Freiburger Clubsterben

Etwa 250 Leute demonstrieren bei nächtlicher Protest-Parade durch die Innenstadt

Gina Kutkat & Felix Klingel (aktualisiert um 18 Uhr)

Weil sie frustriert darüber sind, wie die Stadt mit Clubs und Veranstaltungen umgeht, haben in der vergangenen Nacht rund 250 Menschen in der Freiburger Innenstadt bei einer Straßenparade demonstriert.

Der Zug mit Musik und teilweise Pyro war spontan angekündigt worden, weswegen die Polizei nicht darauf vorbereitet war. "Wir wurden von der Aktion überrascht und haben noch versucht, die Demo in Bahnen zu lenken. Erfolglos – Kooperationsbereitschaft bestand nicht", sagt ein Sprecher der Polizei.


Organisiert wurde die Parade von einem Zusammenschluss aus mehr als zwei Dutzend Veranstaltungs-Kollektiven, Polit-Gruppen, Veranstaltern, Kulturschaffenden, Künstlern, Musikern und vielen freien Aktivisten. "Raubt ihr uns die Träume, rauben wir euch den Schlaf" lautet ihr Protestmotto, das sie in einem Blogbeitrag auf schabernack.blogsport.eu weiter ausführen.
Dokumentation

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Adressat der Beschwerde ist die Stadt Freiburg, die mit Restriktionen, Verordnungen und Auflagen eine "spannende und lebhafte Nacht- und Kulturszene" verhindere. "Wusstet Ihr, dass es mittlerweile eine Polizeiverordnung gibt, die Outdoor-Raves mit bis zu 10.000 Euro bestrafen kann? Oder, dass ein KOD getarnt als Gaststättenkontrolldienst hinten rum nun doch eingeführt wurde? Dass alleine in den letzten 20 Monaten sieben Clubs geschlossen haben?"

Weitere Proteste geplant

Da Zeitungsartikel, Petitionen und Demonstrationen in der Vergangenheit laut der Protestler nichts bewirkten, versuchen sie es nun mit "Schabernack": Erste Aktion war der Zug durch die Freiburger Innenstadt, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag um fünf Uhr in der Adlerstraße im Grether-Viertel sowie in der Leo-Wohleb-Straße begann und das Ziel hatte, der "Stadt Freiburg" den Schlaf zu rauben. Ob die nächtliche Aktion noch ein Nachspiel hat, steht laut Polizei noch nicht fest. Nächste Proteste sind laut Blogeintrag geplant und fänden solange statt, bis die Forderungen erfüllt seien.



Nur mit einem öffentlichen Diskurs, einem Ende der Restriktionen und der Schaffung von öffentlichen Freiräumen könne das Nachtleben in Freiburg wieder lebendig werden, heißt es in dem Forderungsschreiben.

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