Sexualmord

Fall Carolin G.: Laufschuh gefunden – Polizei sucht nach weiteren Spuren

bz, Martin Wendel & aktualisiert um 20.40 Uhr

Neues zum Fall der ermordeten Carolin G. aus Endingen: Ein Spaziergänger fand am Sonntagnachmittag einen Schuh, der laut Polizei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" der vermisste Laufschuh der 27-jährigen Joggerin ist.

Er lag laut Auskunft der Polizei in einem dichten Gestrüpp im weiteren Umfeld der Stelle, wo die Leiche der jungen Frau am 10. November gefunden worden war. Die Polizei sucht jetzt nach weiteren Spuren im Umfeld des Fundortes. Am Mittwoch kommt nochmals Verstärkung der Bereitschaftspolizei.

Ein Spaziergänger war nach Auskunft der Polizei am Sonntagnachmittag mit seinem Hund in den Weinbergen zwischen Endingen und Bahlingen unterwegs, als er einen Schuh im dichten Gestrüpp abseits der Fahr- und Fußwege im erweiterten Bereich der Leichenfundstelle entdeckte.


Neue Einblicke

Begünstigt wurde der Fund vermutlich nicht zuletzt dadurch, dass Bäume, Sträucher und Gestrüpp seit Beginn der Suche nach der jungen Frau vor drei Wochen durch das abfallende Laub zunehmend kahler werden. Das erlaubt Einblicke in zuvor schier undurchdringliche Bereiche.

Bei dem Schuh handle es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um den Laufschuh der Toten, so Polizeisprecher Walter Roth gegenüber der Badischen Zeitung. Vor knapp zwei Wochen war die Polizei mit Fragen nach dem vermissten Schuh an die Öffentlichkeit gegangen. Zwar gingen diverse Hinweise ein, doch der Schuh fand sich zunächst nicht – bis Sonntagnachmittag.

Schuh als Spurenträger?

Mit dem Fund haben die Kriminaltechniker beim Landeskriminalamt in Stuttgart einen Spurenträger mehr zu untersuchen auf mögliche Hinweise, die zum bislang völlig unbekannten Täter führen könnten. Gut möglich, dass auch die erneute Suchaktion der Polizei vor Ort weiteres Material für Untersuchungen liefert.

Der Fundort des Schuhs liegt nach Auskunft der Polizei im erweiterten Bereich, aber nicht im unmittelbaren Umfeld der Stelle, wo die Leiche gefunden wurde. Genauere Angaben zur Entfernung zwischen beiden Fundorten machten die Ermittler am Montag nicht. Der Fundort gebe aber nicht zwingend einen Hinweis auf den Tatort, so Polizeisprecher Roth. Der Schuh könnte theoretisch auch von einem Tier dorthin geschleppt worden sein.

Bereitschaftspolizei als Verstärkung

Jetzt ist erst einmal die Spurensicherung am Zug. Sie soll ab Mittwoch nochmals Verstärkung durch gut zwei Dutzend Beamte der Bereitschaftspolizei bekommen. Hinsichtlich der Auswertung anderer Spuren im Zusammenhang mit dem Verbrechen liegen laut Polizei noch keine weiterführenden Erkenntnisse vor.

Unterdessen zieht die Polizei ein rundum positives Fazit ihrer Präsenz am Samstag auf dem Endinger Wochenmarkt. Es sei ein äußerst emotionales Erlebnis gewesen, fasst Polizeisprecher Roth die Eindrücke seiner Kollegen zusammen. Viele Leute hätten die Beamten bereits erwartet und das persönliche Gespräch gesucht. Dabei sei die Betroffenheit der Menschen deutlich spürbar geworden, so Roth, "aber auch sehr viel Wertschätzung gegenüber der Polizei". Aufgrund der positiven Resonanz will die Polizei auch am nächsten Samstag wieder auf dem Markt präsent sein.
Info

Die Sonderkommission "Erle" beim Kriminalkommissariat Emmendingen bittet nach wie vor um sachdienliche Hinweise zu dem Gewaltverbrechen unter Tel. 07641/ 582-114. Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters führen, sind bis zu 25.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

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