Fall Armani: Polizei findet wohl Ball des getöteten Jungen

fudder-Redaktion

Wichtiger Ermittlungserfolg im Fall Armani: Die Freiburger Polizei hat womöglich den Ball des getöteten Jungen gefunden, nach dem lange gesucht wurde. Nach BZ-Informationen ist der Fundort in Weingarten.



"Wir haben einen O2-Ball", sagte Polizeisprecherin Laura Riske am Dienstagvormittag. Durch einen Tipp einer Zeugin entdeckte die Polizei am Montag einen Ball auf einem Flachdach eines Hauses an der Bugginger Straße im Stadtteil Weingarten.


Die Ermittler prüfen nun, ob es Armanis Ball ist: "Ob wir Spuren feststellen können, die einen Zusammenhang mit der Tat nachweisen oder komplett ausschließen", sagte Riske. Tagelang hatten die Ermittler nach dem Ball mit schwarz-rot-goldenem Streifen und O2-Symbol gefahndet, mit dem der Achtjährige vor seinem Verschwinden gesehen worden war. Die Soko erhoffte sich wichtige Anhaltspunkte durch den Fund.

Andere Tageszeit, präzisere Örtlichkeit: Im Fall des getöteten Achtjährigen wendet sich die Polizei zudem mit neuen Fragen an die Öffentlichkeit. Zudem wurde eine Belohnung ausgesetzt.  Bisher konzentrierten sich die Fragen der Polizei, durch die sie sich Hinweise aus der Bevölkerung erhoffte, auf den Abend des 20. Juli sowie auf die Bereiche, in denen der achtjährige Junge zuletzt gesehen wurde - beim Spielplatz bei der Kirche St. Konrad im Stadtteil Brühl -  und an dem ein Spaziergänger seine Leiche fand  - bei der Kleingartenanlage "Vogelnest" in Betzenhausen.

Am Dienstagmorgen nun gibt die Pressestelle des Freiburger Polizeipräsidium unter anderem die Frage heraus, wer den Jungen am Nachmittag des 20. Juli gesehen hat. Der 20. Juli war der Sonntag, an dem der Junge verschwunden ist; tags darauf hat ein Spaziergänger ihn tot im rund vier Kilometer entfernten Stadtteil Betzenhausen aufgefunden.

Das Zeitfenster, in dem sich Armani auf dem Spielplatz zwischen Eichstetter-, Kandelstraße und Rennweg aufgehalten hat, liegt nach Angaben von Polizeisprecherin Laura Riske weiterhin im Bereich zwischen 18 und 18.30 Uhr; um 20.50 Uhr ging laut Riske die Vermisstenmeldung bei der Polizei ein. Warum nun aber auch Armanis Aufenthaltsort am späten Nachmittag von Bedeutung für die Ermittlungsarbeit ist? "Die Ermittler wollen das Zeitfenster erweitern", erklärt die Sprecherin. Klar erscheint zudem, dass die Beamten die zeitlichen Abläufe des Tattages neu überprüfen wollen.

   

Fall Armani: Die Orte in der Übersicht



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Gleichzeitig kommt auch eine neue Örtlichkeit ins Spiel: der Bolzplatz bei der Turnhalle der Anne-Frank-Schule. Die Schule liegt in Betzenhausen, nur einen Steinwurf vom Fundort der Leiche entfernt. Konkrete Hinweise, dass Armani dort gesehen worden sei, gibt es nach Riskes Angaben nicht. Da Turnhalle und Bolzplatz in unmittelbarer Nähe des Fundortes liegen, steht das Areal ohnehin im Fokus der Ermittler. In der jüngsten Pressemitteilung – und auch auf einem neu aufgesetzten Flugblatt – wird das Areal nun so exakt benannt, um mögliche Zeugen noch präziser anzusprechen.

Neu ist zudem, dass Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, mit 10.000 Euro belohnt werden. Auch das meldet die Polizei am Dienstagmorgen. Demnach setzt die Freiburger Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 6000 Euro aus, die von privater Seite um 4000 Euro aufgetockt wurde.

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    [Bild: Polizei Freiburg]