst genommen werden.“

Die Fachschaftler haben vor einiger Zeit einen Account für Wolfgang Jäger erstellt, um einen Screenshot für das Werbeplakat zu erstellen. Danach haben sie angeblich das Profil sofort wieder gelöscht. „Irgendwer fand die Idee lustig und hat dann einen neuen Jäger-Account erstellt, wir wissen nicht, wer das war“, sagt Robin Gommel.

Der Screenshot der Politik-Studenten zeigt links oben als Vornamen „Prof. Dr. Dr. hc. mu“. Das aktuelle Jäger-Profil bei studiVZ nennt jedoch den richtigen Vornamen „Wolfgang“. Deshalb dürfte die Fachschaft Politik tatsächlich nicht hinter dem neuen Profil stecken.

Die Reaktion seitens der Universität formuliert Eva Opitz von der Pressestelle auf vornehmem Englisch: „Wir sind not amused.“

Wolfgang Jägers vermeintliches Profil ist nach wie vor bei studiVZ erreichbar. Jedoch könnte sich das noch heute ändern. Opitz sagt: „Wir werden heute noch auf studiVZ zugehen und sie bitten, das wieder rauszunehmen.“ Ob die Uni auch rechtliche Schritte einleiten wird, kann Eva Opitz derzeit nicht sagen. „Wir wollen erstmal schauen, wie studiVZ reagiert.“