Euphoriebremse made in Biengen (16)

Evawall

Da Clemens Geißler anstatt in der Umkleidekabine in der Lernkabine hockt und Bücherseiten für seine Diplomprüfungen umblättert, schreibt die heutige dritte Halbzeit Eva Wallbrecher, Präsidentin des SV Munzingen. Was sie über den gestrigen Kick der Aufstiegsaspiranten berichtet, wird Munzingenfans nicht eben erfreuen.



Endlich! Der erste Spieltag nach der Winterpause und der SVM musste beim SV Biengen auflaufen. Das Hinspiel konnte die Elf vom Tuniberg mit 4:0 für sich entscheiden. Und gestern?

In der ersten Hälfte entwickelt sich ein temporeicher Kick, der sich überwiegend im Mittelfeld abspielt. Beide Abwehrreihen stehen gut und vereiteln die Torchancen ihrer Gegner. Der Tabellenführer erarbeitet sich zwar Feldüberlegenheit, nutzt jedoch keine der wenigen Torchancen.

Für Unterhaltung sorgt vor allem der etwas konfus leitende Schiri, der auch nach rüdesten Fouls mehrfach drohend mit der Hand Richtung Kartentasche zuckt, es dann aber doch jedes Mal bei einer Verwarnung belässt. Man munkelt schon, er habe seine Karten daheim vergessen. Dann die 42. Minute. Quasi beim ersten Torschuß der Hausherren fällt das 1:0 nach einem Standard und unser Keeper Markus Aichele bekommt nach einer Allerweltsbeschwerde dann doch den gelben Karton zu sehen.



Die Pausenansprache fällt deftig aus und so erwartet man in der zweiten Halbzeit eine Leistungssteigerung. Diese ist klar sichtbar, allerdings nur beim SV Biengen. Dieser beginnt jetzt richtig Druck zu machen. Erst nach einer knappen halben Stunde hält der SV Munzingen dagegen und beginnt mit einer Schlußoffensive. Diese erfolgt drastisch bis überstürzt, so dass man die Gastgeber zum Kontern einlädt.

Die Folge ist in der 75. Minute eine schöne Kombination und ein vielbejubeltes 2:0. Der SVM rennt in der Folge wütend gegen das gegnerische Tor an, das Aufbäumen kommt jedoch zu spät. Lediglich mit einem Foulelfmeter in der 90. Spielminute kann Driton Cermjani das Ergebnis noch beschönigen. Unterm Strich ein verdienter Sieg des SV Biengen nach einer grottenschlechten Leistung des Titelanwärters.