Freiburg

Falsch verdächtigt: Junge Männer haben Polizeiauto nicht zerkratzt

bz & Sina Gesell

Die Polizei verdächtigte zwei Männer, einen Streifenwagen zerkratzt zu haben. Die Videoauswertung zeigte nun: Die beiden waren nicht die Täter.

Da war die Polizei wohl etwas vorschnell: Am Montag teilte sie mit, dass in der Nacht zum Sonntag zwei 21 und 33 Jahre alte Männer auf dem Polizeirevier Freiburg-Süd einen Geldbeutel als verloren gemeldet haben. Kurz nachdem die beiden das Revier wieder verlassen hatten, stellte ein Beamter fest, dass ein Streifenwagen zerkratzt wurde. Eine Streife nahm das Duo ein paar Straßen weiter fest. "Wir gehen stark davon aus, dass es sich bei den beiden Männern auch um die Täter handelt", sagte Polizeisprecherin Laura Riske, verwies aber auch darauf, dass eine Videoauswertung noch ausstehe.


Und die kam zu einem anderen Ergebnis, wie die Polizei am Mittwoch mitteilt. "Die beiden festgestellten Tatverdächtigen konnten entlastet werden", heißt es in der Mitteilung. "Da haben wir vorschnell gehandelt", sagt Riske, "aber auch unsere Wahrnehmungen sind subjektiv." Der zuständige Beamte sei erst am Dienstag mit der Auswertung der Videoüberwachung betraut gewesen.

Polizei sucht Zeugen

Dafür sucht die Polizei nun nach einem zwischen 40 und 60 Jahren alten Mann mit dunkler Weste, dunklem Pullover und schwarzer Mütze. In dem Video soll zu sehen sein, wie er versuchte, das Spiegelglas am Streifenwagen aufzuhebeln, wobei es zerbrach. Danach soll er mit einem Hebelwerkzeug ins Schloss der Fahrertüre gestochen und erfolglos versucht haben, diese zu knacken. Dann soll er einen Schraubendreher über die komplette linke Fahrzeugseite gezogen haben. Danach flüchtete er der Polizei zufolge in die Konrad-Goldmann-Straße. Der Vorfall ereignete sich kurz nach Mitternacht.

Zeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Freiburg-Süd unter 0761/882-4421 zu melden.

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