VAG Freiburg

Fahrkarten-Automaten in der Straßenbahn machen Probleme

Simone Höhl

Wer kein Kleingeld dabei hat, ist beim Fahrkartenkauf angeschmiert: Immer wieder haben Fahrgäste in der Freiburger Straßenbahn Schwierigkeiten beim Fahrscheinkauf. Woran liegt’s, VAG?

Der Automat nimmt keinen 20er und keinen 50-Euro-Schein, streikt bei der Karte, und der Fahrer verkauft keine Tickets mehr – wer kein Kleingeld hat, ist gekniffen. Die Verkehrs-AG räumt Schwierigkeiten ein, ist aber mit ihren neuen Automaten sehr zufrieden.



Ein Wenigfahrer will in der Straßenbahn viermal einen Einzelfahrschein kaufen. Jedes Mal zeigt der Automat durchgestrichene Symbole diverser Geldscheine an, zweimal auch die EC-Karte, und wenn nicht, dann funktioniert sie nicht auf Anhieb, berichtet er: "Ich musste den Vorgang abbrechen und von vorn beginnen." Der BZ-Test zeigt ein verwirrendes Bild: Einzel- und 24-Stunden-Tickets konnten nie mit 20ern und 50ern bezahlt werden, manchmal ist EC-Zahlung nicht möglich. Irgendwie geht beim Test nie alles.

Die alten Geräte nahmen keine Scheine und EC-Karten

Die alten Automaten akzeptierten nur Münzen und Geldkarte. Die Verkehrs-AG (VAG) hat ihre Bahnen 2015 nach und nach mit 134 neuen Automaten aufgerüstet, Kosten: zwei Millionen Euro. Vor einem Jahr sagte sie auf BZ-Anfrage, dass bei etwa jedem vierten Automat, der bis dato eingebaut war, der Kartenleser spinnt. Sie musste die Geräte ausbauen und einschicken, die Bahn jedesmal zwei Stunden in die Werkstatt. Es hakte vereinzelt auch bei Scheinen. Im Februar schaffte die VAG den Ticketverkauf beim Fahrer ab und versicherte, die Kinderkrankheiten des Lesegeräts seien ausgemerzt.


Probleme gibt es immer noch. Jede Woche fällt im Schnitt ein Kartenleser aus, erklärt jetzt VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Die VAG hat schon Austauschgeräte am Lager, aus Datenschutzgründen darf sie nicht selber reparieren. "Es wurde schon zweimal eine neue Software aufgespielt", sagt Hildebrandt: Mit den Kinderkrankheiten habe das nichts zu tun. Die Geräte seien stark beansprucht in den ruckelnden Bahnen. Fehler gebe es gelegentlich auch, wenn die PIN über Mobilfunk zur Kontrolle gesendet wird. "Am häufigsten im Bereich Günterstal." Der Wenigfahrer war in der Stadt unterwegs.

Der Automat zeigt nur durchgestrichene Symbole

Auch bei den Banknoten gebe es Ausfälle – "einige wenige". Die Sache mit den Einzelfahrscheinen zählt aber nicht dazu: Sie können grundsätzlich nur mit 5- und 10-Euro-Scheinen und EC-Karte bezahlt werden, erklärt der Sprecher. Das steht allerdings so nicht am Automaten, der zeigt nur durchgestrichene Symbole. Hildebrandt zufolge kann er Retourgeld nur in Münzen auszahlen und wäre nach ein paar 50ern bald leer. Manchmal verschluckt sich das Gerät auch am schmalen 5-Euro-Schein, den es schräg einziehen kann. Und das Geldscheinfach ist ab und zu mit Karten oder Münzen verstopft.

Automaten sind komplexe High-Tech-Maschinen

Münze, Scheine, EC- und Geldkarte: Wenn eine Art nicht funktioniert, stehen die anderen zur Verfügung, und in jeder Bahn ein zweiter Automat, sagt Hildebrandt. Der BZ wurde ein Fall berichtet, bei dem ein Mann fürs Schwarzfahren habe zahlen müssen, nachdem er an beiden nicht mit einem 50er bezahlen konnte. Hildebrandt bestätigt, so ein "extremer Einzelfall" wäre möglich.

Nach den Richtlinien müssen nur 5er und 10er akzeptiert werden. Die Automaten seien komplexe High-Tech-Maschinen mit hohen Sicherheitsanforderungen, meint Hildebrandt. Doch in der Regel funktionierten sie: "Wir sind mit den Automaten und ihrer Akzeptanz zufrieden." Die Kundenbewertung sei von 3 auf 2,6 gestiegen.

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