Europa-League-Tourismus: Reisetipps für Sevilla

Sandra Gille & Julia Schellhammer

Morgen Abend spielt der SC Freiburg in Sevilla! Und damit ihr alle wisst, was ihr da so anstellen könnt, welche Sehenswürdigkeit ihr nicht verpassen dürft und wo ihr Party machen gehen müsst, haben wir zwei Sevilla-Kennerinnen darum gebeten, eine Handvoll wunderbarer Tipps für die Hauptstadt Andalusien zusammenzutragen.



Übersehene Sehenswürdigkeit

Der Rectorado der Universidad de Sevilla (Eintritt frei!) - dabei soll in der ehemaligen Tabakfabrik damals die echte Carmen, die die Hauptrolle in der weltbekannten Oper spielt, gearbeitet haben. Die heutige Universität diente der Bizet-Oper als Schauplatz. [Sandra]

Während man sich fühlt, als würde man in das Land Oz schleichen, wenn man die winzige, braune Tür des Convento Santa Paula läutet, bringt der Anblick der Nonnen einen wieder zurück auf die Erde (Adresse: Calle Santa Paula 11). Besucht das kleine Museum und durchsucht die Sammlung von Atrefakten in dem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert. Während keines der Gegenstände markiert ist, führen die Nonnen einen bei einer privaten Tour durch die drei Museumsräume und weisen einen auf ihre Lieblingsstücke hin. [Julia]



Kaffeepause

Ein Café, das sich weiterempfehlen lässt, ist das Horno San Buenaventura direkt gegenüber der Kathedrale auf der Plaza de la Alfalfa. Mit toller Aussicht und einem schönen Flair lässt sich dort neben einem typischen Café con leche eine Vielfalt an typisch spanischem Gebäck (Achtung: verdammt süß!) und mehr genießen. [Sandra]

An einem kleinen Ort am Ende der Einkaufsstraße Calle Sierpes in der Nähe der Plaza Duque liegt La Campana - wahrscheinlich eine der berühmtesten Pastelerias. Auch wenn ihr nur am Schaufenstershoppen seid, wird euch der Anblick der Köstlichkeiten in der Auslage ins Innere verleiten. Nicht nur, dass La Campana unglaublich tolles Gebäck anbietet. Es gibt dort auch einige der besten Trufas (Trüffel), die man in Spanien finden kann, und leckeren Kaffee. [Julia]



Magengrummeln/Lieblingsrestaurant

Wer in Sevilla Magengrummeln hat, macht definitiv etwas falsch: Das Essen im Restaurant ist so köstlich, dass man ständig essen MUSS und so günstig, dass es sich sowieso nicht lohnt, selbst zu kochen. Außerdem ist Essengehen Teil der spanischen Kultur. [Sandra]

Die beste Paella mit Fisch, der nach richtigem Meer schmeckt, gibt es in der Bar Gonzalo in der Calle de los Alemanes direkt neben der Kathedrale und der Giralda. Und bitte eine Sangria trinken, alleine um herauszufinden, dass das nichts mit dem zu tun hat, was der Party-Deutsche darunter versteht.

In der kleinen Tapa-Bar Blanco Cerillo an der Calle Tetuan im zentralen Einkausviertel sollte man unbedingt eine Tapa bequerones en adabo probieren. Sollte man draußen sitzen, hat man eine große Chance, dass man von Emilio bedient wird: Er arbeitet schon seit 14 Jahren dort. Eine Tapa und ein kaltes Cruzcampo, und du schwebst im siebten Himmel. [Julia]



Fine Art/Kultur

Wer in Sevilla Kunst erleben will, muss ganz klar eines tun: eine Flamenco Show besuchen! Da es davon zahlreiche gibt und Touristen vor Ort meist in überteuerte, schlechte Aufführungen gelockt werden, empfehle ich, Tickets im Voraus zu buchen. Da landet man garantiert nicht in einer Touri-Show. Des Weiteren werden in der Oper, dem Teatro Lope de Vega, tolle und bekannte Opern auf Spanisch aufgeführt, deren Tickets erschwinglich sind. [Sandra]



Die beste Bar der Stadt

DIE beste Bar der Stadt zu nennen, ist unmöglich. Dazu gibt es in Sevilla einfach zu viele gute Bars. Die Sevillaner sind typische Barhopper, weswegen es sich empfiehlt, einfach auf die Calle Betis oder die Calle Alfalfa zuzusteuern. Dort gibt es unzählige Bars, und für jeden Geschmack ist etwas dabei. [Sandra]

Ein Muss ist ein Drink in der Bar auf dem Dach des Hotels Doña Maria mit einem Ausblick über die Kathedrale und die schönen Lichter der Stadt - am besten an einem warmen Sommerabend vor 23 Uhr wenn die Lichter ausgehen – wenn man sogar eine Nacht in dem wunderschönen Hotel verbringt kann man den Blick über die Dächer Sevillas auch vom Dachpool aus genießen. [Julia]

Der beste Club der Stadt

Mein Lieblingsclub, bei dem man neben Spaniern auch junge Leute aus ganz Europa beim Feiern treffen kann, ist das Abril in der Calle Luis Montoto 118. Dort schmecken nicht nur die Cocktails lecker und die Preise sind normal, als Frau kommt man an vielen Tagen zumeist umsonst rein und erhält obendrauf noch ein kostenloses Begrüßungsgetränk. P.S.: In die Disco geht man erst ab 1 Uhr nachts (wenn man zu den Ersten dort gehören will). [Sandra]

Solltest du einen Einheimischen nach „Kudéta“ fragen, zuckt er wahrscheinlich unbeteiligt mit den Schultern. Lässt du jedoch den Namen „Buddha“ fallen, fängt er sofort an zu grinsen, da er dort wahrscheinlich schon einige verrückte Nächte verbracht hat.

