f79: Neue Freiburger Schülerzeitung mit Anspruch

fudder-Redaktion

Die neue Freiburger Schülerzeitung f79 wird von professionellen Redakteuren sowie Schülern gemeinsam gemacht und richtet sich an alle Schüler aus dem 79er-PLZ Bereich. Felix Holm und Michaela Moser haben uns erklärt, was es mit diesem Konzept auf sich hat.



Schülerzeitung – das klingt ein wenig nach Nerd. Wer sonst nutzt schulfreie Zeit, um zu schreiben? „Wenn das das Ergebnis von Nerds ist, dann wäre ich auch gerne einer“, sagt Felix Holm, „unsere Redakteure sind jedenfalls alles andere als das.“ Der 28-jährige Freiburger ist Redaktionsleiter beim Projekt f79 (f für Freiburg, 79 für den Postleitzahlenbereich), einer neuen, überregionalen Schülerzeitung, deren Themen und Texte von Schülern stammen und die unter der Anleitung professioneller Medienmacher produziert wird.


Vertrieben wird das kostenlose Heft durch die chilli Freiburg GmbH, die neben dem chilli Stadtmagazin auch das Familienmagazin B. Zettis findefuchs herausgibt. Initiatorin für das Projekt war Verlagsleiterin Michaela Moser.

„Wir wollen Schülern damit zum einen die Möglichkeit geben, ihre Medienkompetenz auf direktem Weg zu erweitern“, sagt sie, "zum anderen wollen wir natürlich eine coole Zeitung machen.“ f79 wird hauptsächlich von Stiftungen und Sponsoren finanziert. Das Projekt ist gut angelaufen, zumindest lassen die Teilnehmerzahlen diesen Rückschluss zu: In der ersten Ausgabe, die zu Schuljahresbeginn erschienen ist, gingen noch 10 Schüler für f79 auf Recherche, „das waren ein paar ehrgeizige Nachwuchsschreiber, die teilweise auch beim chilli ein Praktikum absolviert haben“, so der studierte Pädagoge Holm.

In den Wochen nach dem Startschuss bekam er sehr viele Anfragen, „bei 21 haben wir dann einen Schlussstrich gezogen, wir haben ja nur 48 Seiten zur Verfügung.“

15 der Schüler zwischen 13 und 20 Jahren trafen sich Ende Oktober in den Redaktionsräumen des Verlages zum gemeinsamen Workshop. Im Rahmen einer Redaktionssitzung wurden zunächst Stärken und Schwächen der Erstausgabe besprochen, im Anschluss diskutierten die Jugendlichen, welche der selbst mitgebrachten Themen Eingang in die aktuelle Ausgabe finden sollten.

Wie ist das neue Heft?

Dass die inhaltlichen Ansprüche von Jugendlichen an Lesestoff genauso differenziert sind, wie ihre Charaktere, spiegelt das Durchblättern der neuen f79 wieder: Der Leitartikel befasst sich mit Schicksalen von Jugendlichen, die von zuhause ausgezogen sind und jetzt alleine leben. Darauf folgen „Mattscheiben-Tipps“, die verraten, welche DVD am besten zum ersten Filmabend mit dem neuen Schwarm passt, ein Test soll im Anschluss eine Antwort auf die Frage liefern, in welcher Welt der Befragte eigentlich lebt.

Ein großer Teil des Heftes beschäftigt sich mit Berufen: Ein Nebenjob-Check, Interviews mit einem Media-Markt-Azubi („Ich bin doch nicht blöd!“), einem Kanalarbeiter-Azubi („Ratten, Rohre und Hightech“) und eine Doppelseite zum Thema Berufe in der Modebranche sollen Schülern Informationen zu ihrem möglichen Werdegang liefern. Texte zu den Themen Schweinegrippe, Auslandsaufenthalte, Mitmach-Projekte für Jugendliche, ein Vergleichstest „Wii vs. Reality“ sowie ein Veranstaltungskalender runden das Ganze ab.

Optisch und textlich bemühen sich die Blattmacher daurm, dass f79 über das hinausgeht, was ein herkömmliches Produkt aus der Schule bietet. „Es ist aber auch nicht unser Ansatz, in Konkurrenz zu den Schülerzeitungen zu treten“, so Verlegerin Moser, „die soll es ja weiterhin geben.“

f79 ist eine andere Plattform, die neue Möglichkeiten eröffnet, ohne dabei die Wurzeln abzuschneiden. „Nicht jede Schule hat eine Zeitung. Dadurch, dass f79 schulübergreifend läuft, wollen wir auch die Kommunikation zwischen den Schulen fördern“, sagt Moser.

Das neue f79 wird seit dem 30. November 2009 an über 130 Schulen und 25 Jugendzentren in der 79er Region verteilt. Im Dreimonatsrhythmus werden weitere Ausgaben erscheinen. Wer Lust hat mitzumachen (nur Schüler) oder wer sich informieren will, kann sich an den jeweiligen Schulen, in den BZ-Shops oder direkt in der Redaktion des f79 eine Ausgabe holen.