Facebook im Nachtleben: Wie Clubs das soziale Netzwerk nutzen

Fabienne Hurst

Facebook ist überall - und wird immer mehr auch kommerziell genutzt. Clubs und Gastro-Betriebe setzten auf das soziale Netzwerke als Werbeträger, alternative Gästeliste und Sammelbecken für Kritik. Eine praktische Sache, so lange alles harmlos zugeht. Doch was passiert, wenn die Nutzer negative Kommentare posten? Wie Clubs aus Freiburg und Umgebung Facebook nutzen:

Ganz groß sollte die Silvesterparty werden. Das Müllheimer Circo Loco organisierte zum ersten Mal eine Veranstaltung mit Dinner, DJ und Direktshuttle zum Feuerwerk in Badenweiler. Nicht alles hat geklappt. Wer nicht da war, konnte das ein paar Tage später auf der Facebook-Seite nachlesen: in den wütenden Kommentaren einiger Besucher. „Ein Shuttlebus ist zu wenig“ heißt es da, „2000 Gäste und nur acht Damenklos“, „zu wenig Sitzmöglichkeiten“ oder „schlechter DJ“.


Bodo Famulla, Administrator der Circo Loco-Facebook-Page, sieht das gelassen. „Wir bieten die Page als Ort für konstruktive Kritik an. Da ist es in Ordnung, wenn die Leute schreiben, wenn ihnen etwas nicht gefallen hat. An Silvester ist einiges schief gelaufen, das geben wir zu. Umso besser, wenn wir ein direktes Feedback haben und wissen, was wir genau besser machen können.“ Silvester sei für ihn ein Extremfall gewesen, der sich hochgeschaukelt hat. „Das war wie im Kindergarten. Wir machen da nicht mit und äußern uns einfach nicht dazu.“

"Achim, Wir brauchen sowas"

„Facebook nutzen mehr Leute als unsere Website, man erreicht sie direkter, zum Beispiel durch Eventeinladungen“, findet auch Kagan-Betriebsleiter Dominik Dilger. Das Kagan hat über 10.000 Facebook-Fans. Dilger setzt ganz auf das weiß-blaue Netzwerk. „Wir werden da ganz groß einsteigen, auch mit Anzeigen. Unsere Homepage Kagan-Lounge.de wird es dann nicht mehr geben.“

Geringere Wartungskosten, ein stabilerer Server, einfacher zu bedienen - alles scheint an Facebook besser zu sein. "Vor allem die hervorragenden Interaktionsmöglichkeiten, die Kommentarfunktion und die Möglichkeit, Bilder online zu stellen." Durch Facebook habe man viel bessere Möglichkeiten, Zielgruppen zu definieren und gezielt Leute zu erreichen, ohne andere User zu nerven, so Dilger.

The Great Räng Teng Teng hat noch keine Facebook-Page. "Wir wollen das nicht boykottieren oder so, wir hatten noch keine Zeit eine zu erstellen", sagt Programmgestalter Thomas Grigat. "Bald wird es auch eine Facebook-Seite geben, das ist einfach die beste Art, um die Leute zu erreichen."

Achim Schönwiese vom Waldsee hat keine Lust auf den Hype. "Mir persönlich ist Facebook total egal. Ich stehe da nicht so drauf. Vor allem muss man sowas dann ja auch pflegen. Aber meine Crew hat schon gesagt: Achim, wir brauchen so was."



Gefahr für's Club-Image

Natürlich lauern in Facebook auch Gefahren. Kommentieren, Verlinken, Taggen - nicht immer ungefährlich für das Image des Clubs und der User. Dominik Dilger: "Zum Beispiel hatte eine Frau hier wohl mal eine sehr ausgelassene Partynacht – ohne ihren Freund. Der hat das dann durch die getaggten Fotos bei Facebook erfahren und fand das nicht so toll." Auch ausländerfeindliche oder kriminelle Kommentare müssen schon allein laut Facebook-Richtlinien entfernt werden. Damit man schnell reagieren kann, braucht es jemanden, der sich rund um die Uhr mit der Seite beschäftigt.

Fragt man Facebook-Nutzer, wie sie die Facebook-Pages der Clubs nutzen, geben sie an, dass sie durchaus zu Veranstaltungen gehen, weil sie auf Facebook sehen, dass ihre Freunde auch hingehen. Wirklich grundlegend verändert Facebook das Ausgehverhalten wohl nicht, viel sind von der Flut von Event-Einladungen einfach nur genervt.

Die Kagan-Leitung sieht in Facebook auch eine Möglichkeit für mehr Transparenz: Zum Beispiel könne man durch Facebook endlich sehen, wie unterschiedlich die Gäste im Kagan sind.

fudder-Debatte:

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