Europawahl: Erste Hilfe für Unentschlossene

Carolin Buchheim

In genau 48 Stunden öffnen in Deutschland die Wahllokale für die Kommunal- und Europawahl. Wer sich uninformiert fühlt, und noch immer nicht weiß, für wen er bei der Europawahl sein Kreuzchen machen will, dem können diverse Webangebote helfen.



Der Wahl-O-Mat

Der Wahl-O-Mat ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das seit 2002 zu diversen Landtags-, Bundestags- und Europawahlen angeboten wird.



38 Statements zu europapolitischen Themen muss man auf einer dreiteiligen Skala ("Stimme zu" - "Neutral" - "Stimme nicht zu") bewerten und anschließend gewichten, dann spuckt der Wahl-O-Mat aus, welche Partei den eigenen Ansichten nahe kommt.

Welche Parteien angezeigt werden, kann man auswählen. Der Wahlomat kennt die Ansichten von insgesamt 29 der 32 Parteien, die zur Europawahl antreten; acht von ihnen kann man jeweils für ein persönliches Ranking auswählen.



Wer steht zur Wahl?

Ebenfalls von der Bundeszentrale für politische Bildung ist Wer steht zur Wahl. In dieser Übersicht kann man Basisinformationen der 29 Parteien einholen, sowie jeweils sieben Statements zu zentralen Fragen der Europapolitik vergleichen.

Der EU-Profiler

Der EU-Profiler ist ein Angebot des European University Institute (EUI) in Florenz, der holländischen Firma Kieskompas, die auf Wahl-Tools spezialisiert ist, und dem NCCR Democracy 21 Projekt aus Zürich.



Der EU-Profiler funktioniert ähnlich wie der Wahl-O-Mat, allerdings gibt es diverse Sprachversionen für die gesamte EU. Hier muss man 30 Statements mit einer sechsteiligen Skala (Stimme vollkommen zu - Stimme eher zu - Neutral - Stimme eher nicht zu - Stimme überhaupt nicht zu - Keine Meinung) bewerten und anschließend gewichten.



Das Ergebnis des Parteien-Matchings kann man sich in verschiedenen Annäherungsdiagrammen sehr ansprechend anzeigen lassen, und dabei auch nur einzelne Positionen, wie zum Beispiel zum Thema Umwelt, Transport und Energie darstellen lassen. Auch hier kann man auswählen, welche Parteien angezeigt werden sollen; dazu gehören auch die Parteien der anderen EU-Länder.

Der EU-Profiler ist ein wenig komplizierter als der Wahl-O-Mat; die Darstellung des Matching-Ergebnis ist aber weitaus offener und wirkt daher weniger als eindeutige Wahlempfehlung denn als Anregung, die Positionen der Parteien zu überprüfen und selbständig seine Entscheidung zu fällen. Bei fudder-Tests unterschieden sich die Ergebnisse der beiden Angebote aber nicht.

Parlorama

Auf Parloramakann man schließlich kontrollieren, wie die Abgeordneten, die man bei der letzten Europawahl gewählt hat, eigentlich gearbeitet haben.



Wie oft waren sie im Parlament? Wieviele Eingaben haben sie gemacht? Wer die fleißigsten (und die faulsten) Mitglieder des Parlaments waren, kann man hier in einer Rangliste kontrollieren, die man nach Ländern oder Parteien sortieren kann.

Die Seite des ehemaligen Parlamentsassistent Flavien Deltort musste auf Grund von Beschwerden einiger Parlamentarier zeitweise offline gehen.

Europawahl?!

Für alle, die absolut gar keine Ahnung haben, wen man bei der Europawahl überhaupt für was genau und warum überhaupt wählt, dem sei das folgende (Austro-zentristische) Info-Video der Wiener Agentur instant empfohlen, das dem Zuschauer in weniger als 10 Minuten Grundlagenwissen über die EU verschafft.

EU-Wahl am 7. Juni 2009. EU Parlament und Vertrag von Lissabon

Quelle: YouTube


[via Spreeblick]

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