EHC-Spieler

Ex-Frankfurter Wittfoth und Vas fiebern dem Spiel entgegen

Benjamin Resetz

Marc Wittfoth und Marton Vas verhalfen dem Viertelfinalgegner aus Frankfurt einst zum Aufstieg und spielen nun für die Freiburger. Noch immer schätzt man sich, doch in den Playoffs gibt es keine Freunde.

0:1 steht es im Playoff-Viertelfinale gegen Frankfurt, dem finanzstärksten Standort in der DEL 2. Es klingt nach einer einseitigen Angelegenheit, wenn sich der EHC Freiburg, Tabellensiebter der DEL-2-Hauptrunde, mit dem Meisterschaftsanwärter vom Main misst. Die Löwen gelten als haushoher Favorit und müssen den EHC nach eigenem Selbstverständnis in die Schranken weisen. Etwas dagegen hat unter anderem Marc Wittfoth, Stürmer beim EHC Freiburg. Der 27-Jährige ist einer von zwei Wölfen, die 2014 im Frankfurter Aufstiegskader standen.


Geboren in Köln, in Freiburg zum Profi gereift, nach Stationen in Bietigheim und Schwenningen mit den Löwen Frankfurt in die DEL 2 aufgestiegen und im Breisgau dieses Kunststück wiederholt: Puh! Der Karriereweg von Marc Wittfoth war kurvig und lang – bis es ihn zum zweiten Male in seiner Laufbahn nach Freiburg verschlug. Heute ist der sympathische Kufencrack nicht mehr aus dem Wolfsrudel wegzudenken. In seinem dritten Jahr nach seiner Rückkehr verbucht er bislang 14 Tore und 18 Vorlagen in 51 Spielen.

"Klar ist es schön, gegen den Ex-Klub zu treffen" Marc Wittfoth
Mit einem Treffer im ersten Viertelfinal-Match bei den Löwen Frankfurt zeigte er seinem alten Arbeitgeber sofort, dass er das Toreschießen auch im Breisgau nicht verlernt hat – wenngleich es sich beim Stand von 2:5 aus Freiburger Sicht lediglich um Ergebniskosmetik handelte. 2:6 verloren die Wölfe am Ende. "Klar ist es schön, gegen den Ex-Klub zu treffen", räumt Wittfoth ein. "Allerdings haben wir nicht gewinnen können, und darauf kommt es schließlich an."

Mit 85 Kilogramm bei 1,80 Meter Körpergröße braucht der Wölfe-Stürmer gewiss keinen Zweikampf zu scheuen und sucht gerne das körperliche Spiel – gerade in der Rückwärtsbewegung oder im Powerplay. Gleichzeitig stellt der ausgezeichnete Schlittschuhläufer immer wieder seine Technik unter Beweis. Bemerkenswert auch, dass Wittfoth überdurchschnittlich häufig als Torschütze in Erscheinung tritt, wenn das Spiel auf der Kippe steht und seine Mannschaft den Erfolg unbedingt benötigt.

"Nach der Serie kann man sich dann mal länger unterhalten" Marc Wittfoth
Dass er in der ersten Playoff-Runde nun gegen seinen Ex-Verein ran müsse, nehme er zur Kenntnis, mache sich darüber aber keine ernsthaften Gedanken, erzählt Wittfoth. "Für mich spielt das keine Rolle", so der EHC-Angreifer, der insgesamt fünf Löwen-Akteure noch gut aus der gemeinsamen Aufstiegssaison kennt und schätzt. "Da sind zum Beispiel Nils Liesegang oder Clarke Breitkreuz.

Mit beiden habe ich damals noch zusammen gespielt", so Wittfoth. Noch immer kenne und schätze man sich, "in den Playoffs gibt es aber bekanntermaßen keine Freunde", fügt er grinsend an. "Nach der Serie kann man sich dann mal länger unterhalten, aber so lange es ums Weiterkommen geht, liegt der Fokus alleine auf uns und unserem Spiel."
Die weiße Fahne schwenken? Das ist für die Freiburger Wölfe keine Option. Auch beim zweiten Spiel gegen die Frankfurter Löwen stehen die Zeichen für den Underdog auf Angriff. Mehr dazu

Ebenfalls im Meisterschaftsteam der Frankfurter stand seinerzeit Verteidiger Marton Vas, der ebenso wie Wittfoth die Schlittschuhe inzwischen in den Katakomben der Franz-Siegel-Halle schnürt. Der 37-jährige ungarische Nationalspieler gehört zu den torgefährlichsten Defensivakteuren der Liga und sorgt mit seinem starken Schuss nicht nur im Powerplay für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Von 2013 bis 2015 stand Vas im Dienst der Raubkatzen, ehe es ihn zunächst nach Italien und schließlich zum EHC verschlug.

Der ruhige Altstar versucht wie sein zehn Jahre jüngerer Mannschaftskollege der Serie gegen den Ex-Verein nicht mehr Bedeutung zuzumessen als jedem anderen Aufeinandertreffen. "Helfen können wir da durch unsere Erfahrungen auch nicht mehr wirklich. Nach vier Saisonspielen kennt man die jeweiligen Gegner", glaubt Teamkollege Wittfoth.

"Am Ende ist es eine Serie wie jede andere auch. Du gewinnst oder du verlierst", stellt der Stürmer klar. Die nächste Gelegenheit, dem Favoriten aus der Mainmetropole ein Bein zu stellen, bietet sich am Freitagabend. Dann gastieren die Hessen zum zweiten Aufeinandertreffen der Best-of-seven-Serie an der Ensisheimer Straße. Ein Sieg wäre eine Überraschung, doch wie man die Löwen schlägt, bewiesen die Freiburger bereits in einem von zwei Hauptrundenspielen in Frankfurt, als sie einen zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand drehten und mit 5:4 gewannen.
Der Spielplan

Dienstag, 14. März, 19.30 Uhr: Löwen Frankfurt – EHC Freiburg 6:2
Freitag, 17. März, 19.30 Uhr: EHC Freiburg - Löwen Frankfurt
Sonntag, 19. März, 16 Uhr: Löwen Frankfurt – EHC Freiburg
Dienstag, 21. März, 19.30 Uhr: EHC Freiburg vs. Löwen Frankfurt
Freitag, 24. März, 19.30 Uhr: Löwen Frankfurt – EHC Freiburg (wenn notwendig)
Sonntag, 26. März, 18.30 Uhr: EHC Freiburg - Löwen Frankfurt
Dienstag, 28. März, 19.30 Uhr: Löwen Frankfurt – EHC Freiburg

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