Exzellenzcluster 'BrainLinks-BrainTools' veranstaltet multimedialen Mitmach-Abend im Theater

Manuel Lorenz

Ein Podiumsgespräch, bei dem das Publikum entscheidet, was auf dem Podium passiert? Gibt's am Donnerstag im Theater, heißt "Was wollen wir können?" und dreht sich um Technik im Gehirn. Wie's funktioniert:



Die Uni Freiburg ist doch noch ein bisschen exzellent - seit einer Woche hat sie nämlich den Exzellenzcluster "BrainLinks-BrainTools". Dieser will laut seiner Website "die Funktion des menschlichen Gehirns erforschen, um flexible und zugleich stabile, sich intuitiv anpassende Schnittstellen zwischen dem Gehirn und technischen Systemen zu entwickeln".


In einem neuen Gebäude auf dem Flugplatz sollen über 200 Mitarbeiter Platz finden; die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird den Cluster über die kommenden fünf Jahre mit knapp 30 Millionen Euro fördern.

Am Donnerstag will der Exzellenzcluster im Theater erörtern, wohin es während dieser Zeit überhaupt gehen soll. "Grob wissen wir natürlich, was wir wollen: Wir machen Vorarbeit zu neurotechnologischen Geräten, die später Patienten helfen sollen", sagt Pressesprecher Gunnar Grah. Dennoch gelte es aber, grundsätzliche Fragen zu klären. "Wie weit wollen wir gehen? Was wollen wir damit? Und bewegen wir uns in die richtige Richtung?"

Spannend: Die Zuschauer entscheiden, wie sich das Podiumsgespräch entwickelt - sowohl was die Form angeht als auch inhaltlich. Am Eingang bekommt jeder einen Laserpointer, um während der Diskussion auf bestimmte Schilder zu zielen. Dadurch kann er den Verlauf des Abends mitbestimmen und kommunizieren: Ich will jetzt, dass mit einem bestimmten Thema weitergemacht wird, ich will dazu jetzt einen Videoclip sehen, ich will, dass dieser oder jener Experte auf diese oder jene Frage antwortet. Außerdem können die Zuschauer den Experten per SMS Fragen schicken.

"Wir wollen raus aus dem Elfenbeinturm und mit der Gesellschaft in einen Dialog treten", sagt Gunnar Grah. "Es geht bei uns um große ethische und gesellschaftliche Fragen. Die wollen wir nicht hinter verschlossenen Türen besprechen."

Drei Experten aus verschiedenen Bereichen, mit denen sich "BrainLinks-BrainTools" beschäftigen wird, sitzen am Donnerstag auf dem Podium: Guido Nikkhah, stereotaktischer Neurochirurg aus Freiburg, die Neurophilosophin und -ethikerin Katja Crone von der Berliner Humboldt-Uni sowie Stephan Waldert, Neurobiologe im Bereich Gehirn-Maschine-Schnittstellen am University College London.

Technik im Gehirn: "Was wollen wir können?"

Quelle: YouTube


Mehr dazu:

Was: Technik im Gehirn: "Was wollen wir können?" Ein multimedialer Abend mit Experten und Publikumsbeteiligung
Wann: Donnerstag, 8. November 2012, 20 Uhr
Wo: Theater Freiburg, Kleines Haus
Eintritt: normal 5 Euro, Schüler und Studenten frei