Exil-Freiburger kopiert Pixelmillionär-Idee

Adrian Hoffmann

So eine Milliondollarwebsite hätte mittlerweile jeder gerne. Jetzt versucht es auch ein Exil-Freiburger: Marcel Belledin. Er will mit dem Geld, das er dabei verdienen könnte, aber nicht Millionär werden. Nein, viel bescheidener: Er will einen Kinofilm drehen.





Die Idee könnte funktionieren. Jeder, der auf Belledins Website Werbung für sich macht, unterstützt den möglichen Kinofilm mit dem Geld für die Pixelfläche, die er kauft. Belledin hat theoretisch 350.000 Pixel im Angebot. Und ein Frame kostet ein Euro. Ab einem Betrag von 225 Euro setzt er ein verlinktes Logo mit der Größe 15 mal 15 Pixel auf seine Seite. Kriegt er mehr Geld, wird logischerweise auch das Logo größer.


Marcel Belledin hat als Legofilmer angefangen. Seit dieser Zeit hat er bei einigen Produktionen mitgearbeitet, und nach seiner Ausbildung zum Drehbuchautor auch eigene Projekt umgesetzt. Er ist 27 Jahre alt und in Freiburg aufgewachsen, mittlerweile lebt er in Köln.



“Einen Film zu finanzieren ist halt sauschwer”, sagt er. Normale Produktionen bräuchten mindestens drei Jahre von der ersten Idee bis zum fertigen Film, selbst junge Regisseure, die einen Namen haben, kommen nicht leicht an Kohlen. Marcel Belledin will neue Wege gehen.

Seine Filmidee beginnt so: “Alex (32) liebt das Internet, weil sie zu ihren Lieblingsthemen Stellung nehmen, Kritik an der Welt äußern aber auch Texte, Bilder und Filme veröffentlichen kann. Sie sieht im Internet die Möglichkeit, ihre Utopie einer besseren Welt vorzuleben und macht ihr Privat- und Berufsleben durch einen Weblog öffentlich. Was natürlich nicht ohne Folgen bleibt.” Wie es weiter geht, hängt von ihm und freiwilligen Autoren ab, jeder ist eingeladen, sich an dem Verlauf der Geschichte zu beteiligen.

Auf seiner Website schreibt Belledin: “Ich will nicht nur einen besonderen Film drehen, sondern die Arbeit an einem Film als etwas Besonderes gestalten. Das heißt, die Idee entsteht erst, und alle, die mich unterstützen, bekommen mit, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt.” Falls das mit der Finanzierung allerdings nicht klappt, ist das Projekt gescheitert. “Am 15. August werde ich Bilanz ziehen”, sagt Belledin. Wenn 50 Prozent der Finanzierung stünden, gehe das Projekt in die nächste Stufe. Falls nicht, bekomme jeder sein Geld zurück.

Aber wer weiß. Im Internet ist so vieles möglich. Vielleicht dreht Marcel Belleding zum Schluss wirklich seinen eigenen Film und kann sich zusätzlich noch einen Ferrari leisten.