Während die erste Etage sehr entspannt ist - wie kann man bei seidigen Kissen und Vorhängen nicht entspannt sein? - und Wasserpfeifen und eine Auswahl an Weinen und Bieren anbietet, geht auf der oberen Tanzfläche und auf der Außenterasse die Post ab. An Donnerstagen werden riesen Studentenparties mit bis zu 1.000 Leuten aus aller Welt gefeiert! [Julia]

Empfehlenswerte Hotels/Hostels

Wenn man nicht gerade während der Semana santa oder der anschließend stattfindenden Feria de abril eine Unterkunft braucht (wobei man bei diesen Festen sowieso nicht zum Schlafen kommt), ist es kein Problem ein billiges Hostel in Sevilla zu finden. Positive Erfahrungen habe ich dabei mit dem Hostel Doña Trinidad gemacht (Adresse: Archeros 7).

Auf Sevilla5.com findet man empfehlenswerte Unterkünfte auch wenn man kein Spanisch kann. Sucht man etwas Gehobeneres, kann ich das Hotel Silken al Andalus empfehlen (Adresse: Avenida de la Palmera). Das Vier-Sterne-Hotel ist wirklich klasse, liegt jedoch etwas außerhalb vom Zentrum. Taxi fahren ist allerdings billig in Sevilla, sodass dies kein wirkliches Hindernis darstellt. [Sandra]

Samay Hostels Sevilla ist gleich um die Ecke von Alcazar (mit Blick in den Garten!) und nur einen gemütlichen Spaziergang von dem atemberaubenden Herzen der Alstadt. Dem Barrio de Santa Cruz, entfernt. Die Herberge selbst ist super Sauber und die Freundlichkeit des Personals nicht zu übertreffen. [Julia]



Für Romatiker

Der mit Sicherheit romantischste Ort in Sevilla ist - neben der Flusspromenande des Guadalquivir - der Parque Maria Luisa. Der riesige Park bringt den Großstadtlärm gerne in Vergessenheit und bietet wunderschöne Ecken wie zum Beispiel die Plaza America, an denen man alleine die Natur genießen kann. Auch Kutschfahrten durch den Park sind möglich. [Sandra]

Bist du mit jemand Besonderem in Sevilla? Vielleicht mit jemandem, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen willst? Nehme ihn/sie mit zum Ayuntamiento und gehe mit ihm/ihr unter den Bogen, der Plaza San Francisco und Plaza Nueva verbindet. Einheimische sagen, dass du die Person, mit der du unter diesem Bogen durchgehst, heiraten wirst.

Danach sollte man noch zum Torre del Oro spazieren und am Flussufer die schönen Lichter der Stadt genießen. [Julia]



Shop till you drop

In Sevilla kann man shoppen ohne Ende! Die Hauptgegend ist das Viereck zwischen Plazas Nueva, Magdalena, Encarnacion und San Francisco. Sollte man jedoch nach Andenken suchen, ist Barrio Santa Cruz der Richtige Ort für Flamenco-Klamotten, Stierkampf-Souvenirs, T-Shirts etc.; in Barrio San Vincent und der Alameda gibt es eher individuelle Shops, und in Triana gibt es die wunderschönen Azulejos (Keramikkacheln), die viele Bars, Hotels, Kirchen und Privathäuser schmücken. [Julia]



Meet the locals

Wer die Sevillanos treffen will, macht das am besten abends, tagsüber ist es sowieso zu heiß. Wer alleine in der Stadt ist, braucht sich nicht scheuen und einfach zu einem Botellón gehen - bestenfalls am Torre del Oro oder der Plaza del Salvador. Dort schnappt man sich ein Gläschen Wein in einer Bar in der Nähe und gesellt sich zu den meist hunderten Spaniern, die sich beim Botellón zum Vortrinken, Kennenlernen und Feiern im Freien auf öffentlichen Plätzen treffen. Nach wenigen Minuten kennt man so viele Leute, dass man sich gar nicht entscheiden kann, mit wem man nun alles um die Häuser ziehen will. [Sandra]

Die Tippgeberinnen

Sandra Gille: "Während meines Studiums habe ich im Rahmen des Erasmus-Programms ein Auslandssemester in Sevilla verbracht – selbstverständlich nur, um mich akademisch weiterzubilden ... Nein, das war natürlich nicht der Grund. Hauptsächlich ging es darum, neben der Sprache etwas über Kultur, Menschen und Land zu lernen. In den sechs Monaten dort habe ich die Stadt so sehr ins Herz geschlossen, dass ich mir in Deutschland oft wünsche, die Leute wären genauso entspannt wie dort. 'Sevilla la maravilla' (Sevilla die Wunderschöne), so nenne ich die Stadt, weil genau dieser Titel zutrifft wie kein anderer."

Julia Schellhammer: "Ich habe 2011/12 ein wundervolles Austauschjahr in Sevilla verbracht. In diesem Jahr habe ich viele neue Freundschaften mit Einheimischen sowie Austauschschülern aus der ganzen Welt geschlossen und mich unsterblich in diese wunderschöne Stadt verliebt. Auch jetzt noch, ein Jahr später, fallen mir immer wieder die tollen Eindrücke und Erfahrungen ein, die ich dort gesammelt habe und kann euch nur empfehlen – egal ob eine Woche oder ein Jahr, Sevilla ist auf jeden Fall eine Reise wert."

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