Explosion in einem Camper in Freiburg: Mehrere Verletzte

Charlotte Janz & Frank Thomas Uhrig

Auf einem Campingplatz in Freiburg-Hochdorf hat es in der Nacht eine Explosion in einem Wohnmobil gegeben. Die 70-jährige Bewohnerin schwebt in Lebensgefahr. Der Brand breitete sich schnell aus und griff auf andere Wagen über.



Kurz vor Mitternacht riss eine Explosion die Camper am Silbersee in Freiburg-Hochdorf aus dem Schlaf. Meterhoch schlugen die Flammen aus einem Wohnwagen – die rasch auf andere Wohnmobile übergriffen. Das meldet die Polizei am frühen Freitag Morgen. Die 70-jährige Bewohnerin musste mit schweren Verbrennungen in ein Freiburger Krankenhaus transportiert werden. Am Mittag wurde sie in eine Spezialklinik verlegt. Laut neuesten Meldungen schwebt sie in Lebensgefahr. Ihr Hund konnte nach den Löscharbeiten nur noch tot geborgen werden.


Auf vier bis fünf angrenzenden Parzellen im Bereich der Dauercamper wurden die Fahrzeuge ebenfalls teils erheblich beschädigt. Das Feuer setzte noch drei weitere Wohnwagen mit Holzanbau und Pergola in Brand. Drei weitere Personen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung medizinisch versorgt werden.

Beim Notruf in der Warteschleife gelandet

"Das hat einen riesigen Knall gegeben", sagte ein Augenzeuge. Ein Anwohner berichtet, dass er die Frau nach der Explosion aus ihrem Wagen gezogen hat. Das Feuer sei immer größer geworden, die Frau habe schlimme Brandverletzungen gehabt. Ein Anwohner erzählt, er habe versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu löschen. Vergeblich.
So haben Camper die Wohnwagen-Explosion erlebt (1:57)
Ein Camper berichtet aufgelöst, er habe den Notruf gewählt und sei in der Warteschleife hängen geblieben. "Ich wurde weiter und weiter verbunden." Es habe fünf Minuten gedauert, bis er eine verantwortliche Person am Telefon hatte. "Und ich habe gesagt: Bitte, es brennt schon der dritte, vierte Wohnwagen!"

In Brandfällen 112 statt 110 wählen

Gegen die Darstellung wehren sich die Stadt Freiburg und die Polizei. Laut Polizei-Protokoll sei der Anruf um 23:47 Uhr und 14 Sekunden über 110 eingegangen. "Die Polizei hat den Tatbestand aufgenommen und den Anruf um 23:47 Uhr und 41 Sekunden an die Integrierte Leitstelle weitergeleitet", schreibt Stadtsprecher Toni Klein in einer Stellungnahme. Auf der Leitstelle seien zu diesem Zeitpunkt drei Wachhabende im Einsatz gewesen. Die Warteschleife sei ausgeschaltet gewesen. "Der Wachhabende ließ sich zwei Minuten lang alle benötigten Details nennen und löste laut Protokoll um 23.50 Uhr die Alarmierung aus", so Toni Klein. Um 23:52 Uhr sei dann der Löschzug ausgerückt.

Stadt und Polizei möchten dem Eindruck entgegentreten, die Rettungskräfte hätten die Camper warten lassen. Toni Klein weist darauf hin, dass, wer bei einem Brand die 110 wählt, mindestens einmal weiterverbunden werden muss. In Brandfällen sei die 112 die richtige Nummer, der Notruf der Feuerwehr.



Der entstandene Sachschaden kann noch nicht genau beziffert werden, dürfte nach ersten Schätzungen aber bei einigen zehntausend Euro liegen. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit einem Großaufgebot vor Ort im Einsatz. Die Feuerwehr Freiburg (Berufsfeuerwehr, Abteilung Hochdorf und Lehen) war mit zehn Fahrzeugen und 38 Helfern im Einsatz. Die Kriminalpolizei Freiburg führt die weiteren Ermittlungen zu dem Unglück. Was die Explosion verursacht haben könnte, ist unklar – etwa, ob sie durch einen defekten Gasofen verursacht wurde. "Am Brandort werden derzeit durch Ermittler kriminaltechnische Untersuchungen vorgenommen, ein Sachverständiger wurde hinzugezogen", so Freiburgs Polizeisprecherin Laura Riske. Voraussichtlich sei vor nächster Woche allerdings mit keinem Ergebnis zu rechnen.

[Foto: dpa]