Fall Armani: Polizei veröffentlicht Fotos von Kleidung des getöteten Jungen

Oliver Huber

Rund 300 Hinweise sind eingegangen, jedes Detail zählt: In akribischer Kleinarbeit versucht die Polizei, den Tod des achtjährigen Armani in Freiburg aufzuklären. Nun veröffentlicht sie neues Bildmaterial.



Am Montagmorgen publizierte die Polizei Fotos von drei Kleidungsstücken, die der Junge bei seinem Verschwinden am Sonntag, 20. Juli, getragen hat. In ihrer Pressemitteilung betonen die Ermittler den hohen Wiedererkennungswert des Kapuzenshirts und der Schuhe; das Bild der Hose werde der Vollständigkeit halber und im Hinblick auf das Gesamtbild veröffentlicht. Die Grundfrage lautet also: Wem ist am Sonntag ein etwa 1,40 Meter großer, schlanker Junge aufgefallen, der diese Kleidungsstücke trug?

Auch der Ball des Achtjährigen fehlt nach wie vor; dabei handelt es sich um einen WM-Ball, der mit schwarz-rot-goldenen Emblemen und dem Logo des Kommunikationsunternehmens O2 bedruckt ist. Der Junge war zuletzt am Sonntagabend zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr auf einem Spielplatz im Stadtteil Brühl in der Nähe der Konradskirche (zwischen Eichstetter Straße und Rennweg) von Zeugen gesehen worden; seine Leiche wurde tags darauf am Mühlbach im Kleingartengelände Vogelnest im Stadtteil Betzenhausen gefunden.

Der Ball hat in der Ermittlungsarbeit der Polizei eine hohe Bedeutung. Bislang wurde er trotz großer Suchanstrengungen der Ermittler und mehreren öffentlichen Aufrufen nicht gefunden. Er könnte im Bereich des Spielplatzes, in der Kleingartenanlage und auch zwischen den beiden Orten abhanden gekommen oder auch vom Täter mitgenommen worden sein.

Am Sonntag zwischen 7 und 24 Uhr sprach die Polizei gezielt Passanten an, die als Jogger, Radler oder Rollerfahrer im Bereich der Kleingartenanlage in Betzenhausen unterwegs waren. Auf diese Art und Weise versuchten die Ermittler einmal mehr, Hinweise und Zeugen zu finden. Immer wieder betonen die Beamten: Jede Beobachtung, möge sie auch noch so nebensächlich erscheinen, könnte bei der Aufklärung des Verbrechens helfen.

Zu Einzelheiten des Tatablaufs – etwa zur Frage, wie der Achtjährige zu Tode kam – hält sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen weiter bedeckt. Ein Mord an einem Kind hat es in Freiburg bis zu Armanis Tod noch nie gegeben; in einem bewegenden Trauermarsch gedachten am Samstag rund 2000 Menschen des getöteten Jungen.

Unterdessen kursieren im Internet Falschmeldungen, in denen von einem weiteren getöteten Kind die Rede ist und in denen sogar gefälschte Phantombilder auftauchen. Die Polizei warnt davor, solch krude Meldungen auf Facebook oder Whatsapp ernst zu nehmen und verweist auf die eigenen Veröffentlichungen, die von seriösen Medien weitergegeben werden. Ein Phantombild wurde im Fall Armani nie veröffentlicht. Die aktuellen Bilder von der Kleidung des Jungen sind dagegen amtlich.

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